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Gesetzliche Vorschriften, Fristen & Verbindlichkeiten Urlaubsplanung: Deine Rechte, Fristen & was dein Chef wirklich darf

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Die Urlaubsplanung wirft jedes Jahr viele Fragen auf: Wie viel Urlaub steht mir gesetzlich zu? Wann darf ich frei nehmen – und wann darf mein Arbeitgeber den Urlaub ablehnen oder vorschreiben?

Hier erfährst du, welche gesetzlichen Regeln für die Urlaubsplanung gelten, wann dein Arbeitgeber eingreifen darf und wie du Konflikte vermeidest.

von KLUGO
20.01.2026
6 Min Lesezeit

Urlaubsplanung ☝️ Das Wichtigste in Kürze

  • Nach dem Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) hast du Anspruch auf mindestens 24 Werktage bezahlten Urlaub pro Jahr. Tarif- oder Arbeitsverträge können längeren Urlaub vorsehen.

  • Dein Arbeitgeber kann eine frühzeitige Urlaubsplanung verlangen, muss deine Wünsche aber fair berücksichtigen.

  • Eine pauschale Ablehnung ohne Begründung ist nicht erlaubt.

  • Bei Überschneidungen gilt soziale Rücksichtnahme: Eltern schulpflichtiger Kinder oder Mitarbeitende mit gesundheitlichen Gründen haben oft Vorrang.

  • Eine frühzeitig Planung erhöht deine Chancen auf den Wunschurlaub.

Dein gesetzlicher Urlaubsanspruch nach dem Bundesurlaubsgesetz

Nach § 3 BUrlG hast du Anspruch auf mindestens 24 Werktage bezahlten Urlaub pro Jahr, also vier Wochen bei einer 6-Tage-Woche. Arbeitest du weniger Tage, wird dein Anspruch anteilig berechnet.

In vielen Arbeits‑ oder Tarifverträgen steht dir mehr Urlaub zu. Häufig 28 bis 30 Tage jährlich.

Wichtig:

  • Dein voller Urlaubsanspruch entsteht meist erst nach sechs Monaten Beschäftigungszeit.

  • Du hast mindestens einmal jährlich Anspruch auf zwei Wochen Urlaub am Stück, sofern keine betrieblichen Gründe dagegensprechen.

  • Auch Teilzeit‑ und befristete Arbeitsverhältnisse haben denselben anteiligen Anspruch.

Darf mein Arbeitgeber eine verbindliche Urlaubsplanung verlangen?

Ja, dein Arbeitgeber darf eine verbindliche Urlaubsplanung verlangen, aber nur unter bestimmten Bedingungen.

Er kann verlangen, dass du deinen Urlaub frühzeitig planst, etwa zu Jahresbeginn. Das dient der betrieblichen Organisation, damit Teams und Abläufe abgestimmt werden können.

Allerdings gilt:

  • Deine persönlichen Wünsche müssen berücksichtigt werden.

  • Eine pauschale Ablehnung („Das passt gerade nicht“) ist nicht zulässig.

  • Ablehnungen sind nur möglich, wenn berechtigte betriebliche Gründe vorliegen, etwa:

    • Personelle Engpässe, weil zu viele gleichzeitig Urlaub möchten

    • Wichtige Projekte oder Fristen

    • Bereits genehmigter Urlaub anderer Kollegen

Fehlt ein triftiger Grund, muss dein Arbeitgeber deinem Urlaubsantrag in der Regel zustimmen.

Darf mir mein Arbeitgeber Urlaub vorschreiben?

Ja, das ist möglich, wenn betriebliche Gründe es erforderlich machen.

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat 1981 entschieden, dass der Arbeitgeber Urlaub teilweise festlegen darf (Az. 1 ABR 79/79).

Beispiele hierfür sind:

  • Betriebsferien, zum Beispiel während Wartungs- oder Umrüstzeiten

  • Urlaubsblockung, um den Betrieb gleichmäßig zu besetzen

👉 Aber: Dein Arbeitgeber darf nicht deinen gesamten Urlaub festlegen.
Ein Teil muss zur freien Verfügung bleiben, in der Praxis meist mindestens zwei Wochen selbstbestimmter Urlaub.

💡Tipp: Auch während Betriebsferien müssen Ausnahmen möglich sein, wenn persönliche Gründe dagegensprechen, etwa Ferienzeiten der Kinder oder familiäre Verpflichtungen.

Wer hat Vorrang, wenn mehrere gleichzeitig Urlaub wollen?

Bei gleichzeitigen Urlaubswünschen gilt soziale Rücksichtnahme (§7 BUrlG).

