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Abschaffung des Solidaritätszuschlags: Die wichtigsten Fakten im Überblick

Nun steht es fest: Der Solidaritätszuschlag, kurz auch Soli genannt, wird im Jahr 2021 abgeschafft – tatsächlich aber nur für etwa 90 Prozent der deutschen Bundesbürger. Topverdiener und wirtschaftsstarke Unternehmen müssen ihn – ganz oder nur zum Teil – weiterhin zahlen. Doch wann genau wird der Soli abgeschafft und welches Sparpotenzial bietet die Reform?

Die Bedeutung des Solis und seiner Abschaffung

Was 1991 ursprünglich als eine befristete Ein-Jahres-Finanzierung zur Deckung der Mehrbelastung durch den Zweiten Golfkrieg gedacht war, hat sich mittlerweile zu einem festen Bestandteil des deutschen Steuerrechts entwickelt. Mit dem sogenannten Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 Prozent der Einkommens- und Körperschaftssteuer wurden und werden seit 1995 auch die Kosten der deutschen Einheit finanziert. Angesichts der vielen Jahrzehnte, die seither vergangen sind, fragen sich viele Bürger, ob diese Steuerbelastung überhaupt noch zeitgemäß ist. Für all jene, die sich die Abschaffung des Solidaritätszuschlags wünschen, sprach der Bundestag am 14. November 2019 eine freudige Botschaft aus: Ab 2021 entfällt der Soli für etwa 90 Prozent der deutschen Bundesbürger.

Wer den Solidaritätszuschlag weiterhin zahlen muss

Der Beschluss des Bundestags sieht vor, dass etwa 90 Prozent aller Bundesbürger ab 2021 keinen Solidaritätszuschlag mehr zahlen müssen. Die restlichen 10 Prozent setzen sich aus Topverdienern und wirtschaftsstarken Unternehmen zusammen, die weiterhin zur Kasse gebeten werden: 6,5 Prozent hiervon mit anteiligen Abgaben – berechnet gemäß ihres Einkommens – und die Topverdiener 3,5 Prozent in voller Höhe. Durch dieses Vorgehen wird der Staat jedes Jahr Einbußen in Milliardenhöhe verzeichnen.

Wer von der Abschaffung des Solis profitiert:

  • Singles (bis zu einem Bruttojahreseinkommen von 73.000 Euro)
  • Doppelverdiener ohne Kinder (bis zu einem Bruttojahreseinkommen von 148.000 Euro)
  • Alleinverdiener ohne Kinder (bis zu einem Bruttojahreseinkommen von 136.000 Euro)
  • Doppelverdiener mit Kindern (bis zu einem Bruttojahreseinkommen von 164.000 Euro)
  • Alleinverdiener mit zwei Kindern (bis zu einem Bruttojahreseinkommen von 152.000 Euro)
  • Unternehmen (bei Entrichtung der Körperschaftssteuer)
  • Sparer (bei jährlichen Zinseinnahmen unter 801 Euro)

Ob man vom Solidaritätszuschlag befreit wird oder weiterhin einen Teil-Soli zahlen muss, hängt also von der Höhe des Einkommens ab. Da hierbei noch unterschiedliche Freibeträge – etwa für Kinder oder Alleinerziehende – zu beachten sind, kann die vorangegangene Aufführung der Steuerklassen im Einzelfall abweichen.

Mögliche Ersparnis, sobald der Soli wegfällt

Aber wie viel spart jeder Einzelne durch die Abschaffung des Solis? Für Steuerzahler, die unter dem für ihre Lebenssituation und Gehaltsklasse vorgeschriebenen Jahreseinkommen bleiben, kann der Beschluss – Berechnungen des Münchner ifo-Instituts zufolge – Ersparnisse von mehr als 1.500 Euro bedeuten. Und auch all jene, die ab 2021 nur noch einen Teil-Soli zahlen müssen, können sich über eine einkommensabhängige Senkung der Abgaben freuen. Bis zur endgültigen Abschaffung des Solidaritätszuschlags dauert es zwar noch eine Weile, nichtsdestotrotz können sich viele deutsche Steuerzahler schon jetzt auf die bevorstehende Reform freuen.

Sie haben die Möglichkeit, unsere Erstberatung in Anspruch zu nehmen. Gemeinsam ergründen wir, welche Änderungen sich für Sie durch die Abschaffung des Solidaritätszuschlags ergeben. Kontaktieren Sie uns einfach!

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