Was ist eine Abofalle?

Die Abofalle ist eine Form des Internetbetrugs. Sie bezeichnet ein weit verbreitetes, unseriöses Geschäftsmodell im Netz, bei dem Verbraucher unwissentlich ein kostenpflichtiges Abonnement abschließen.

Es gibt verschiedene Arten von Abofallen: Am häufigsten kommen sie in Form von angeblich kostenlosen Registrierungen für Online-Dienstleistungen wie Kochrezepte, Songtexte, Horoskope oder Downloads vor, welche sich aber im Nachhinein als kostenpflichtig erweisen. Probeabos sind ebenfalls eine beliebte Variante zum Kaschieren von Abofallen. Die Anbieter locken mit Geschenken und günstigen Test-Abos, deren Bedingungen so undurchsichtig sind, dass viele Verbraucher die 14-tägige Widerrufsfrist verstreichen lassen, ohne das Abonnement zu kündigen. Dadurch verlängert es sich automatisch und ist meist nur unter Einhaltung sehr langer Mindestlaufzeiten kündbar. Der Hinweis auf die Kostenpflicht ist gut versteckt oder gar nicht vorhanden. Oft stehen die Kosten erst klein in den AGB oder dezent am unteren Rand der Internetseite.

Auch die Änderung einer Internetseite im Zeitablauf ist gängig. So kann der Preis zu dem Zeitpunkt, zu dem sich viele Besucher auf der Internetseite registrierten, gut versteckt sein und zu dem Zeitpunkt, zu dem der Anbieter die Rechnungen und Mahnungen rausschickt, klar und deutlich auf der Seite platziert sein. Auch das Surfen mit dem Smartphone kann schnell zu ungewünschten Abos führen. Meist reicht das unbeabsichtigte Antippen eines Werbebanners, um auf der nächsten Mobilfunkabrechnung Kostenposten für teure Abos oder nie heruntergeladene Filme vorzufinden. Da die Abrechnung nicht über den Drittanbieter, sondern den Mobilfunkanbieter läuft, ist auf der Rechnung oftmals weder ersichtlich für welche Dienstleistung der Kunde genau zahlen soll noch wer der Drittanbieter ist. Die Mobilfunkanbieter zeigen sich hier kundenunfreundlich und verlangen das Begleichen der Forderung des Drittanbieters. Eine weitere Gefahr am Telefon sind Werbeanrufe. Häufig bewerben die Anrufer die vermeintliche Teilnahme an einem Gewinnspiel, die sich im Nachhinein als eine Abofalle erweist.

Wie lassen sich Abofallen erkennen?

Auf folgende Punkte sollten Sie achten:

  • Dienstleistungen oder Downloads werden vermeintlich kostenlos auf Internetseiten angeboten.
  • Voraussetzung für deren Gebrauch ist eine Registrierung, bei der die Angabe persönlicher Daten erforderlich ist.
  • Typische Inhalte von Abofallen sind: Software, Hausaufgaben, Ahnenforschung, Kindernamen, Materialien für Studierende, Rezepte, Routenplaner, Gewinnspiele, Promi-Informationen etc.
  • Ein Kostenhinweis ist für den Kunden nicht deutlich erkennbar.

Abofalle kündigen

Widerrufsrecht nach § 355 BGB

Der § 355 BGB regelt das Widerrufsrecht von Verbraucherverträgen. Dabei besagt Absatz (1), dass, wenn das Gesetz dem Verbraucher ein Widerrufsrecht nach dieser Vorschrift einräumt, weder der Verbraucher noch das Unternehmen an ihre Willenserklärung gebunden sind, sofern der Verbraucher seine Willenserklärung fristgerecht widerrufen hat. Laut § 355 Abs. (2) BGB beträgt diese Frist 14 Tage und beginnt mit dem Vertragsabschluss.

