Was hat zum Rückruf von Valsartan geführt?

Die World Health Organization, kurz WHO, und die EU haben diesen Stoff als „wahrscheinlich krebserregend“ deklariert. Die Verunreinigung entstand wohl bei der Herstellung, genauere Untersuchungen laufen jedoch noch. Viele Händler, wie Hexal, Ratiopharm und Stada, haben vorsorglich einen Rückruf gestartet, da Untersuchungen zeigten, dass NDMA in bedenklichen Mengen in Medikamenten mit Valsartan zu finden sind. Wie gesundheitsschädlich der Stoff tatsächlich ist, ist bislang nicht bekannt.

Was ist Valsartan und wofür wird es verwendet?

Valsartan wird zum Senken des Bluthochdrucks eingesetzt, da es als Inhibitor die Wirkung des Hormons Angiotensin im Körper hemmt. Angiotensin setzt sich an die Innenwände der Blutgefäße und macht diese enger. Außerdem sorgt es in der Niere dafür, dass weniger Salz in den Urin geleitet wird. Beide Effekte führen zu einem erhöhten Blutdruck, dem Valsartan entsprechend entgegenwirkt. Zudem wird der Wirkstoff nach einem Herzinfarkt und bei Herzschwäche eingesetzt, um den Blutdruck zu senken und das Herz somit bei seiner Arbeit zu entlasten.

Der ACE-Hemmer Valsartan wird in der Regel in Form von Tabletten eingenommen, kann bei Bedarf jedoch auch über eine Infusion verabreicht werden. Eine gängige Dosierung liegt zwischen 80 und 160 Milligramm am Tag. Studien haben gezeigt, dass der Stoff nicht mehr Nebenwirkungen erzeugt als Placebos. Wird er abgesetzt, sorgt er nicht dafür, dass der Blutdruck plötzlich in die Höhe schießt, wie es bei anderen Blutdrucksenkern der Fall ist. Dennoch muss das Medikament in Absprache mit einem Arzt eingenommen werden. In Kombination mit anderen Medikamenten können Probleme auftreten. Schwangere dürfen den Wirkstoff nicht einnehmen und auch in der Stillzeit wird Müttern hiervon abgeraten.

Diese Personengruppen sind besonders gefährdet

Da derzeit noch verunreinigte Valsartan-Medikamente im Umlauf sind, sollten laut WHO gerade Bluthochdruckpatienten ihre Präparate hinsichtlich der Zusammensetzung kontrollieren. Hierbei macht es Sinn, sich direkt an den Arzt oder die Apotheke des Vertrauens zu wenden. Außerdem sollte kontrolliert werden, welche Hersteller bereits einen Rückruf wegen einer vermutlich vorliegenden Verunreinigung gestartet haben. Eine übersichtliche Auflistung der Unternehmen findet sich auf der Seite der Deutschen Apotheker Zeitung. kurz DAZ. Grundsätzlich gilt jedoch: Medikamente sollten niemals auf eigene Faust abgesetzt werden, da der gesundheitliche Schaden, der entstehen könnte, enorm sein kann. In jedem Fall sollte zuvor der Arzt kontaktiert und um Rat gefragt werden.

Welche Alternativen gibt es Valsartan?

Für Bluthochdruck-Medikamente, die vom Rückruf betroffen sind, sind Alternativen auf dem Markt verfügbar. Die meisten Marken gelten dabei als unbedenklich. Es macht Sinn, sich direkt an eine Apotheke zu wenden, da die Mitarbeiter dort entsprechend geschult sind.

Produkte, die von der WHO als unbedenklich eingestuft wurden, sind unter anderem:

  • Valsacor
  • Valsacor comp
  • Aurobindo
  • Entresto
  • Exforge
  • Exforge HCT
  • Diovan
  • Codiovan
  • Dafiro
  • Dafiro HCT
  • Provas
  • Procas Comp

Welche Entschädigungen sind möglich?

Da die Verunreinigung laut WHO keinen direkt messbaren Effekt auf die Gesundheit hat und Langzeitschäden aktuell nicht bekannt sind, ist eine Klage auf Schmerzensgeld derzeit nicht möglich. Falls auf ein anderes Medikament umgestiegen werden muss, sollte man sich bei der Krankenkasse erkundigen, ob die Kosten hierfür übernommen werden.

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