Fluggastrechte: Ihre Ansprüche bei Flugstörungen

Als EU-Bürger können Sie beim Fliegen Rechte geltend machen, welche nicht auf Ihr eigenes Verschulden zurückzuführen sind. Zu beachten ist, dass es zu Flugunregelmäßigkeiten kommen kann, die per Gesetz keinen Entschädigungsanspruch begründen.

Welche Rechte können Sie als Fluggast geltend machen?

Sollte Ihr gebuchter Flug eine mehrstündige Verspätung haben oder sogar gänzlich entfallen, ist Ihre Fluggesellschaft in den meisten Fällen verpflichtet, eine Umbuchung entsprechend Ihrer Reiseroute vorzunehmen. Handelt es sich bei Ihrer Flugstörung um eine Überbuchung, ist dies ebenso nicht Ihnen zuzuschreiben und kann bei der entsprechenden Airline angezeigt werden.

Dennoch gibt es Umstände, bei denen die Fluggesellschaft nicht in die Verantwortung gezogen werden kann und Sie dementsprechend auch keine Entschädigung erwarten können. Diese außergewöhnlichen Störungsumstände können durch Naturgewalten und Extremwetterlagen (etwa Erdbeben oder Orkane) bedingt sein, aber auch durch Mitarbeiterstreiks. Häufig sind Luftfahrtunternehmen in solch einem Fall gesetzlich geschützt und müssen keine Entschädigung leisten. Zudem gelten technische Defekte der Flugzeuge meist nicht als Entschädigungsgrund.

Diese Flugstörungen können in den meisten Fällen geltend gemacht werden:

  • Mehrstündige Verspätung
  • Nichtbeförderung (z. B. aufgrund von Überbuchung)
  • Flugausfall

Diese Flugstörungen, auch außergewöhnliche Umstände genannt, werden in den meisten Fällen nicht entschädigt:

  • Naturgewalten und Unwettersituationen (Erdbeben, Orkan)
  • Technische Störung des Flugzeuges
  • Politische Unruhen (z. B. Gewerkschaftsstreik)

Die Fluggastrechte-Verordnung regelt Ihre Ansprüche

Im Jahr 2005 trat die Verordnung bezüglich aktueller Rechtsakte des Flugrechts in Kraft. Diese kann auf alle in der EU durchgeführten Flüge angewendet werden. Zudem gilt sie für Flüge, deren Fluggesellschaften ihren Sitz in der Europäischen Union haben und als Ziel ein EU-Land anfliegen. Die Gesetzesgrundlagen der Verordnung können nicht auf Flüge aus Drittländern angewendet werden, auch wenn ein EU-Land als Reiseziel gilt. In solch einem Fall können Sie, wenn überhaupt, auf Verordnungen des Reiserechts plädieren. Es ist jedoch zu beachten, dass Ihre Chance, eine Entschädigung zu erzielen, eher gering ausfällt, da das Reiserecht gegenüber dem Fluggastrecht niedrigere Standards zum Schutz der Gäste vorsieht.

Um Ansprüche aufgrund einer Flugunregelmäßigkeit geltend machen zu können, müssen Sie sich immer direkt mit Ihrem Flugunternehmen in Verbindung setzen. Der Flughafen haftet nicht für aufkommende Entschädigungsansprüche.

Artikel 1 der Fluggastrechte-VO


Dieser legt die Mindestrechte jedes Fluggastes fest, die ihm nach der europäischen Fluggastrechte-Verordnung zustehen. Dabei handelt es sich um die Nichtbeförderung gegen Ihren Willen, eine Annullierung des Fluges oder die Verschiebung der Abflugzeit.

Mit welchen Entschädigungen können Sie rechnen?

Flugrechte sollen Fluggäste entschädigen, die ihre geplante Reiseroute aufgrund von Flugunregelmäßigkeiten nicht oder nur unvollständig antreten konnten. Neben finanzieller Entschädigung stehen Ihnen bei längerer Wartezeit am Flughafen zudem weitere Ansprüche zu. Ihre Fluggesellschaft ist in der Pflicht, Sie bei Flugstörungen mit Betreuungsleistungen wie Essen, Trinken und Telefongesprächen zu versorgen, damit Sie Ihre Wartezeit angemessen überbrücken können.

Sollte sich Ihr Flug um mehr als 180 Minuten verspätet haben, können Sie je nach Verspätungsdauer und Flugdistanz einen finanziellen Ausgleich von 250 bis 600 Euro erwarten. Handelte es sich sogar um eine Flugverschiebung auf den nächsten Tag , ist Ihre Airline dazu verpflichtet, anfallende Übernachtungskosten in einem Hotel zu übernehmen. Wird Ihnen kein Hotelzimmer vermittelt, dürfen Sie selbstständig ein angemessenes Zimmer buchen und die Rechnung bei Ihrem Flugunternehmen vorlegen. Die Kosten werden jedoch nur übernommen, wenn Sie sich für ein Standardzimmer entscheiden und nicht in einem hochpreisigen Hotel einchecken.

Was passiert bei einem Flugausfall?

Wurde Ihr Flug gänzlich annulliert, haben Sie dennoch ein Recht auf Beförderung. Ihre Fluggesellschaft muss Ihnen in diesem Fall eine alternative Flugreise zur Verfügung stellen. Zudem können Sie einen Ausgleich von bis zu 600 Euro je nach Flugdistanz erwarten. Lassen Sie sich hierbei nicht mit Flugmeilen, Gutscheinen oder sonstigen Angeboten abspeisen und beharren Sie auf eine Auszahlung oder einen Scheck.

klugo tipp

Fürchten Sie keine hohen Anwaltskosten: Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob Ihnen finanzielle Ansprüche aufgrund einer Flugstörung zustehen, nehmen Sie einfach unsere kostenlose Erstberatung wahr und wir überprüfen Ihre Flugrechte.

Zusammengefasst sollten Sie folgende Schritte befolgen, wenn Sie als Fluggast Ansprüche geltend machen möchten:

  • Prüfen Sie, ob es sich um eine Flugstörung handelte, welche nicht in die Kategorie „außergewöhnliche Umstände“ fällt.
  • Nehmen Sie direkt Kontakt mit der entsprechenden Fluggesellschaft auf und geben Sie sich auf keinen Fall mit Bonusmeilen zufrieden.
  • Sollten Sie eine Pauschalreise gebucht haben, sollten Sie sich zudem an Ihren zuständigen Reisebegleiter wenden. Neben Fluggastrechten stehen Ihnen auch Rechte gegenüber Ihrem Reiseveranstalter zu, um eine anteilige Pauschalkostenerstattung zu erwirken.

Bei etwaigen Rechtsfragen können Sie zudem unsere kostenlose Erstberatung in Anspruch nehmen. Wir klären Sie umfangreich über Ihre Flugrechte auf und beraten Sie gerne auch in anderen Rechtsgebieten. Bei uns finden Sie schnellen Rat – kompetent und zuverlässig!

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