Glätte, Schnee & Co. Winterunfälle: So verhinderst du Risiken und regelst Schäden richtig
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Winterliche Straßen stellen Autofahrer vor besondere Herausforderungen. Glatte Fahrbahnen, eingeschränkte Sicht und früh einsetzende Dunkelheit erhöhen das Unfallrisiko.
In diesem Beitrag erfährst du, wie du sicher unterwegs bist, welche Schritte nach einem Unfall wichtig sind und wie Versicherungen Schäden regulieren.
Sichere Fahrt und Schadenregulierung im Winter ☝️ Das Wichtigste in Kürze
Die Ursache von Winterunfällen liegt häufig bei Glätte, Schnee und einer eingeschränkten Sicht.
Nach einem Unfall sind Absicherung, Dokumentation und ggf. Polizei entscheidend.
Bei Glätteunfällen kann ein Mitverschulden eine Rolle spielen.
Vorsichtiges Fahren und wintertaugliche Ausstattung helfen, Streit mit Versicherungen zu vermeiden.
Warum ist das Unfallrisiko im Winter höher?
Im Winter steigt das Risiko für Verkehrsunfälle – nicht nur wegen Schnee und Eis, sondern auch durch andere Faktoren, die Autofahrer beachten sollten:
Glatte Straßen: Eis, Schneematsch oder überfrierende Nässe verlängern den Bremsweg deutlich und machen das Fahrzeug schwer kontrollierbar.
Schlechte Sicht: Nebel, Schneefall und die früh einsetzende Dunkelheit erschweren es, andere Verkehrsteilnehmer oder Hindernisse rechtzeitig zu erkennen.
Berufsverkehr im Dunkeln: Viele Menschen pendeln morgens und abends – im Winter oft bei Dunkelheit. Das erhöht die Gefahr von Unfällen.
Unzureichende Fahrzeugausstattung: Abgefahrene Reifen oder fehlende Winterreifen trotz Winterreifenpflicht erhöhen die Unfallgefahr erheblich.
Unangepasste Fahrweise: Wer Geschwindigkeit, Abstand und Fahrverhalten nicht an winterliche Bedingungen anpasst, riskiert ein erhöhtes Unfallrisiko.
💡 Tipp: Im Winter besonders vorsichtig fahren, ausreichend Abstand halten und das Auto gut ausstatten – so lassen sich viele Unfälle vermeiden.
Erste Schritte nach einem Verkehrsunfall im Winter
Kommt es trotz aller Vorsicht zu einem Unfall im Winter, ist das Wichtigste: Ruhe bewahren und systematisch vorgehen.
Anhalten und Warnblinkanlage einschalten: Sofort das Fahrzeug sichern, um weitere Gefahren zu vermeiden.
Unfallstelle absichern: Stelle ein Warndreieck in ausreichendem Abstand auf, um andere Verkehrsteilnehmer frühzeitig zu warnen (auf Autobahnen mindestens 150–200 Meter, auf Landstraßen 50–100 Meter hinter der Unfallstelle).
Erste Hilfe leisten: Prüfe, ob jemand verletzt ist, und leiste bei Bedarf Hilfe.
Polizei rufen: Bei Verletzten oder hohem Sachschaden unbedingt die Polizei informieren.
Dokumentation: Fotos von Fahrzeugen, Schäden, Straßenverhältnissen und Wetterlage machen.
📌 Notiere außerdem: Unfallhergang, Kontaktdaten des Unfallgegners und möglicher Zeugen. Eine gute Dokumentation ist später entscheidend, um die Schuldfrage eindeutig zu klären.
🔗 Mehr zum richtigen Verhalten nach einem Autounfall erfährst du hier: Richtiges Verhalten bei Autounfällen: Das gilt es zu beachten!
Schadenregulierung nach einem Winterunfall
Kommt es im Winter zu einem Verkehrsunfall, stellen sich schnell Fragen: Welche Versicherung zahlt, wie läuft die Regulierung ab und wer bewertet den Schaden? Gerade bei Glätte, Schnee oder eingeschränkter Sicht treten oft Unsicherheiten auf – sowohl bei der Haftung als auch bei der Schadenbewertung.
Haftpflicht- oder Kaskoversicherung – wer zahlt was?
Welche Versicherung greift, hängt vom Unfallhergang ab:
Kfz-Haftpflichtversicherung: Kommt immer dann zum Einsatz, wenn du mit deinem Fahrzeug einen Schaden bei anderen verursachst – z. B. an fremden Autos, Personen oder Gegenständen.
