Egal, wohin der Jahresurlaub geht, ob nach Lissabon oder Dresden, die Nächte verbringen immer mehr Reisende in untervermieteten Wohnungen, die meist eine andere Verbindung zur Stadt schaffen und zudem deutlich mehr Platz bieten als ein Hotelzimmer. Die Mieteinnahmen müssen steuerlich angegeben werden. Das Finanzamt geht nun den voraussichtlich zahlreichen Steuerhinterziehungen nach und verhängt Bußgelder.

Das steuerrechtlich problematische Konzept hinter Airbnb und Co.

Das Prinzip ist recht simpel: Auf Plattformen wie Airbnb können Mieter und Eigentümer ihre eigenen vier Wände Reisenden entgeltlich zur Verfügung stellen. Vorteil hieran ist, dass die Wohnung während einer Reise, eines Auslandssemesters oder aufgrund einer berufsbedingten Pendelei nicht ständig leer steht. So sinkt das Einbruchsrisiko, der Kühlschrank bleibt nicht ungenutzt, und nebenbei sind die laufenden Mietkosten zumindest zum Teil durch die Untermieteinnahmen gedeckt.

Doch die Vorzüge, die sich für den Kurzzeit-Vermieter ergeben, bedeuten für den Staat und vor allem den Fiskus mancherlei Nachteile. Bereits jetzt wirken Zweckverwendungsverbote einem oft kritisierten Problem, dem dauerhaften Untervermieten, entgegen. Nun sollen auch die steuerlichen Einbußen, die der Staat durch lückenhafte Steuererklärungen erleidet, vom Finanzamt geprüft werden. Auf diese Weise wird den massenhaften Steuerhinterziehungen durch die Airbnb-Vermietungen der Kampf angesagt.

Wie müssen die Einkünfte aus der Untervermietung versteuert werden?

Laut § 21 Abs. 1 des Einkommenssteuergesetzes müssen Einkünfte aus Airbnb-Vermietungen, die zeitlich begrenzt sind, ebenfalls in der Anlage V der Steuererklärung aufgeführt werden, um keine Steuerhinterziehung zu begehen und hohe Strafen zu riskieren. Dies gilt auch dann, wenn die Einnahmen nur geringfügiger Natur sind. Allerdings sind die Einnahmen mit den Ausgaben, wie der anteiligen Eigenmiete sowie etwaigen Handwerkerleistungen, gegenzurechnen, sodass nur der tatsächliche Gewinn, der durch die Untervermietung erzielt wurde, entscheidend für die Steuerberechnung ist.

Hinzu kommt die Berücksichtigung des gesetzlichen Freibetrags von 520 Euro, der im Jahr durch die Untervermietung der Wohnung oder einzelner Räume steuerfrei eingenommen werden darf. Alles, was über diesen Wert hinausgeht, wird als wirtschaftliches Treiben gewertet und muss entsprechend in der Steuererklärung genannt werden – andernfalls prüft die Finanzbehörde, ob eine Ordnungswidrigkeit oder eine Straftat vorliegt. Bei besonders hohen Beträgen wird nicht nur eine Umsatz-, sondern auch eine Gewerbesteuer erhoben.

Was droht, wenn Airbnb-Mieteinnahmen nicht versteuert werden?

Prüft das Finanzamt, wie angekündigt, alle Namen deutscher Airbnb-Vermieter und stellt eine Steuerhinterziehung fest, müssen säumige Vermieter mit diesen Folgen rechnen:

  • Hohe Steuernachzahlungen für die vergangenen zehn Jahre
  • Verzugszins von sechs Prozent pro Jahr
  • Strafbescheid sowie Ordnungsgeld bei illegaler Vermietung

Aus diesem Grund empfiehlt es sich, stets alle Einnahmen etwaiger Untermietverhältnisse bei der Steuererklärung anzugeben. So kann der Verdacht einer Steuerhinterziehung erst gar nicht aufkommen, und die Airbnb-Vermietung läuft rechtlich absolut einwandfrei ab.

Haben Sie Fragen zum Thema Mietrecht oder suchen Sie rechtlichen Beistand wegen des Vorwurfs einer Steuerhinterziehung oder illegalen Vermietung? Kontaktieren Sie uns – KLUGO steht Ihnen im Rahmen einer kostenlosen Erstberatung durch unsere Rechtsanwälte hilfreich zur Seite.

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