Mediation: Die außergerichtliche Konfliktlösung

Eine Mediation ist eine Möglichkeit, bereits entstandene Konflikte zu entschärfen und alle Interessen der Beteiligten einzubeziehen. Auch vor Gericht kann eine Mediation sinnvoll sein. Hier erfahren Sie, wie eine Mediation funktioniert.

Was hilft, wenn Konflikte sich verhärten?

Manchmal arten kleine Reibereien am Arbeitsplatz zu einem großen Konflikt aus; ein Streit zwischen zwei Nachbarn sorgt über mehrere Jahre für Ärger und Stress oder die Fronten zwischen zwei Familienmitgliedern verhärten sich zunehmend. Ein friedliches Zusammensein ist dann nur noch selten möglich. Dabei sind es zu Beginn oft Kleinigkeiten, die einen über Jahre andauernden Konflikt auslösen.

Die meisten Konflikte ließen sich vermeiden, wenn beide Streitparteien einmal in Ruhe miteinander reden würden. Doch häufig ist die Situation bereits so verfahren, dass ein klärendes und faires Gespräch zwischen den Streithähnen kaum noch möglich ist. Die Folgen sind neben Stress und Leid vor allem viel Ärger; und am Ende manchmal auch der Weg vor Gericht. Das kostet in der Regel nicht nur viel Geld, sondern vor allem auch Nerven.

Doch wie setzt man dem Konflikt ein Ende, wenn fast jedes Wort zu einem neuen Missverständnis führt? Der Weg vor Gericht ist in den seltensten Fällen wirklich nötig. Ein Rechtsstreit führt vielmehr zu einer weiteren Verhärtung der Fronten als zu einer versöhnlichen Einigung. Daher erweist sich die Mediation häufig als sinnvolle Lösung, um beide Parteien wieder an einen Tisch zu bekommen und sich noch größeren Ärger zu ersparen.

Mediation nach dem Mediationsgesetz


Das Mediationsgesetz sichert die ordnungsgemäße Umsetzung einer Mediation in einem juristischen Rahmen:

In Absatz (1) § 1 wird der Begriff der Mediation als ein vertrauliches und strukturiertes Verfahren definiert, mit dem Parteien eine Beilegung ihres Konfliktes erzielen wollen. Nach Absatz (2) ist der eingesetzte Mediator eine unabhängige und neutrale Person. Er leitet die Mediation, ist aber nicht für die Entscheidungsfindung zuständig.

§ 2 bestimmt, dass die Parteien den Mediator festlegen. Dieser muss sichergehen, dass die Parteien das Verfahren verstanden haben. Er muss außerdem beiden Parteien gleichermaßen verpflichtet sein.

Was ist eine Mediation?

Eine Mediation ist ein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren, in dem ein neutraler Dritter – ein Mediator – zwischen zwei zerstrittenen Parteien vermittelt. Ziel einer Mediation ist es, die Interessen und Bedürfnisse beider Konfliktparteien zu erkennen und gemeinsam eine für beide Seiten zufriedenstellende Lösung zu entwickeln. Dabei ist es besonders wichtig, dass der Mediator als neutrale Person agiert und beide Seiten gleichermaßen fair behandelt.

Eine neutrale Person kann natürlich auch ein gemeinsamer Freund sein, der beide Seiten gut kennt und genau weiß, wo er anzusetzen hat. Die bessere und professionellere Variante ist die Hinzunahme eines ausgebildeten Mediators. Dieser bringt neben dem Vorteil der absoluten Neutralität auch das entsprechende Fachwissen mit, welchem es bedarf, um beide Streitparteien zu einer gütlichen Einigung zu bewegen.

Eine Mediation ist wissenschaftlich anerkannt. Ein professioneller Mediator ist neutral und vermittelt zwischen den Parteien. Das Ziel ist eine Lösung, die für alle Beteiligten zufriedenstellend ist. Ein Mediator kann auch ein gemeinsamer Freund sein. Die bessere Variante ist allerdings der ausgebildete Mediator.

Wie funktioniert eine Mediation?

Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Mediation ist, dass beide Streitparteien noch Redebereitschaft zeigen, also grundsätzlich offen für die Meinung des Anderen sind. Der Mediator übernimmt die Leitung des Gesprächs und versucht im Verlauf des Verfahrens eine Zusammenführung und letztendlich eine Einigung beider Seiten zu erwirken. Dabei setzt er Konfliktlösungs- und Gesprächsführungsstrategien ein und erarbeitet die Interessen der beiden Parteien systematisch.

In der Regel ist eine Mediation in verschiedene Phasen gegliedert:

  • Vorbereitung und Mediationsvertrag
  • Themen und Informationssammlung
  • Interessensklärung
  • Kreative Ideensuche
  • Auswahl und Bewertung von Optionen
  • Mediationsverfahren und Umsetzung

Am Ende des Verfahrens steht die schriftliche Vereinbarung, in der die erarbeiteten Konfliktlösungsoptionen festgehalten werden. Diese Vereinbarung ist für beide Konfliktparteien bindend. Häufig kann durch eine Mediation der Gang zum Rechtsanwalt oder gar vor Gericht vermieden werden. Das spart nicht nur bares Geld, sondern verbessert in den meisten Fällen auch die Beziehung der beiden Streitparteien und bringt Vertrauen sowie gegenseitige Akzeptanz zurück.

klugo tipp

Sollten Sie sich nicht außergerichtlich einigen können, lohnt es sich, auf einen fachkundigen Anwalt zu vertrauen. Informieren Sie sich gerne in unserer kostenlosen Erstberatung über weitere Schritte.

Abschließend fassen wir noch einmal zusammen, was Sie über eine Mediation wissen sollten:

  • Eine Mediation ist eine wissenschaftlich anerkannte Methode. Sie wird von einer neutralen, dritten Person durchgeführt und hat den Zweck, eine Einigung im Streitfall zu erzielen.
  • Eine Mediation sollte am besten durch einen professionellen Mediator mit entsprechender Ausbildung durchgeführt werden.
  • Die Mediation besteht aus verschiedenen Phasen. Am Ende wird die Konfliktlösung schriftlich festgehalten.

Bei Fragen zum Thema Mediation helfen wir Ihnen gerne im Rahmen einer kostenlosen Erstberatung weiter. Unsere kompetenten Fachanwälte stehen Ihnen dabei mit juristischem Rat zur Seite und unterstützen Sie bei allen Anliegen.

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