Das heißt: Der Arbeitgeber muss gerecht entscheiden, wessen Urlaubswunsch Vorrang hat. Vorrangig behandelt werden meist:

  • Eltern mit schulpflichtigen Kindern in den Ferien

  • Mitarbeitende mit gesundheitlichen Einschränkungen

  • Mitarbeitende mit langer Betriebszugehörigkeit

Gibt es keine klaren sozialen Gründe, kann der Arbeitgeber eine gerechte Rotation oder Abstimmung im Team vorschlagen, um eine faire Lösung zu finden.

Wie lange im Voraus muss ich Urlaub beantragen?

Gesetzlich ist keine feste Frist vorgeschrieben. In vielen Betrieben gelten jedoch interne Regelungen.

Üblicherweise sollten Urlaubswünsche zwei bis drei Monate im Voraus eingereicht werden, damit der Arbeitgeber rechtzeitig planen und den Betrieb sicherstellen kann.

Du bist zwar nicht verpflichtet, dich daran zu halten, aber wer spät dran ist, riskiert, dass sein Wunschurlaub bereits verplant ist.

💡Tipp: Reiche deinen Urlaubsantrag schriftlich und rechtzeitig ein (z. B. per E-Mail). So kannst du später nachweisen, dass du früh genug aktiv warst.

Wann gilt mein Urlaub als genehmigt?

Wenn du deinen Urlaub beantragt hast, muss dein Arbeitgeber zeitnah reagieren.
Antwortet er innerhalb von etwa 10 bis 14 Tagen nicht, gilt der Antrag in der Regel als genehmigt oder geduldet.
Es gibt zwar keine gesetzliche Frist, aber viele Gerichte sehen eine Nicht‑Reaktion als Zustimmung, wenn keine Einwände erhoben werden.

Trotzdem empfehlenswert: Hole dir immer eine schriftliche Bestätigung, um Missverständnisse zu vermeiden.

Was tun bei Streit oder Ablehnung?

Obwohl es zum Urlaubsanspruch und zur Urlaubsplanung verbindliche gesetzliche Regelungen gibt, kommt es in der Realität zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern häufig zu Konflikten.

Wird dein Urlaubsantrag abgelehnt und du glaubst, dass das nicht rechtens ist, kannst du wie folgt vorgehen:

  1. Suche das Gespräch: Kläre Unstimmigkeiten mit deiner Vorgesetzten oder dem Betriebsrat.

  2. Lass dir die Begründung nennen: Dein Chef muss genau sagen, warum er ablehnt.

  3. Rechtlich prüfen lassen: Ein Arbeitsrechtsexperte kann schnell feststellen, ob die Ablehnung rechtlich haltbar ist.

Unsere KLUGO Partner-Anwälte und Rechtsexperten unterstützen dich dabei und zeigen dir deine rechtlichen Möglichkeiten.

Gute Planung schützt deinen Urlaub

Dein Erholungsurlaub ist gesetzlich geschützt und steht dir zu, unabhängig von deiner Beschäftigungsform. Wenn du also frühzeitig planst, soziale Rücksichten beachtest und deine Rechte kennst, steht einer entspannten Auszeit nichts im Weg.

Häufige Fragen

Wann darf mein Arbeitgeber Urlaub ablehnen?

Eine Ablehnung deines Urlaubsantrags ist nur erlaubt, wenn es im Betrieb triftige Gründe gibt, wie etwa Personalmangel, wichtige Projekte oder Überschneidungen mit bereits bewilligten Urlaubszeiten. Ohne Begründung darf dein Arbeitgeber deinen Urlaub nicht verweigern.

Wie früh sollte ich meinen Urlaub beantragen?

Das Gesetz kennt keine feste Frist, viele Firmen erwarten aber eine Planung etwa zwei bis drei Monate vor dem gewünschten Zeitraum. Wer früher einreicht, hat deutlich bessere Chancen, dass der Urlaub berücksichtigt wird.

Wann gilt ein Urlaub als bestätigt?

Bleibt eine Antwort deines Arbeitgebers länger als zehn bis vierzehn Tage aus, kann das als stillschweigende Zustimmung gewertet werden. Für mehr Sicherheit solltest du dir die Genehmigung trotzdem schriftlich geben lassen.

Kann mein Chef mir den Urlaub vorschreiben?

Ja, das ist möglich. Etwa während geplanter Betriebsferien oder bei zwingenden betrieblichen Abläufen. Trotzdem steht dir ein Teil deines Jahresurlaubs zu, über den du selbst bestimmen darfst.

Was kann ich tun, wenn mein Chef den Urlaub ablehnt?

Sprich zuerst mit deinem Arbeitgeber oder dem Betriebsrat, um Missverständnisse auszuräumen. Falls keine Einigung erzielt wird, kann eine arbeitsrechtliche Beratung prüfen, ob die Ablehnung rechtmäßig ist.

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