Krank im Urlaub: So retten Sie Ihre Urlaubstage | KLUGO
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Krankmeldung im Urlaub: Was es nun zu beachten gilt

Und schon ist es passiert: Der lang ersehnte Urlaub ist endlich da, man sitzt womöglich am Strand oder im Restaurant – und dann kommen die Bauchkrämpfe oder Zahnschmerzen. Was nun? Neben dem Wunsch, möglichst schnell wieder fit zu sein, stellt sich in einem solchen Fall bald die Frage, was zu tun ist, um die vergeudeten Urlaubstage zurückzubekommen.

Arbeitsrechtliche Lage bei Krankmeldungen im Urlaub

Unbeschwert verreisen, wer möchte das nicht? Spätestens wenn die Reise ins außereuropäische Ausland führt, denken die meisten Reisenden über einen zusätzlichen Versicherungsschutz nach. Doch mit einer Auslandskranken- und einer Reiserücktrittsversicherung sind mitunter nicht alle Sorgen passé, schließlich möchte man bei Krankmeldungen im Urlaub auch seine Urlaubstage zurückhaben. Damit dies gelingt, ist es wichtig, die rechtliche Lage zu kennen.

Grundsätzlich hat der Arbeitnehmer laut § 9 des Bundesurlaubsgesetzes das Recht, bei Krankheit im Urlaub die genommenen Urlaubstage zurückzubekommen, sofern er seine Erkrankung eindeutig nachweisen kann. Damit eine Krankheit im Urlaub auch arbeitsrechtlich anerkannt wird, muss der erkrankte Arbeitnehmer zudem seinen Anzeige- und Nachweispflichten nachkommen, die in § 5 des Entgeltfortzahlungsgesetzes geregelt sind.

Der erkrankte Urlauber muss Folgendes tun:

  • Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer ärztlich bestätigen lassen
  • Krankenkasse und Arbeitgeber informieren
  • Aufenthaltsort und Adresse mitteilen (bei Auslandsaufenthalten)
  • Daten des Schädigers durchgeben (bei Unfällen)

Wie Urlaubstage im Krankheitsfall nicht verloren gehen

Wird ein Arbeitnehmer im Urlaub krank, muss er zuallererst zum Arzt gehen, um sich die Arbeitsunfähigkeit bescheinigen zu lassen. Im Urlaub muss dies bereits am ersten Tag der Erkrankung passieren und nicht, wie sonst üblich, erst am dritten Tag. Anschließend sind sowohl Arbeitgeber als auch die Krankenkasse unverzüglich über den Krankheitsfall zu informieren. Außerdem ist beiden Stellen eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zuzuschicken – und zwar auf eigene Kosten. Hegt der Arbeitgeber daraufhin keine Zweifel am Vorliegen der Krankheit, verfällt der Urlaub nicht.

In jedem Fall bedeutet eine Krankheit im Urlaub nicht, dass sich die arbeitsfreie Zeit automatisch um die Krankheitstage verlängert. Der Urlaub endet zunächst am beantragten und stattgegebenen letzten Urlaubstag. Für die zurückerhaltenen Urlaubstage muss der Arbeitgeber einen neuen Urlaubsantrag stellen. In keinem Fall darf der Urlaub eigenmächtig verlängert werden, denn dies ist Selbstbeurlaubung und kann im schlimmsten Fall zur Kündigung führen.

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bei Krankheit im Urlaub

Grundsätzlich haben in- und ausländische Atteste den gleichen Beweiswert. Es muss allerdings explizit daraus hervorgehen, dass dem Erkrankten eine Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde und nicht lediglich Unwohlsein oder andere Beschwerden. Schließlich soll die Unfähigkeit des Arbeitnehmers, den vertraglichen Arbeitspflichten nachzukommen, eindeutig dokumentiert werden. Nur wenn dies klar und deutlich aus der Bescheinigung hervorgeht, stehen die Chancen gut, dass bei einer vorliegenden Krankheit im Urlaub die Urlaubstage zurückgerechnet werden.

Arbeitsrecht: Wenn der Arbeitgeber an der Wahrhaftigkeit der Erkrankung im Urlaub zweifelt

In manchen Fällen hegen Arbeitgeber mehr oder weniger berechtigte Zweifel an der tatsächlichen Erkrankung des Arbeitnehmers. Gründe hierfür können beispielsweise Zweifel an der Korrektheit der Bescheinigung, vorangegangene, abgelehnte Anträge auf Urlaubsverlängerung oder mehrmalige Krankmeldungen während des Urlaubs in der Vergangenheit sein. Der Arbeitgeber kann daraufhin den Medizinischen Dienst der Krankenkasse beauftragen, den Arbeitnehmer zu begutachten.

Sie fordern gerade wegen Krankheit im Urlaub Ihre Urlaubstage zurück und haben Probleme, Ihr Recht durchzusetzen? Dann kontaktieren Sie uns von KLUGO gern für eine kostenlose Erstberatung!