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So optimieren Sie als familienfreundliches Unternehmen Ihre Attraktivität als Arbeitgeber

Die Zeiten, in denen sich ein Arbeitgeber lediglich durch eine gute Bezahlung auszeichnete, sind lange vorbei. Arbeitnehmer legen heute nicht nur Wert auf eine angemessene Lohnstruktur, sondern auch auf andere positive Effekte, die vom Unternehmen selbst ausgehen. Ganz wichtig ist dabei die Vereinbarkeit von Familie und Beruf – sie ist oftmals entscheidend bei der Bewertung der Arbeitgeberattraktivität. Als familienfreundlicher Unternehmer können Sie dabei unterschiedliche Maßnahmen und Strategien anwenden.

Sind deutsche Unternehmen familienfreundliche Arbeitgeber?

Das Problem des Fachkräftemangels in Deutschland ist hausgemacht: Für viele Familien mit Kindern stellt sich immer noch die Entweder-Oder-Frage, wenn es darum geht, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Familienfreundliche Arbeitgeber sind daher gefragt – und Unternehmen auf der Suche nach geeigneten Maßnahmen. Diese sorgen übrigens nicht nur für eine familienfreundliche Unternehmenskultur, sondern auch für mehr Erfolg beim Personalmarketing und bei der Besetzung offener Stellen. Eltern sind in ganz besonderem Maße daran interessiert, dass im Rahmen von Vereinbarkeitslösungen smarte Modelle für eine ausgeglichene Life-Work-Balance sorgen.

Die Statistik zeigt allerdings noch großen Handlungsbedarf, denn: Lediglich 24 Prozent der deutschen Unternehmen werden aus Arbeitnehmersicht als sehr familienfreundlich eingestuft. Diesen stehen auf der anderen Seite immerhin 19 Prozent an Unternehmen gegenüber, die sogar als nicht familienfreundlich eingeschätzt werden – ein Wert, den Unternehmen im eigenen Interesse optimieren sollten.

Welche Maßnahmen eignen sich, um eine familienfreundliche Unternehmenskultur zu schaffen?

Im Rahmen der unternehmerischen Freiheit ist es Entscheidungsträgern im Betrieb freigestellt, welche konkreten Maßnahmen sie ergreifen wollen, um das Unternehmen kinderfreundlicher zu gestalten. Hier haben sich unterschiedliche Modelle bewährt. Grundsätzlich stehen Unternehmen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.

Familienfreundlichkeit in Unternehmen

  • Regelungen zur Arbeit im Home-Office
  • Vertrauensarbeitszeit
  • Geldzuwendungen für neue Eltern
  • Wiedereinstiegsprogramme nach der Elternzeit
  • Betriebskindergarten
  • Eltern-Kind-Büro
  • Temporäre Betreuungsmodelle
  • Programme zum Gesundheitsmanagement
  • soziale Hilfsangebote
  • Zusammenarbeit mit Kindergärten & Kitas

Welche Maßnahmen werden in deutschen Unternehmen bereits umgesetzt?

In deutschen Unternehmen ist die Umsetzung der oben genannten Maßnahmen ganz unterschiedlich. Sie hängt insbesondere auch vom Unternehmen selbst ab – Großbetriebe weisen zum Teil deutlich mehr Firmen mit Kinderbetreuung auf als kleine und mittelständische Unternehmen (kurz: KMU). Allerdings ist die Zahl hier noch recht übersichtlich: 2019 gab es in Deutschland lediglich 742 Unternehmen mit Betriebskindergarten (Quelle: Statista).

Sehr viel häufiger wird in deutschen Unternehmen dagegen über Arbeitszeitmodelle und Home-Office-Regelungen eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf angestrebt. Mit dem aktuellen Ausbruch der COVID-19 Pandemie haben Home-Office Möglichkeiten wieder neuen Auftrieb bekommen und rücken nun auch unter diesem Gesichtspunkt verstärkt in Bewusstsein von Arbeitgebern und Arbeitnehmern.

Wer übernimmt die Kosten für betriebliche Maßnahmen zur Familienfreundlichkeit?

Mit zusätzlichen Maßnahmen sind immer auch Kosten verbunden. Ob Betriebskindergarten oder das Equipment für das Homeoffice – gerade das Unternehmen selbst ist gefragt, wenn es darum geht, die Kosten zu stemmen. Aktuell hat der Gesetzgeber dafür keine Förderprogramme vorgesehen. Damit liegt auch die finanzielle Verantwortung allein beim Unternehmen. Allerdings ist es möglich, die Mitarbeiter an den Kosten zu beteiligen.

Relevant wird das regelmäßig bei der betrieblichen Kinderbetreuung. Hier besteht zum einen die Option, Elternbeiträge zu erheben. Eine andere Möglichkeit ist es private Investoren einzuschalten, die beispielsweise im Rahmen eines Sponsorings finanzielle Unterstützung bieten können.

Wichtig zu wissen: Ob es direkt ein Betriebskindergarten sein muss oder ob sich andere Alternativen im Rahmen der betrieblichen Kinderbetreuung anbietet, können Unternehmer mit dem Förderlotsen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (kurz: BMFSFJ) herausfinden.

Welchen Gewinn haben Unternehmen von der Familienfreundlichkeit?

Konkret beziffern lässt sich der Profit, den Unternehmen aus den genannten Maßnahmen ziehen, sicher nicht. Dennoch sollte das Thema familienfreundliche Unternehmenskultur eine übergeordnete Relevanz erhalten. Unter Abwägung der individuellen Voraussetzungen im Unternehmen können hier auch kleine Schritte dazu führen, dass sich der Betrieb im Bereich Recruiting besser aufstellt. Das ist übrigens auch für die langfristige Bindung von Mitarbeitern von Bedeutung: Auch hier sind familienfreundliche Angebote ein gutes Mittel, um die Mitarbeiterbindung zu optimieren und einer zu hohen Fluktuation in der Belegschaft entgegenzuwirken.

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