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Urlaub im Corona-Risikogebiet: Was Sie beachten müssen

Wer Urlaub in einem Corona-Risikogebiet macht, muss laut Gesundheitsministerium keinen Urlaub für die folgende Quarantäne nehmen. Der Verdienst fällt laut Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums nicht aus, auch dann nicht, wenn das Ziel schon vor Reiseantritt als Risikogebiet festgelegt wurde.

Aktualisierungen der Reisewarnungen beachten

Das Auswärtige Amt aktualisierte zuletzt im August seine Covid-19-Reisewarnungen Reisen ins nicht-europäische Ausland. Aber auch wer innerhalb der EU reist, muss zeitnahe zur Abreise Informationen zum Infektionsgeschehen im jeweiligen Urlaubsland einholen.

Übersteigt die Zahl der Neuinfizierten in den jeweils letzten sieben Tagen 50 Fälle pro 100.000 Einwohner, wird die Region / Stadt als Risikogebiet eingestuft. Ein aktuelles Beispiel ist Belgien: Es liegt keine Reisewarnung für das ganze Land vor. Aufgrund der erhöhten Infektionsrate gilt aber aktuell eine Reisewarnung für die Hauptstadtregion Brüssel und die Provinz Antwerpen.

Wann gibt es in der häuslichen Quarantäne keinen Entgeltanspruch?

Wer seinen Urlaub in einem Corona-Risikogebiet antritt, der nimmt wissentlich in Kauf, dass er sich mit dem Virus infizieren kann. Das hat vor allem zur Folge, dass noch im Urlaubsort oder spätestens nach der Rückkehr ein Corona-Test durchgeführt wird, hier gelten die ländereigenen Bestimmungen.

In der Regel müssen sich außerdem alle Reisenden in eine häusliche Quarantäne begeben. Eine Rückkehr an den Arbeitsplatz ist erst nach Ablauf der Quarantänezeit bzw. nach dem Vorlegen eines negativen Corona-Tests möglich.

Gibt es die Möglichkeit im Homeoffice zu arbeiten, dann kann die betroffene Person direkt nach dem Ende der Urlaubszeit seine Arbeit wieder aufnehmen. Ist kein Homeoffice möglich, muss dafür weder Urlaub genommen werden, noch muss ein Verdienstausfall befürchtet werden. Dies wird durch das Infektionsschutzgesetz und die Quarantäneverordnungen der Länder geregelt. Da der Arbeitnehmer aufgrund behördlicher Anordnung für den Zeitraum der Quarantäne zu Hause bleiben muss, greift § 56 des Infektionsschutzgesetzes, worin eine Entschädigungsregelung enthalten ist, für die der Staat aufkommen muss.

Das können Sie tun, um Ärger mit dem Arbeitgeber zu vermeiden

Wer sich für den Urlaub wissentlich in ein Corona-Risikogebiet begibt, der muss sich vorab bewusst sein, dass eine anschließende Quarantänezeit ansteht. Der Arbeitgeber kann dem Angestellten in jedem Fall nicht verbieten, die Reise anzutreten, auch wenn es in ein Risikogebiet geht. Dennoch ist es empfehlenswert, vor Reiseantritt mit dem Arbeitgeber zu klären, ob für diesen Zeitraum die Möglichkeit besteht, im Homeoffice zu arbeiten, um das Arbeistverhältnis nicht zu gefährden. Ist es möglich, sollte das notwendige Equipment vorab nach Hause transportiert werden.

Urlaub kostenlos stornieren ohne Reisewarnung – geht das?

Wer sich dazu entschieden hat, die Urlaubsreise nicht anzutreten, der kann unter bestimmten Voraussetzungen den Urlaub auch ohne Reisewarnung kostenlos stornieren. Ein Urteil des Frankfurter Amtsgerichts (AZ 32 C 2136/20(18) besagt, dass eine kostenlose Stornierung des Urlaubs möglich ist, wenn „zu diesem Zeitpunkt bereits eine gewisse Wahrscheinlichkeit für eine gesundheitsgefährdende Ausbreitung des Corona-Virus im Reisegebiet bestand.“ Es muss also noch keine Reisewarnung vorliegen – wenn sie jedoch aufgrund von steigenden Infektionszahlen absehbar ist, kann dies ein hinreichender Grund für ein Storno sein.

Haben Sie arbeitsrechtliche Fragen zu Ihrem Urlaub und den möglichen Konsequenzen, die sich aus den Corona-bedingten Reisewarnungen ergeben? Kontaktieren Sie uns gern und nutzen Sie die telefonische Erstberatung durch einen Anwalt.

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