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Vaterschaftsanerkennung

Vaterschaftsanerkennung – das müssen Sie beachten

Das Bürgerliche Gesetzbuch (kurz: BGB) regelt, dass der Vater eines Kindes der Mann ist, der mit der Mutter verheiratet ist, wenn das Kind geboren wird, der eine Vaterschaftsanerkennung vornimmt oder gerichtlich als Vater festgestellt wird. Bei unverheirateten Paaren ist es also wichtig, dass der Vater eines Kindes die Vaterschaft offiziell anerkennt, denn nur so kann er sich mit der Mutter auch das Sorgerecht teilen und alle Rechte und Pflichten als Vater übernehmen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nur bei verheirateten Paaren gilt der Mann rechtlich als Vater eines Kindes und hat auch automatisch mit der Mutter das geteilte Sorgerecht.
  • Bei unverheirateten Paaren muss der Vater des Kindes die Vaterschaft aktiv anerkennen.
  • Die Vaterschaftsanerkennung kann beim Standesamt, beim Notar, beim Amtsgericht und beim Jugendamt erfolgen.
  • Für das geteilte Sorgerecht müssen Mutter und Vater zusätzlich eine gemeinsame, öffentlich beurkundete Sorgerechtserklärung abgeben.
  • Eine einmal anerkannte Vaterschaft kann nur unter bestimmten Voraussetzungen im Rahmen einer Vaterschaftsanfechtung wieder rückgängig gemacht werden.

Der Ablauf einer Vaterschaftsanerkennung

Die Anerkennung einer Vaterschaft kann bei unverheirateten Paaren gemäß § 1594 Abs. 4 BGB bereits vor der Geburt erfolgen, wenn die werdenden Eltern möchten, dass der Vater auch auf der Geburtsurkunde eingetragen werden kann. Möglich ist die Anerkennung der Vaterschaft allerdings auch noch nach der Geburt – sogar viele Jahre später.

Vorgenommen werden kann die Vaterschaftsanerkennung persönlich beim Standesamt, beim Amtsgericht, beim Jugendamt und beim Notar. Die Mutter muss der Vaterschaftsanerkennung zustimmen.

Vaterschaft anerkennen – Rechte und Pflichten

Nach einem erfolgreichen Antrag auf Vaterschaftsanerkennung ist der betreffende Mann vollumfänglicher Vater mit allen Rechten und Pflichten, die die Vaterschaft mit sich bringt. So ist der Vater dem Kind und gegebenenfalls auch der Mutter gegenüber zur Zahlung von Unterhalt verpflichtet. Außerdem hat die Anerkennung der Vaterschaft erbrechtliche Konsequenzen. Das Jugendamt informiert bei der Anerkennung der Vaterschaft detailliert über die Folgen, beispielsweise auch über eine mögliche Mitversicherung des Kindes in der gesetzlichen Krankenkasse des Vaters.

Hat die Vaterschaftsanerkennung etwas mit dem Sorgerecht zu tun?

Ein Antrag auf Vaterschaftsanerkennung hat nichts mit dem Umgangsrecht oder Sorgerecht für das Kind zu tun. Wenn sich die (werdenden) Eltern auch das Sorgerecht für das Kind teilen möchten, muss zusätzlich eine gemeinsame, öffentlich beurkundete Sorgerechtserklärung abgegeben werden. Auch hier muss die Mutter des Kindes, wie bei der Vaterschaftsanerkennung auch, ihre Zustimmung geben, da ledige Mütter grundsätzlich zunächst das alleinige Sorgerecht für das Kind bekommen.

Wenn der Vater sich das gemeinsame Sorgerecht wünscht, die Mutter ihre Zustimmung aber verweigert, kann das Jugendamt vermitteln. Zur Not muss das Familiengericht eine Entscheidung treffen.

Vaterschaftsanerkennung rückgängig machen – geht das?

Eine einmal anerkannte Vaterschaft kann nur unter besonderen Voraussetzungen im Rahmen einer Vaterschaftsanfechtung wieder rückgängig gemacht werden. Für diese muss zunächst ein Antrag beim Familiengericht gestellt werden, dann folgt ein gerichtliches Verfahren.

Eine Vaterschaftsanfechtung anfechten kann gemäß § 1600 BGB allerdings nicht jeder. Sogar der leibliche Vater hat Schwierigkeiten, eine Vaterschaftsanfechtung durchzubekommen, wenn das Kind bereits einen sogenannten sozialen Vater – meist den Ehepartner der Mutter – hat.

Eine Vaterschaftsanfechtung anfechten darf:

  • die Mutter des Kindes oder das Kind selbst
  • Männer, die unter Eid versichern, zur Zeit der Empfängnis Geschlechtsverkehr mit der Mutter gehabt zu haben
  • der Mann, der zum Geburtszeitpunkt mit der Mutter verheiratet war
  • der Mann, die die Vaterschaft anerkannt hat
  • der Mann, der die Mutter während der Schwangerschaft (nach dem Tod des ersten Mannes) geheiratet hat

Auch eine zuständige Behörde kann gemäß § 1592 BGB eine Vaterschaftsanfechtung auf den Weg bringen.

So hilft Ihnen ein KLUGO Partner-Anwalt weiter

Die Anerkennung einer Vaterschaft hat weitreichende rechtliche Folgen, bringt aber auch viele Rechte mit sich. Wenn Sie sich näher über die Thematik informieren möchten, Fragen haben oder eine Vaterschaftsanfechtung vornehmen möchten, kontaktieren Sie uns. Unsere KLUGO Partner-Anwälte für Familienrecht können Sie im Rahmen einer Erstberatung unterstützen.

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Der Beitrag wurde mit großer Sorgfalt von der KLUGO-Redaktion erstellt und juristisch geprüft. Dazu ergänzen wir unseren Ratgeber mit wertvollen Tipps direkt vom Experten: Unsere spezialisierten Partner-Anwälte zeigen auf, worauf es beim jeweiligen Thema ankommt.
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