Rechtliche Fakten zur Flugbuchung und -stornierung

Manchmal ist die Urlaubszeit alles andere als entspannend. Dabei kann der Ärger bereits beginnen, ehe der Flieger überhaupt in die Lüfte abhebt. Wir liefern Ihnen rechtliche Fakten rund um das Thema Flugstornierung.

Flugstornierung aus persönlichen Gründen

Fluggastrechte schützen den Passagier vor Flugausfällen und damit verbundenen finanziellen Verlusten. Hierbei muss jedoch unterschieden werden, ob die Stornierung von der Airline oder Ihnen als Passagier ausgeht. Während eine Stornierung seitens der Airline zu Entschädigungsansprüchen Ihrerseits führt, müssen Sie bei einer privaten Flugstornierung einiges beachten, um das bereits aufgewandte Geld zurückzuerhalten.

Problematik bei der Kostenrückerstattung

Wenn Sie Ihren geplanten Flug aus persönlichen Gründen, wie etwa einem Trauerfall oder einer Erkrankung, nicht antreten können, haben Sie die Möglichkeit, diesen zu stornieren. Die Regelungen, die hierbei greifen, sind jedoch von Airline zu Airline unterschiedlich, sodass keine einheitliche Kostenrückerstattung erfolgt. In jedem Fall können Sie jedoch bei der Stornierung des Beförderungsvertrags, den Sie mit Buchung des Tickets eingegangen sind, mit der Erstattung folgender Posten rechnen:

  • Etwaige Flughafengebühren
  • Im Preis inkludierte Steuern
  • Ggf. Sicherheits- und Kerosinzuschläge

Die Erstattung des reinen Ticketpreises ist jedoch in vielen Fällen pauschal in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) ausgeschlossen. Bei Airlines, die eine vollständige Rückerstattung anbieten, wird für die Flugstornierung meist eine so hohe Gebühr gefordert, dass sich der bürokratische Aufwand aus finanzieller Sicht in den seltensten Fällen lohnt.

Ein Blick in den AGB-Dschungel: Bei der Fluggesellschaft Ryanair ist eine Stornierungsmöglichkeit ausgeschlossen. Einzige Ausnahme ist, wenn ein naher Familienangehöriger verstorben ist. In diesem Fall erfolgt eine vollständige Kostenrückerstattung. easyJet hingegen bietet Stornierungen mit vollständiger Erstattung aller Kosten innerhalb von 24 Stunden nach der Buchung an. Bei Lufthansa gelingt eine Stornierung bis zu 24 Stunden vor der Reise – allerdings wird hierbei je nach Tarif nur ein geringer Prozentsatz erstattet.

klugo tipp

Wir raten Ihnen, sich vor der Buchung mit den jeweiligen Storno-Bedingungen der Airline auseinanderzusetzen. Gegebenenfalls bietet sich bei hohen Flugticketpreisen eine Reiserücktrittsversicherung an, damit Sie im Fall der Fälle finanziell abgesichert sind.

Gesetzesgrundlage zu Erstattungen und Stornogebühren

Die Kostenrückerstattung bei der Stornierung einer Reise ist Grundlage vieler Rechtsstreitigkeiten, die nicht selten vor Gericht enden. Hierbei wird in den meisten Fällen Bezug auf folgenden Paragrafen genommen:

Anspruch auf Rückerstattung, §649 BGB


Absatz (1) besagt, dass der geschlossene Werkvertrag jederzeit durch den Besteller gekündigt werden kann. In Absatz (2) ist geregelt, dass der Unternehmer (in diesem Fall die Airline) die vertraglich festgehaltene Vergütung verlangen kann, allerdings muss er hiervon die Aufwendungen abziehen, die er durch die Aufhebung des Vertrags einsparen konnte.

Außerdem gilt laut Urteilsspruch des Frankfurter Landgerichts (Az. 2-24 S 152/13, 24 S 152/13), dass die Airline bei Wiederverkauf der stornierten Tickets den gesamten Ticketpreis erstatten muss, da sie auf diesem nicht sitzen geblieben ist. Zudem sind Stornogebühren, die gerne als Bearbeitungspauschale veranschlagt werden, laut deutscher Rechtsprechung nicht gestattet.

Sie können den Werkvertrag mit der Fluggesellschaft jederzeit kündigen. Außerdem haben Sie einen Anspruch darauf, dass Ihnen Steuern und Gebühren erstattet werden. Bei einem Rechtsstreit haben Sie zudem gute Chancen, auch den Ticketpreis erstattet zu bekommen, wenn Ihr Platz im Flugzeug zum identischen Preis von einem anderen Passagier eingenommen wurde.

Das korrekte Vorgehen, um einen Flug zu stornieren

Müssen Sie einen Flug stornieren, sollten Sie folgende Schritte einhalten:

  • Stornieren Sie den Flug so früh wie möglich, damit die Fluggesellschaft Ihren Platz noch anderweitig vergeben kann und Sie folglich eine höhere Chance haben, den vollen Flugpreis erstattet zu bekommen.
  • Prüfen Sie in den AGB Ihrer Fluggesellschaft, welche Bedingungen hinsichtlich der Stornokosten und -optionen dem Vertrag zugrunde liegen.
  • Sind die Regelungen nicht klar formuliert, wenden Sie sich an die Hotline der Airline.
  • Nutzen Sie am besten ein Musterschreiben, um die Erstattung der Steuern und Gebühren bei der Fluggesellschaft einzufordern.
  • Nutzen Sie die kostenlose Erstberatung durch erfahrene KLUGO-Anwälte, um Ihre Forderungen durchzusetzen.

Flugstornierung durch die Airline

Ist die Fluggesellschaft dafür verantwortlich, dass ein Flug ausfällt, können Sie mit einer finanziellen Entschädigung, deren Höhe von der Flugdistanz abhängt, rechnen. Außerdem haben Sie Anspruch auf einen Ersatzflug sowie auf eine Verpflegung während der Wartezeit. Verzögert sich der Abflug deutlich, muss Ihnen über Nacht zudem eine Unterkunft zur Verfügung gestellt werden. Ist die Störung, die zum Ausfall des Fluges führte, durch eine Ursache höherer Gewalt bedingt, die nicht in der Verantwortung der Airline liegt, bestehen für Sie keine finanziellen Entschädigungsansprüche.

Haben Sie weitere Fragen zum Reiserecht, können Sie sich auf die Expertise von KLUGO verlassen. Im Rahmen einer kostenlosen Erstberatung helfen wir Ihnen, damit Sie bestens über Ihre Fluggastrechte informiert sind.

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