Nebeneinander fahren auf dem Fahrrad | KLUGO
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Wann ist das Nebeneinanderfahren bei Radfahrern erlaubt?

Die Verkehrsregeln mit dem Auto sind allen Fahrern gut bekannt, schließlich werden sie in der Fahrschule ausführlich durchgenommen, erklärt und gelernt. Mit den offiziellen Straßenverkehrsregeln für Radfahrer sieht das schon anders aus. Zwar gelten auch Verkehrsregeln auf dem Fahrrad, doch was genau erlaubt ist und was nicht, ist selbst vielen nicht klar, die sich regelmäßig aufs Rad schwingen. Es kommt immer wieder zu Rechtsirrtümern im Straßenverkehr.

Wie haben sich Fahrradfahrer im Straßenverkehr zu verhalten?

Grundsätzlich gilt die Regel, dass Fahrradfahrer hintereinanderfahren müssen. Ausnahmen sind nur gestattet, wenn der restliche Verkehr nicht behindert wird (§ 2 Abs. 4 Straßenverkehrsordnung (StVO)). Das heißt, wenn Sie zu zweit nebeneinander fahren, müssen Autos noch genauso gut überholen können, wie wenn Sie hintereinander radeln würden. Dies ist beispielsweise auf sehr breiten Kreisstraßen mit einer separaten Überholspur der Fall. Da es sich bei der Behinderung des Verkehrs immer auch um eine subjektive Auslegungssache handelt, sollten Sie im Zweifelsfall lieber kein Risiko eingehen.

Ob Sie für Autos ein Verkehrshindernis darstellen, hängt meist einerseits von der Breite der Fahrbahn und andererseits von der zulässigen Höchstgeschwindigkeit ab. In verkehrsberuhigten Bereichen, wo niemand schneller als Schrittgeschwindigkeit fahren darf, dürfen Autos auch nicht überholen. Das Nebeneinanderfahren ist hier also in der Regel problemlos. In Tempo-30-Zonen sollten Sie auf eine ausreichende Straßenbreite achten. Hier können Sie nebeneinander fahren, wenn Autos Sie noch mit dem vorgegebenen Sicherheitsabstand von 1,50 Metern überholen können. Ab Tempo 50 können Sie generell von einer Behinderung des Verkehrs durch nebeneinander Radelnde ausgehen.

Achten Sie darauf, dass Sie als Radfahrer in jedem Fall den Radweg nutzen, falls einer vorhanden ist. Dort dürfen Sie dann auch beliebig nebeneinander fahren. Auf normalen Straßen sind selbst im Idealfall nicht mehr als zwei Radfahrer nebeneinander erlaubt. Kommt es zu einer Verkehrsbehinderung oder gar einem Unfall, drohen Ihnen Bußgelder zwischen 20 und 30 Euro. Liegt nur eine potentielle Behinderung vor, kommen Sie meist mit 15 Euro Strafe davon. In jedem Fall gilt: Nur der in zweiter Reihe Fahrende wird zur Kasse gebeten. Wer in der Nähe des Fahrbahnrands radelt, hat schließlich alles richtig gemacht.

Für Fahrradfahrer gelten Ausnahmen bei den Verkehrsregeln

Während Sie das Nebeneinanderfahren im normalen Straßenverkehr besser vermeiden sollten, gibt es einige Ausnahmen, in denen es uneingeschränkt erlaubt ist. Dazu gehören sowohl speziell ausgeschilderte Fahrradstraßen als auch eine Sonderregelung, die sich auf geschlossene Verbände bezieht. Diese bestehen, sobald eine feste Gruppe aus mehr als fünfzehn Radfahrern zusammen unterwegs ist (§ 27 Abs. 1 StVO). Sie gelten dann als ein Verkehrsteilnehmer und dürfen paarweise nebeneinander fahren. Außerdem muss nicht jeder im Verband seine selbstständigen Halte- und Wartepflichten einhalten (Landgericht Verden, vom 02.02.1989, Az. Ns Ds 2 Js 10396/88). Das heißt, wenn die Spitze über eine grüne Ampel fährt, darf der Rest noch folgen, auch wenn sie bereits rot ist.

Sie haben eine Strafe fürs Nebeneinanderfahren oder einen sonstigen Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung erhalten? Nutzen Sie die kostenlose Erstberatung von KLUGO: Unsere Rechtsanwälte prüfen Ihren Einzelfall und helfen bei der Einschätzung, ob Sie den Beschluss anfechten sollten.