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Auf welche Arten von Fehlerquellen müssen Sie in Ihrem Arbeitszeugnis achten?

Infografik - Arbeitszeugnis erstellen.
Infografik - Arbeitszeugnis erstellen.

Arbeitszeugnisse bieten einen schier unerschöpflichen Fundus an Fehlerquellen, der sich in zwei Kategorien unterteilen lässt: die formalen und die inhaltlichen Mängel. Die Beurteilung, ob ein inhaltlicher Fehler vorliegt, stellt oft eine Gratwanderung dar. Bereits Nuancen in der Wortwahl können entscheidend sein. Grundsätzlich verbietet das deutsche Arbeitsrecht Negativbeurteilungen und sieht eine Verpflichtung des Arbeitgebers vor, ein wohlwollendes Zeugnis zu verfassen, das dem beruflichen Werdegang des Arbeitnehmers zumindest nicht schadet.

Um dieses Verbot zu umgehen, hat sich unter Arbeitgebern mittlerweile eine Art Geheimcode entwickelt: Mit scheinbar neutralen oder sogar positiven Formulierungen kann so eine abschätzige Aussage über den Arbeitnehmer getroffen werden. Hier finden Sie Hilfe bei der Erkennung von inhaltlichen Defiziten Ihres Arbeitszeugnisses. Formale Mängel hingegen lassen sich recht eindeutig identifizieren.

Sie können Ihr Arbeitszeugnis prüfen lassen, wir helfen Ihnen gerne weiter:

Wie erkenne ich Formfehler in meinem Arbeitszeugnis?

Formfehler in Arbeitszeugnissen sind teilweise offensichtlich. Insbesondere dann, wenn es sich um Grammatik- und Rechtschreibfehler handelt oder wenn das Dokument Durchstreichungen, Flecken oder Knicke enthält. In solchen Fällen müssen Sie tätig werden und Ihr Zeugnis beanstanden.

Weniger auffällig, aber nichtsdestotrotz verbesserungswürdig, sind Textpassagen, in denen Absätze oder Aufzählungen uneinheitlich formatiert sind oder wenn beispielsweise der Tempus ohne ersichtlichen Grund wechselt. Die Faustregel lautet: Zwischenzeugnisse werden im Präsens verfasst, Abschlusszeugnisse im Imperfekt.

Darüber hinaus ist das Schriftformerfordernis zu beachten: Ein Abschlusszeugnis in Form einer E-Mail oder eines Telefaxes ist inakzeptabel – Sie haben den Anspruch auf ein schriftliches, also von Ihrem direkten Vorgesetzten handunterschriebenes Arbeitszeugnis.

Ist der Aufbau Ihres Arbeitszeugnisses korrekt?

Ihr Arbeitszeugnis sollte mit dem Briefkopf Ihres Arbeitgebers versehen sein, auf dem Name und Anschrift des Ausstellers erkennbar sind. Wenn es im Geschäftszweig Ihres Arbeitgebers üblich ist, kann es auch auf dessen gebräuchlichem Geschäftspapier verfasst sein. Die Angabe Ihrer Anschrift im Briefkopf ist nicht nur überflüssig, sondern ein Grund zur Beanstandung. Hierdurch könnte der für sie nachteilige Eindruck erweckt werden, dass das Arbeitszeugnis Ihnen nach einer außergerichtlichen oder gerichtlichen Einigung über den Inhalt postalisch zugestellt wurde.

Dem klassischen Aufbau folgend sollte Ihr Arbeitszeugnis mit der entsprechenden Überschrift versehen sein (Zwischenzeugnis, Abschlusszeugnis, Ausbildungszeugnis, Praktikumszeugnis etc.). Dann sollten ein Einleitungsteil, die Unternehmensbeschreibung und eine konkrete Beschreibung Ihrer individuellen Tätigkeit folgen.

Sofern Sie ein qualifiziertes Zeugnis und nicht lediglich ein einfaches Zeugnis eingefordert haben, darf eine Leistungsbeurteilung nicht fehlen und ebenso wenig eine Beurteilung Ihres persönlichen bzw. sozialen Verhaltens gegenüber Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kunden (in genau dieser Reihenfolge). Idealer-, aber nicht zwingenderweise sollte Ihr Abschlusszeugnis eine Beendigungsformel enthalten, in der Ihrem Fortgang aus dem Unternehmen mit Bedauern begegnet wird und/oder Erfolgswünsche für die weitere Zukunft ausgedrückt werden. Am Ende sind noch Ort und Datum der Zeugnisausstellung sowie die Unterschrift des Zeugnisausstellers zu vermerken.

Wie können Sie Ihr Arbeitszeugnis korrigieren (lassen)?

Sollten Sie den Eindruck haben, dass Ihr Arbeitszeugnis nicht den Formerfordernissen entspricht oder es missverständliche oder widersprüchliche Formulierungen enthält, sollten Sie einen Fachanwalt für Arbeitsrecht mit der Überprüfung beauftragen. Wenn dieser zu dem Ergebnis kommt, dass der Aufbau oder Inhalt Ihres Arbeitszeugnisses korrekturbedürftig ist, sollte er Ihr Zeugnis berichtigen und Ihnen ein adäquates, wohlwollendes Arbeitszeugnis ausstellen.

Sie können Ihr Arbeitszeugnis prüfen lassen, wir helfen Ihnen gerne weiter:

Persönliches Gespräch mit dem Chef Außerdem empfiehlt es sich, das persönliche Gespräch mit dem direkten Vorgesetzten zu suchen. Missverständliche Formulierungen oder ein fehlerhafter Aufbau können sich in das Arbeitszeugnis einschleichen, ohne dass es dem Chef bewusst ist. Legen Sie Ihrem Vorgesetzten das zu Ihren Gunsten korrigierte Zeugnis vor, um zu einem einvernehmlichen Ergebnis zu kommen. Möglicherweise akzeptiert er die optimierte Fassung ohne Murren, da er weitere Auseinandersetzungen scheut oder Ihnen gar kein schlechtes Zeugnis ausstellen wollte.

Der Chef will nicht so wie Sie wollen Wenn Ihr Vorgesetzter eine Korrektur Ihres Arbeitszeugnisses ablehnt und auf die Ursprungsfassung besteht: Legen Sie schriftlich Widerspruch gegen Ihr Arbeitszeugnis ein und setzen Sie eine angemessene Frist zur Berichtigung, nicht zuletzt, um Unstimmigkeiten zu dokumentieren. Wenn Ihr Arbeitgeber innerhalb der von Ihnen gesetzten Frist nicht reagiert, bleibt Ihnen nur noch der Weg zu den Arbeitsgerichten. In diesem Fall legen Sie eine Zeugnisberichtigungsklage ein.

Beachten Sie in jedem Fall, dass die Frist zur Korrektur Ihres Arbeitszeugnisses maximal zehn Monate beträgt. Danach ist Ihrem ehemaligen Arbeitgeber eine Befassung mit dem leidigen Thema nicht mehr zuzumuten.

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