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Musterfeststellungsklage gegen VW – soviel erhalten Betroffene durch den Vergleich

Am 14. Februar waren die Vergleichsverhandlungen im Rahmen der vzbv-Musterfeststellungsklage gegen VW gescheitert, weil VW ein transparentes und für die Verbraucher sicheres Abwicklungsverfahren abgelehnt hat. Bei erneuten mehrtägigen Gesprächen ist nun doch ein Vergleich zustande gekommen: VW muss geschädigten Kunden demnach Entschädigungen über insgesamt ca. 830 Millionen Euro zahlen.

Wie sieht der in der Musterfeststellungsklage erzielte Vergleich genau aus?

VW hat sich mit dem vzbv darauf geeinigt, betrogenen Kunden ein individuelles Entschädigungsangebot zu machen. Hierbei soll die Höhe der jeweiligen Entschädigung durchschnittlich 14,9 Prozent des Kaufpreises betragen, also zwischen 1350 und 6257 Euro liegen – je nach Fahrzeugtyp und Modelljahr. Obwohl im Einzelfall sicher mehr rauszuholen wäre, kann die von VW angebotene Einmalzahlung als zufriedenstellender Ausgleich gewertet werden. Wer sich jedoch nicht auf den Vergleich einlassen möchte, hat die Möglichkeit, eine individuelle Entschädigungszahlung einzuklagen.

Erhalten alle Geschädigten ein individuelles Entschädigungsangebot?

Nein, von den rund 430.000 Teilnehmern der vzbv-Musterfeststellungsklage gegen VW sollen nur etwa 260.000 ein individuelles Entschädigungsangebot erhalten. Nicht berücksichtigt werden alle Verbraucher, die ihr Fahrzeug nach dem 31. Dezember 2015 gekauft oder zum Kaufzeitpunkt nicht in Deutschland gewohnt haben, weil die Entschädigungsberechtigung hier von den Einzelfällen abhängt. Sollten Sie zu den Verbrauchern zählen, die im Rahmen der Entschädigungsangebote im Dieselskandal nicht berücksichtigt werden, haben Sie aber gute Chancen, Ihre Ansprüche individuell durchzusetzen. KLUGO bietet Ihnen die Möglichkeit, unkompliziert, schnell und jederzeit eine telefonische Erstberatung bei einem erfahrenen Anwalt in Anspruch zu nehmen und so einen fundierten Überblick über Ihre Möglichkeiten für die weitere Vorgehensweise zu erhalten.

Was müssen Verbraucher nun konkret tun?

Ab dem 20. März erhalten, im Klageregister der vzbv-Musterfeststellungsklage eingetragene Verbraucher, auf einer Online-Plattform, ein individuelles Vergleichsangebot von VW. Außerdem soll ein Call Center für den Vergleich eingerichtet werden. Verbraucher haben das Recht, das jeweilige Angebot von einem Anwalt prüfen zu lassen. VW hat sich verpflichtet den in der Musterfeststellungsklage registrierten Betroffenen, 190 Euro für die Erstberatung zu bezahlen, wenn sie den Vergleich annehmen. Bei KLUGO ist die Erstberatung telefonisch möglich. Das gilt für jeden, unabhängig davon, ob der VW-Vergleich angenommen oder abgelehnt wird. Schon bis zum 20. April müssen sich Verbraucher für oder gegen das Vergleichsangebot entscheiden. Betroffene haben also nur knapp einen Monat Zeit, sich über das Angebot von VW Gedanken zu machen. Stimmen Verbraucher dem Vergleich zu, erhalten sie die Entschädigungszahlung von VW garantiert und sicher interhalb von 12 Wochen. Lehnen sie den Vergleich ab, können sie ihre Ansprüche bis zum 20. Oktober 2020 individuell einklagen. Die Abwicklung des Vergleichs übernimmt VW. Um die korrekte Durchführung des Vergleichs sicherzustellen, werden unabhängige Wirtschaftsprüfer stichprobenartig Kontrollen durchführen.

Update: Stand 22. April 2020

Die Frist zur Annahme des Vergleichsangebots von VW wurde bis zum 30. April verlängert. Aktuell haben etwa 200.000 Personen das Angebot angenommen und bei weiteren Betroffenen ist VW noch in der Abstimmung.

Update: Stand 8. Mai 2020

Die vzbv und der ADAC haben die Musterfeststellungsklage zurückgezogen, da die 235.000 Betroffenen den Vergleich angenommen haben.

VW hat es mit der Abwicklung des Vergleichs eilig

Dass es VW nach den erst gescheiterten Vergleichsverhandlungen nun so eilig hat, hat einen einfachen Grund: Am 5. Mai wird die erste Klage im Dieselskandal vor dem Bundesgerichtshof verhandelt. Ein mögliches Urteil kann für alle anderen Kläger eine Signalwirkung haben und endgültig für Rechtssicherheit sorgen. Deswegen ist es VW daran gelegen, im Vorfeld möglichst viele Vergleiche abzuwickeln und so individuelle Klagen zu verhindern.

Als Beteiligter der vzbv-Musterfeststellungsklage sollten Sie sich also unbedingt von einem Anwalt beraten lassen und individuell abwägen, ob Sie den Ihnen angebotenen Vergleich annehmen oder ablehnen. Gerne können Ihnen die Partner-Anwälte von KLUGO im Rahmen einer Erstberatung weiterhelfen. Im Anschluss entscheiden Sie selbst über die Beauftragung des Anwalts.

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