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Unberechtigte Kreditkartenabbuchungen: Das können Sie jetzt tun

Sie gehen wie immer Ihre Kreditkartenabrechnung durch und stolpern plötzlich über einen Betrag, der Ihnen unbekannt ist. Wenn es sich um eine kleine Summe handelt, sehen Sie vielleicht darüber hinweg, vielleicht wurde aber auch eine unübersehbar große Summe abgebucht. Es gibt verschiedene Arten von Kreditkartenbetrug, gegen die Sie aber immer rigoros vorgehen sollten.

Wie kommt es zu unberechtigten Kreditkartenabbuchungen?

Wenn Sie Ihre Kreditkartenabrechnung erhalten, sollten Sie diese immer umgehend auf Unregelmäßigkeiten kontrollieren. Schauen Sie dabei nicht nur auf größere Summen, die mit der Kreditkarte bezahlt wurden: Betrüger haben oftmals die Strategie, zunächst kleinere Summen abzurechnen, um zu überprüfen, ob der Karteninhaber diese bemerkt, später folgen größere Summen.

Dabei handelt es sich um klassischen Kreditkartenbetrug, der aber über einen längeren Zeitraum unbemerkt bleiben kann. Anders ist es, wenn Ihnen die Kreditkarte gestohlen wurde oder Sie diese verloren haben. Dann wissen Sie sehr gut um die Gefahr von unzulässigen Abbuchungen, weshalb Sie Ihre Kreditkarte umgehend sperren lassen sollten.

Zu den häufigsten Arten der unberechtigten Kreditkartenabbuchungen gehören die folgenden:

  • Kreditkarte wurde von Dritten für Käufe genutzt
  • doppelte Belastung eines Betrags
  • falsche Rechnungshöhe
  • unbekannter Zahlungsempfänger
  • Zahlung bei unterbliebener Warenlieferung

Wer viel in Online-Shops bestellt, kann schnell den Überblick verlieren, wann welche Ware eingetroffen ist, ob sie retourniert oder angenommen wurde. Ein guter Überblick über die eigenen Finanzen ist hier empfehlenswert, denn die Rückbuchungsfrist der unrechtmäßigen Kreditkartenabbuchung liegt nach der Zahlungsdiensterichtlinie bei acht Wochen. Nach dem Ende dieser Frist gibt es keinen Rechtsanspruch auf Rückerstattung mehr.

Wie gehen Sie bei einer unberechtigten Abbuchung vor?

Sobald Sie eine unberechtigte Kreditkartenabbuchung feststellen, sollten Sie Ihr Finanzinstitut darüber informieren und die Kreditkartenabbuchung stornieren lassen. Dazu müssen Sie zumeist einen Widerspruch gegen die jeweilige Zahlung, entweder per Formular oder im Rahmen Ihres Online-Bankings, einlegen. Um eine Rückbuchung über Ihre Kreditkarte – das sogenannte Chargeback – zu erhalten, sollten Sie dem Widerruf alle Nachweise beifügen, die den Sachverhalt genauer erklärt. Wurden Sie beispielsweise Opfer eines Kreditkartenbetrugs, sollten Sie Anzeige bei der Polizei erstatten. Die Anzeige kann dem Widerruf beigefügt werden.

Hat ein Händler unrechtmäßig einen Betrag doppelt abgerechnet, können Sie auch direkt mit diesem ins Gespräch gehen. Sieht er den Fehler ein und willigt er in die Stornierung einer der beiden Kreditkartenabbuchungen ein, dann schicken Sie die schriftliche Bestätigung über die Einigung dem Widerruf mit.

Schwieriger liegt der Fall, wenn ein Familienmitglied oder der Ex-Partner die Kreditkarte unrechtmäßig genutzt hat, um Ihnen vielleicht bewusst einen Schaden zuzufügen. In diesen Fällen kann es neben einer Anzeige sinnvoll sein, sich mit einem Anwalt über das weitere Vorgehen zu beratschlagen. KLUGO vermittelt Ihnen gern einen Anwalt für eine Erstberatung.

So schützen Sie sich vor Kreditkartenbetrügern

Setzen Sie sich bei rechtswidrigen Abbuchungen unbedingt mit Ihrem Finanzinstitut in Verbindung und besprechen Sie das weitere Vorgehen. Handelt es sich bei der unberechtigten Kreditkartenabbuchung um einen Kreditkartenbetrug, wird Ihre Karte wahrscheinlich gesperrt und Sie erhalten von Ihrem Finanzinstitut eine neue Kreditkarte. Es ist zudem möglich, einzelne Verbindungen sperren zu lassen, damit ein Täter nicht wiederholt Beträge unrechtmäßig abbuchen kann.

Zudem ist es sinnvoll, das eigene Kaufverhalten zu hinterfragen: Kaufen Sie online nur bei Anbietern, die möglichst vertrauensvoll erscheinen und im besten Fall ein Sicherheitszertifikat tragen. Achten Sie auch auf Online-Bewertungen früherer Käufer. Geben Sie außerdem niemals Ihre Kreditkartendaten weiter. Gerichte sind oftmals mit Fällen konfrontiert, in dem Bekannte und Familienangehörige die Kreditkarte des Partners missbrauchen. Der Nachweis über die unrechtmäßige Datennutzung ist dann oftmals schwierig.

Wenn auch Sie Opfer von Kreditkartenbetrug geworden sind oder Fragen zu unberechtigten Kreditkartenabbuchungen haben, dann vereinbaren Sie mit KLUGO gern eine Erstberatung mit einem Anwalt.

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Dann nutzen Sie einfach die KLUGO Rechtsberatung. Die Rechtsberatung ist ein Telefongespräch mit einem zertifizierten Anwalt aus unserem Netzwerk.