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Coronavirus: Die Kurzarbeit bei Lufthansa soll mindestens drei Monate dauern

Die Corona-Krise geht auch an Lufthansa nicht spurlos vorbei: Derzeit sind rund 95 Prozent aller Flüge gestrichen. Als Reaktion auf den lahmgelegten Flugverkehr hat der Konzern in Deutschland rund 31.000 Mitarbeiter und konzernweit 87.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Wie lange die Kurzarbeit bei Lufthansa anhält, ist von der weiteren Entwicklung der Corona-Krise abhängig. Langfristig sind nach Vorstandschef Carsten Spohr auch Entlassungen nicht zu verhindern.

Lufthansa und Corona – Stand der Dinge

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Luftverkehr nutzt der Konzern nun die Regelungen zur Kurzarbeit in Deutschland und den Nachbarländern und schickt insgesamt gut zwei Drittel der Beschäftigten in Kurzarbeit.

Für die ca. 31.000 betroffenen deutschen Lufthansa-Mitarbeiter gelten die Regelungen teils rückwirkend ab dem 1. März, hauptsächlich aber ab dem 1. April. Weil aufgrund der aktuellen Situation 700 der gut 760 Flugzeuge des Konzerns am Boden bleiben, ist die Kurzarbeit bei Lufthansa unumgänglich.

Welche Lufthansa-Mitarbeiter sind von der Kurzarbeit betroffen?

Betroffen von der Lufthansa-Kurzarbeit sind sowohl das Kabinen- und Cockpit- als auch das Bodenpersonal sämtlicher Airlines und Tochtergesellschaften des Konzerns, beispielsweise Eurowings und die Lufthansa-Catering-Tochter LSG. Bisher stehen Austrian Airlines, Brussel Airlines und Air Dolomit vollständig still, weitere könnten bald folgen.

Für die Flugbegleiter und das Bodenpersonal hat Lufthansa eine Aufstockung des Kurzarbeitergelds auf bis zu 90 Prozent zugesagt. Auch mit den Piloten konnte sich Lufthansa auf Kurzarbeit einigen. Hier liegt die Nettogehaltsaufstockung zwischen 85 und 87 Prozent. Tatsächlich kommen die Piloten aber nur auf ca. drei Viertel ihres bisherigen Nettogehalts, weil die üblicherweise im Gehalt eingerechneten Mehrflugstunden bei Kurzarbeit entfallen.

Es wird Entlassungen geben

Wie das Coronavirus Lufthansa zusetzt, ist noch nicht absehbar. Um möglichst flexibel auf die jeweiligen Gegebenheiten reagieren zu können, bereitet der Konzern sich auf Szenarien mit drei, sechs und schlimmstenfalls zwölf Monaten Kurzarbeit bei Lufthansa vor

Großes Ziel der Lufthansa Group ist es, möglichst viele Entlassungen zu verhindern. In Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften sollen verschiedene Konzepte entwickelt werden, um den Entlassungen entgegenzuwirken. Neben der Kurzarbeit sollen Mitarbeiter beispielsweise unbezahlten Urlaub nehmen, in Teilzeitmodelle wechseln oder Überstunden abbauen. Allerdings betonte Vorstandschef Spohr, dass es keinesfalls möglich sei, alle Mitarbeiter über die Corona-Pandemie hinweg zu halten. Über kurz oder lang wird der Konzern also schrumpfen.

Wann und wie geht es nach der Lufthansa-Kurzarbeit weiter?

Die Lufthansa Group ist als wirtschaftlich gesundes und starkes Unternehmen gut auf die Corona-Krise vorbereitet. Um die Liquidität des Unternehmens möglichst lange zu erhalten, sollen die monatlichen Kosten während der Corona-Krise auf unter 30 Prozent des üblichen Niveaus gesenkt werden. Weil allein durch den Stillstand des Flugbetriebs die variablen Kosten von 60 Prozent wegfallen und die Personalkosten dank Kurzarbeit erheblich gesenkt werden können, ist dieses Ziel gut zu erreichen.

Insgesamt hat Lufthansa mehr als fünf Milliarden Euro zur Verfügung, um gut durch die Krise zu kommen. Sollte das Kapital nicht ausreichen, will sich Lufthansa laut Vorstandschef Carsten Spohr um staatliche Hilfe bemühen und die Flotte notfalls beleihen.

Ist eine Kündigung während der Kurzarbeit bei Lufthansa möglich?

Gegenwärtig ist noch nicht absehbar, wie sich das Coronavirus auf Lufthansa auswirkt. Mitarbeiter, die von der Lufthansa-Kurzarbeit betroffen sind, können also derzeit nur abwarten. Grundsätzlich ist auch während der Kurzarbeit eine Kündigung möglich – allerdings nur dann, wenn sich die Situation des Unternehmens so verschlechtert, dass es keine anderen Möglichkeiten gibt. Ob im Falle einer Kündigung während der Kurzarbeit eine Kündigungsschutzklage sinnvoll ist, sollten Sie im Vorfeld juristisch prüfen lassen.

In jedem Fall ist es empfehlenswert, sich als betroffener Mitarbeiter rechtliche Unterstützung zu holen und sich von einem erfahrenen Juristen beraten zu lassen. Wenn Sie möchten, erhalten Sie bei KLUGO im Rahmen einer unverbindlichen Erstberatung – und im Bedarfsfall darüber hinaus – professionelle Hilfe. Nehmen Sie gern Kontakt zu uns auf!

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