Teilkaskoversicherung: Deckt Schäden am eigenen Fahrzeug durch bestimmte Ursachen, wie Glätteunfälle ohne Fremdbeteiligung (z. B. wenn das Auto wegen Eis von der Fahrbahn rutscht).
Vollkaskoversicherung: Greift zusätzlich bei selbst verschuldeten Unfällen oder wenn der Unfallhergang unklar ist.
Schadenmeldung: So läuft die Regulierung ab
Nach einem Verkehrsunfall solltest du den Schaden schnellstmöglich deiner Versicherung melden, meist online oder telefonisch. Wichtig sind dabei:
Angaben zum Unfallhergang
Beteiligte Personen
Fotos der Schäden, Straßenverhältnisse und Wetterlage
Weitere Dokumente wie Unfallskizze oder Polizeibericht
⚠️ Bleibe sachlich und wahrheitsgemäß. Spekulationen oder Schuldeingeständnisse solltest du vermeiden. Anschließend prüft die Versicherung den Fall und entscheidet über die Schadenregulierung.
Die Rolle des Gutachters bei Unfällen
Bei größeren Schäden oder unklarer Haftung beauftragt die Versicherung häufig einen Gutachter. Dieser bewertet:
Schadenshöhe
Reparaturaufwand
Wiederbeschaffungswert
Gegebenenfalls Wertminderung des Fahrzeugs
Bei einem unverschuldeten Unfall hast du meist das Recht, einen eigenen, unabhängigen Gutachter zu wählen. Das ist besonders bei Unfällen im Winter sinnvoll, da Schäden durch Rutschen oder mehrfaches Aufprallen genau bewertet werden müssen.
Typische Probleme bei der Regulierung von Verkehrsunfällen im Winter
Winterliche Unfälle führen oft zu besonderen Streitpunkten:
Mitverschulden bei Glätte: Versicherungen prüfen, ob Geschwindigkeit und Abstand den Straßenverhältnissen angepasst waren. Wer zu schnell fährt, riskiert Kürzungen.
Verschneites Fahrzeug: Schnee oder Eis auf Dach oder Scheiben kann als Fahrlässigkeit gewertet werden, wenn dadurch ein Unfall mitverursacht wird.
Fehlende oder ungeeignete Winterreifen: Trotz Winterreifenpflicht kann dies zu Leistungskürzungen führen. 🔗 Mehr dazu hier.
Widersprüchliche Angaben: Unterschiedliche Aussagen der Beteiligten erschweren die Schadenklärung.
💡 Tipp: Eine gründliche Dokumentation des Unfallhergangs und aller Umstände hilft, Ansprüche klar und vollständig durchzusetzen.
Tipps für sicheres Fahren im Winter
Wer bei Schnee, Eis oder Glätte unterwegs ist, sollte seine Fahrweise den Bedingungen anpassen. Versicherungen prüfen nach einem Unfall genau, ob du deiner Sorgfaltspflicht nachgekommen bist.
Um im Winter sicher unterwegs zu sein, reicht es nicht, nur vorsichtig zu fahren. Eine gute Vorbereitung, angepasstes Fahrverhalten und die richtige Ausrüstung können das Unfallrisiko deutlich reduzieren:
Vorbereitung: Es lohnt sich, das Auto vor der Wintersaison gründlich zu prüfen. Dazu gehört ein regelmäßiger Reifencheck, um die Profiltiefe zu prüfen und Winterreifen rechtzeitig aufzuziehen, sowie die Wartung von Bremsen, Beleuchtung und Scheibenwischern.
Defensiver Fahrstil: Während der Fahrt solltest du die Geschwindigkeit den Straßenverhältnissen anpassen, ausreichend Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug halten und jederzeit mit plötzlichen Bremsmanövern anderer Verkehrsteilnehmer rechnen.
Notfallausrüstung im Auto: Für den Fall der Fälle ist es sinnvoll, Warnweste, Decke, Taschenlampe und eine kleine Schaufel dabei zu haben.
💡 Tipp: So reduzierst du nicht nur das Unfallrisiko, sondern bist im Falle eines Unfalls besser vorbereitet und kannst dich gegenüber Versicherung und Unfallgegner klar positionieren.
Gibt es Schwierigkeiten bei der Schadenregulierung, ist es sinnvoll, sich rechtlich beraten zu lassen. Du bist in dieser Situation? Dann vereinbare jetzt ein erstes unverbindliches Gespräch mit einem KLUGO-Partner-Anwalt oder Rechtsexperten und erfahre, was deine nächsten Schritte sein können.