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Schadensersatz VW Diesel Urteil: Das sollten betroffene Kunden wissen

Der VW-Dieselskandal betrifft tausende von Kunden. Bislang war nicht abschließend geklärt, wie individuelle Entschädigungen für die Kunden aussehen und Ansprüche geltend gemacht werden können. Am 5. Mai 2020 hat sich der Bundesgerichtshof (BGH) zum ersten Mal mit dem Fall eines Kunden beschäftigt, der vom Abgasskandal betroffen ist. Der Kläger fordert angemessenen Schadensersatz.

Schadensersatz VW Diesel Urteil – so sieht der BGH die Situation

Der Fall des Klägers, der einen VW Sharan mit illegaler Abschalteinrichtung erworben hatte, kann Kunden von VW erstmals hoffen lassen, einen angemessenen Schadensersatz von VW durch das Urteil zu erhalten. Der BGH hat große Zweifel an den Argumenten von Volkswagen. Der Vorsitzende Richter ließ mitteilen, dass VW vorsätzlich sittenwidrig den Kunden geschädigt habe. Der Konzern habe zahlreiche Dieselfahrzeuge in den Verkehr gebracht, die bewusst mit einer illegalen Abschalteinrichtung ausgerüstet waren. Daher sei der Schadensersatzanspruch des Kunden durchaus begründet.

Welche Chance auf Schadensersatz kann das Urteil für VW-Kunden bringen?

Geschädigte VW-Kunden drängen schon lange nach individuellen Entschädigungen im Zuge des Dieselskandals. Viele Kunden pochen auf ihr persönliches Recht und wollen sich nicht mit einem Pauschalurteil zufrieden geben. Sollte das Urteil im aktuellen Fall für den Kläger ausfallen, öffnet es weiteren Klägern die Türe, Recht zugesprochen zu bekommen. Die Chance auf Schadensersatz für VW-Kunden wäre enorm. Es ist eine Welle von neuen Klagen zu erwarten, wenn das BGH-Urteil entsprechend ausfällt, sowohl gegen VW als auch gegen alle anderen betroffenen Fahrzeughersteller. Das Verfahren könnte als Präzedenzfall für weitere Urteile herangezogen werden.

Die Hintergründe des BGH-Verfahrens

Das aktuelle BGH-Verfahren lief zu Beginn der Verhandlungen ungünstig für die Volkswagen AG. Das Interesse der Medien war gewaltig und die Presse berichtete eindeutig, wie schlecht die Aussichten für VW scheinen. So titelte die Süddeutsche Zeitung: „Ein verheerender erster Verhandlungstag für VW“. Die Hintergründe des Verfahrens sind wie folgt: Der Kläger kaufte zum Jahresanfang 2014 von einem Autohändler einen gebrauchten VW Sharan mit Dieselmotor. Das Fahrzeug entsprach der Euro-5-Abgasnorm. Die Motorsoftware erkennt, ob das Fahrzeug auf einem Prüfstand dem Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ) unterzogen wird. Wenn dies der Fall ist, schaltet der Motor in einen sticktstoff-optimierten Zyklus. Befindet sich das Fahrzeug nicht auf einem Prüfstand schaltet der Motor dagegen in einen Modus, bei dem der Stickoxid-Ausstoß höher ist. Durch diese illegale Abschalteinrichtung ist die Erfüllung der Euro-5-Norm hinfällig. Nach Bekanntwerden dieses Zustands verpflichtete sich VW in diesem Zuge durch geeignete Software-Updates den Missstand zu beheben. Der Kläger hatte das Software-Update zum Jahresbeginn 2017 durchführen lassen. Er verlangt im Verfahren die Erstattung des Kaufpreises seines Fahrzeuges, zuzüglich Zinsen, gegen Rückgabe des VW Sharans. Nach Abweisung der Klage durch das Landgericht und einem Zuspruch des Kaufpreises mit Abschlag vom Oberlandesgericht hat nun der BGH erneut verhandelt.

Urteil: Schadensersatzklage erfolgreich

In der Schadensersatzklage vom 5. Mai 2020 ist am 25. Mai 2020 ein Urteil (VI ZR 252/19) gefällt worden. Das Urteil besagt, dass VW den Kläger sittenwidrig geschädigt hat. Der BGH in Karlsruhe sprach dem Kläger eine Entschädigung in Höhe von 25.616 Euro (plus Zinsen) für die Rückgabe seines manipulierten Pkw zu. Die Schadensersatzsumme entspricht dem Kaufpreis des Fahrzeugs abzüglich des Nutzungsentgeltes.

Welche Ansprüche und Chancen hat der Verbraucher

Wie bereits erwähnt, kann das neue Urteil hohe Chancen für weitere Verbraucher bergen, individuellen Schadensersatz geltend zu machen. Die Unterstützung bei den Ansprüchen durch einen Rechtsexperten ist zwingend notwendig, um die Chance zu nutzen, bei VW einen Schadensersatz zu fordern. KLUGO hilft Ihnen bei der Vermittlung eines passenden Fachanwalts.

Sie können als Verbraucher folgende Ansprüche geltend machen:

  • Rückgabe des Fahrzeugs gegen Kaufpreis
  • Rückgabe gegen einen Neuwagen
  • Schadensersatzzahlung für Ihren Wertverlust

Eine ausführliche Beratung durch einen Rechtsanwalt zeigt die verschiedenen Möglichkeiten des Schadensersatzes auf, die vor einer Klage detailliert betrachtet werden sollten. KLUGO vermittelt Ihnen schnell und unkompliziert den passenden Fachanwalt. Kontaktieren Sie uns.

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