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Recht auf Homeoffice: Neue Gesetzesregelung geplant

Durch ein neues Gesetz soll das Arbeiten von zu Hause eine rechtlich verbindliche Basis erfahren. Dafür spricht sich Arbeitsminister Hubertus Heil aus – und stößt dabei auf den Widerstand der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (kurz: BDA). Allerdings sind es gerade die Arbeitnehmer, die an einer gesetzlichen Regelung interessiert sind: Studien zeigen, dass sie auch nach der Corona-Krise im Homeoffice bleiben wollen.

Bis jetzt kein Gesetz zum Homeoffice

Das Thema Homeoffice ist nicht neu, hat aber durch die weltweite Corona-Pandemie neuen Aufschwung erfahren. Gerade in den Wochen des Lockdowns hatten im Frühjahr dieses Jahres viele Arbeitnehmer den Arbeitsplatz in die eigenen vier Wände verlagert – und ihren täglichen Workflow von zu Hause aus erledigt. Untersuchungen zeigten: Immerhin jeder vierte Arbeitnehmer hatte während des Lockdowns im März den Arbeitsplatz vollständig ins Homeoffice verlegt.

Problematisch hat sich in diesem Zusammenhang erwiesen, dass es so gut wie keine gesetzlichen Regelungen gibt, die sich mit dem Thema Homeoffice beschäftigen. Das sorgt für eine unsichere Rechtslage und zu der Forderung, ein Homeoffice-Gesetz zu verabschieden.

Arbeitsminister Hubertus Heil hat ein derartiges Gesetz nun erneut auf die politische Agenda gesetzt. Zentrales Thema ist dabei unter anderem das Recht auf Homeoffice: Demnach soll es allen Arbeitnehmern möglich sein, dass sie im Homeoffice arbeiten, wenn sie das gerne möchten.

Ist die Idee zum Homeoffice-Gesetz durch die Corona-Pandemie entstanden?

Irrtümlich wird häufig angenommen, dass alleine durch Corona die Idee zum Homeoffice-Gesetz entstanden ist. Tatsächlich gab es aber bereits Anfang 2019 erste Planungen diesbezüglich – das Homeoffice-Gesetz ist somit kein Corona bedingter Gesetzesentwurf. Zum Vergleich: In anderen Ländern ist die Gesetzeslage hierzu weitaus fortgeschrittener – so gibt es in den Niederlanden schon seit Juli 2015 einen Rechtsanspruch auf die Tätigkeit im Homeoffice.

Was soll durch das Homeoffice-Gesetz geregelt werden?

Das Homeoffice-Gesetz soll insbesondere auch den Schutz von Arbeitnehmern im Homeoffice gewährleisten. Dazu zählt beispielsweise der Arbeitsschutz: Beim Homeoffice besteht nach Ansicht von Experten ein großes Risiko, dass Beruf und Privatleben nicht mehr ausreichend getrennt werden können und Arbeitnehmer dadurch rund um die Uhr arbeiten oder aber durchgehend erreichbar sind.

Eine wissenschaftliche Studie der Krankenkasse DAK hat das Arbeiten im Homeoffice nun näher unter die Lupe genommen und kommt ebenfalls zum Schluss, dass ein Gesetzentwurf rund ums Homeoffice absolut notwendig ist. Demnach können nur so die positiven Effekte in Zusammenhang mit der Arbeit zu Hause genutzt werden: Dazu zählen beispielsweise die höhere Produktivität, aber auch der reduzierte Stress und die bessere Life-Work-Balance.

Arbeitgebervertretungen lehnt den Gesetzesentwurf ab

Die Arbeitgebervertretungen wehren sich insbesondere gegen das Recht auf Homeoffice, das ebenfalls in dem Gesetzesentwurf einen Platz findet. Nach Ansicht der BDA führen derartige Vorgaben dazu, dass deutsche Unternehmen in ihrem Wachstum und in ihrer Flexibilität gebremst werden. Anzustreben sei vielmehr ein harmonisches Miteinander von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, um das mobile Arbeiten dort einzusetzen, wo es möglich und sinnvoll ist – und das möglichst ohne Regulierung durch gesetzliche Vorschriften. Hier werden auch Bedenken laut, da nicht jeder Arbeitsplatz ohne weiteres ins Homeoffice verlagert werden kann.

Klar ist aber bei allen widerstreitenden Positionen: Arbeit muss flexibler werden – auch völlig losgelöst von Corona oder anderen Krisen. Sie haben weitere Fragen zum Thema Arbeitsrecht oder zum Thema Homeoffice? KLUGO hilft Ihnen bei der Einschätzung Ihrer persönlichen Situation gerne weiter und vermittelt Sie hierfür an einen geeigneten Fachanwalt.

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