Zustandekommen eines Kaufvertrages – Infografik
Zustandekommen eines Kaufvertrages – Infografik

Dabei beginnt laut § 356 Abs. (3) die Widerrufsfrist erst, wenn der Unternehmer den Verbraucher gemäß der Anforderungen des Artikels 246 a § 1 Abs. (2), Satz 1 Nummer 1 oder des Artikels 246 b § 2 Abs. (1) des Einführungsgesetzes zum BGB unterrichtet hat. Diese besagen unter anderem, dass der Unternehmer den Verbraucher über die anfallenden Gesamtkosten, seine Identität und gegebenenfalls die (Mindest-)Laufzeit des Vertrages informieren muss, sowie auch über die Bedingungen, Fristen und das Verfahren für die Ausübung des Widerrufsrechts.

Unabhängig davon, mit welchem Trick Sie in die Abofalle gelockt wurden – es ist kein gültiger Vertrag zustande gekommen. Das deutsche Gesetz verlangt für einen gültigen Vertragsabschluss zwei übereinstimmende Willenserklärungen, welche voraussetzen, dass beide Parteien sich sowohl über den Vertragsinhalt als auch über den Vertragspreis im Klaren sind. Ist dies nicht der Fall, kann kein rechtswirksamer Vertrag geschlossen werden.

Als Opfer einer Abofalle sollten Sie Ruhe bewahren und sich nicht durch Mahn- und Inkassobriefe unter Druck setzen lassen. Erklären Sie per Einschreiben mit Rückschein, dass kein wirksamer Vertrag geschlossen wurde und widersprechen Sie der Forderung präventiv.

Die folgende Checkliste fasst für Sie zusammen, wie Sie eine Abofalle kündigen und was Sie wissen sollten:

  • Es ist kein rechtswirksamer Vertrag zustande gekommen.
  • Fechten Sie den Vertrag wegen Irrtums und arglistiger Täuschung schriftlich an.
  • Widerrufen Sie das Abo schriftlich.
  • Der Vertag ist sittenwidrig.
  • Versenden Sie sämtliche Schreiben per Einschreiben mit Rückschein.
  • Schicken Sie kostenlose Geschenke und Probe-Exemplare zurück.

Drittanbietersperre

Laut Gesetz muss der Fernabsatzhandel immer einen Button mit einem Kostenhinweis beinhalten. Dies gilt nicht für Handy-Apps, bei denen schon die versehentliche Nutzung von bestimmten Diensten berechnet wird. Hiergegen können Sie sich mit der Drittanbietersperre schützen, die sich über das Internetportal oder die Hotline Ihres Mobilfunkanbieters einrichten lässt. Verzichten Sie zudem auf das Downloaden von Apps mit kostenpflichtigen Zusatzangeboten und widersprechen Sie der Rechnungsstellung sofort.

Unser Tipp: Lesen Sie stets das Kleingedruckte und die AGB vor Inanspruchnahme eines Angebots. Gehen Sie sicher, dass es wirklich keinen Kostenhinweis enthält, um einem Internetbetrug zu entgehen. Geben Sie niemals Ihre Bankdaten weiter.

Bei Fragen zum Thema Abofalle helfen wir Ihnen gerne im Rahmen einer kostenlosen Erstberatung weiter. Unsere kompetenten Rechtsanwälte stehen Ihnen dabei mit juristischem Rat zur Seite und unterstützen Sie bei allen Anliegen.

Drucken E-Mail
Wir verwenden Webseite Cookies, um Inhalte und Werbung auf unserer Webseite zu personalisieren und die Nutzung unserer Webseite auszuwerten. Auch unsere Partner erheben auf diese Weise Informationen auf unserer Webseite zu Ihrer Nutzung zu Werbe- und Analysezwecken. Durch die weitere Nutzung unserer Webseite oder dem Anklicken der Schaltfläche „Akzeptieren“ erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Sie können Cookies jederzeit deaktivieren. Weitere Informationen zu Cookies und deren Deaktivierungsmöglichkeiten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Akzeptieren