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Fusion Deutsche Wohnen und Vonovia

Deutsche Wohnen und Vonovia: Was bringt die Übernahme?

Im Mai gingen die beiden Immobilienkonzerne Vonovia und Deutsche Wohnen mit ihrem Vorhaben an die Öffentlichkeit. Bereits zum dritten Mal streben die beiden Konzerne eine Fusion an, nun könnte es klappen. Erfahren Sie, welche Ziele Vonovia mit der Übernahme von Deutsche Wohnen verfolgt und was auf die Mieter zukommt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit der Übernahme der Deutsche Wohnen durch Vonovia wird das neue Unternehmen der größte Immobilienkonzern Europas.
  • Bestehende Mietverträge werden unverändert weitergeführt.
  • Der prozentuale Anteil an Wohnungen in Deutschland liegt nach der Übernahme durch Vonovia bei etwa zwei Prozent, aber in Berlin bei etwa neun Prozent.
  • Berliner Wohnpakt soll stabile Mieten für die kommenden Jahre sichern.

Welche Auswirkungen hat die Deutsche Wohnen-Übernahme durch Vonovia?

Vonovia besitzt 400.000 Wohnungen und Deutsche Wohnen 150.000 Wohnungen in Deutschland. Damit sind es die größten deutschen Immobilienkonzerne. Nach einer Fusion wäre das neue Unternehmen der größte Immobilienkonzern Europas. Sowohl die Deutsche Wohnen als auch Vonovia haben bereits deutlich gemacht, dass sie gemeinsam bezahlbaren Wohnraum schaffen möchten. Mit der Fusion könnten „strategische Herausforderungen wie Klimaschutz, bedarfsgerechtes Wohnen und bezahlbarer Wohnraum“ noch konsequenter angegangen werden, heißt es bei der Deutsche Wohnen.

Mieter sorgen sich nun um steigende Mieten und teure Sanierungsmaßnahmen. Das gilt insbesondere in Berlin, wo die Deutsche Wohnen 113.000 Wohnungen besitzen. Bei einem Gesamtbestand von 150.000 Wohnungen ist der Berliner Immobilienmarkt für den Konzern sehr wichtig. Vonovia hat lediglich 43.000 Wohnungen in Berlin. Nach der Vonovia-Übernahme besitzt der neue Konzern etwa neun Prozent der Berliner Wohnungen. Das führte bereits zur Frage, ob das Unternehmen zukünftig noch stärker in der Berliner Wohnungspolitik mitbestimmen möchte. Um dem Berliner Bürgermeister entgegen zu kommen, haben sie einen sogenannten Wohnpakt angeboten.

Dieser beinhaltet folgende Ziele:

  • Mieten steigen in Berlin drei Jahre lang nur um ein Prozent.
  • Anschließend steigen die Mieten zwei Jahre lang in Höhe der Inflation.
  • Kosten für energetische Sanierungen werden nicht voll auf die Mieter umgelegt.

Dieses Angebot gilt jedoch nur für Berlin. Dort müssen sich Mieter mit einem bestehenden Mietvertrag zunächst nicht vor steigenden Mietkosten fürchten. Fraglich ist, wie sich die Mietsteigerungen in den Jahren danach entwickeln werden. Zudem haben die beiden Konzerne dem Land Berlin 20.000 Wohnungen zum Kauf angeboten. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass sich unter den angedachten Kaufobjekten astbestbelastete Wohnungen befinden.

Volksbegehren gegen große Immobilienkonzerne

Beide Konzerne haben insbesondere in Berlin keinen guten Ruf. Vor allem die Deutsche Wohnen steht in der Kritik, die Mietpreise bis zum Äußersten auszureizen – bei mangelhafter Mieterkommunikation und Sanierungsrückständen. Beispielhaft dafür ist ihr Vorgehen nach dem Kippen des Mietendeckels. Während Vonovia auf eine Nachzahlung der zu wenig gezahlten Miete verzichtete, hatte die Deutsche Wohnen bereits angekündigt, die Nachzahlungen einzufordern. Gegen die Unternehmenspolitik und den spekulativen Immobilienmarkt in Berlin hat sich die Bürgerinitiative "Deutsche Wohnen & Co enteignen" gegründet, die Unterschriften für ein Volksbegehren zur Enteignung von Deutsche Wohnen und anderen Immobilienunternehmen mit mehr als 3.000 Objekten sammelt.

Wann findet die Vonovia-Übernahme statt?

Auf Verständnis können Vonovia und Deutsche Wohnen zumindest in Berlin also nicht hoffen. Ob die Übernahme der Deutsche Wohnen durch Vonovia zustande kommt, entscheiden zunächst die Anteilseigener von Deutsche Wohnen. Mindestens 50 Prozent müssen der Fusion zustimmen – an dieser Hürde scheiterte der letzte Übernahmeversuch durch Vonovia. Dieses Mal könnte es aber klappen, denn das Übernahmeangebot von 18 Milliarden ist reizvoll. Auch die Kartellbehörden müssen ihre Zustimmung geben. Das könnte insofern noch einmal spannend werden, als der gemeinsame Bestand von 550.000 Wohnungen deutschlandweit zwar nicht sehr stark ins Gewicht fällt, der neue Konzern aber einen Anteil von neun Prozent am Berliner Wohnungsmarkt hätte. Es gilt dann zu prüfen, ob dieser Anteil zu einer Beeinträchtigung des Wettbewerbs führen würde. Der Abschluss des Übernahmeangebots wird für Ende August angestrebt.

Update zur geplanten Übernahme: Fusion am 26.07.2021 für gescheitert erklärt

Deutschlands größter Immobilienkonzern Vonovia hat den dritten Übernahmeversuch von Deutsche Wohnen am 26.07.2021 für gescheitert erklärt. Das Übernahmeangebot konnte nicht vollzogen werden, weil Vonovia sich bis zum Ablauf der Annahmefrist statt der verlangten Quote von 50 Prozent nur 47,62 Prozent der Deutsche-Wohnen-Aktien sichern konnte.

Wie geht es jetzt weiter?

Um einen Zusammenschluss der beiden größten deutschen Wohnungskonzerne doch noch zu ermöglichen, will Vonovia nun einen höheren Preis anbieten. Geplant ist eine Erhöhung der Aktie auf 53 Euro. Allerdings ist für das neue Übernahmeangebot die Zustimmung der Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erforderlich, um die einjährige gesetzliche Sperrfrist aufzuheben. Einen entsprechenden Antrag bei der BaFin ist laut Vonivia in der Planung.

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