Arbeitgeber drängt dich? Unterschreib nicht blind! Aufhebungsvertrag prüfen lassen

Ein Aufhebungsvertrag wirkt oft fair und unkompliziert, doch versteckte Risiken können teuer für dich werden. Wir vermitteln dich an Arbeitsrechtsexperten, die deinen Fall professionell einschätzen.

Ersteinschätzung erhalten schnell, rechtssicher, unverbindlich
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Dein Arbeitgeber legt dir einen Aufhebungsvertrag vor? Auf den ersten Blick wirkt das nach einer schnellen Lösung – vielleicht sogar vorteilhaft. Bevor du unterschreibst, lohnt es sich jedoch, genau hinzusehen.

In diesem Beitrag zeigen wir dir, worauf es ankommt und wie du sicherstellst, dass der Vertrag wirklich fair ist.

von KLUGO
12.01.2026
4 Min Lesezeit

Aufhebungsvertrag prüfen lassen ☝️ Das Wichtigste in Kürze

  • Nie unterschreiben ohne Prüfung. Das kann dich Tausende Euro kosten.

  • Prüfe die entscheidenden Punkte. Von Abfindung bis Sperrzeit, alles sollte klar sein.

  • Lass eine rechtliche Einschätzung machen. Sie zeigt dir, ob dein Vertrag Risiken enthält und ob Nachverhandlungen möglich sind.

Warum du einen Aufhebungsvertrag prüfen lassen solltest

Auf den ersten Blick wirkt ein Aufhebungsvertrag oft wie eine schnelle, saubere Lösung, um ein Arbeitsverhältnis zu beenden. Doch Vorsicht: Häufig steckt mehr Risiko dahinter, als man auf den ersten Blick sieht. Viele Arbeitgeber nutzen die Gelegenheit, Kosten zu sparen, und das auf deine Kosten.

👉 Es gilt: Unterschreibe niemals blind. Denn ohne Prüfung verlierst du oft:

  • Höhere Abfindung

  • Offene Urlaubstage und Boni

  • Sperrzeiten beim Arbeitslosengeld (bis 12 Wochen!)

  • Gutes Zeugnis für den nächsten Job

  • Freistellung mit Lohnfortzahlung

Da ein unterschriebener Aufhebungsvertrag den Kündigungsschutz entfallen lässt sowie zu einer temporären Sperre des Arbeitslosengeldes führen kann, sollten Sie ihn unbedingt vorher rechtlich überprüfen lassen.

Christoph Lattreuter Rechtsanwalt
Christoph Lattreuter

7 typische Fallen im Aufhebungsvertrag

Die häufigsten Fehler, die dir teuer zu stehen kommen können:

  • Zu kurze Bedenkzeit

    Du solltest mindestens 48 Stunden haben, um den Vertrag zu prüfen. Lass dir diese Zeit unbedingt geben, sonst könnte der Vertrag unwirksam sein.

  • Fehlende Sperrzeitklausel

    Ohne eine Klausel wie „Dieser Vertrag löst keine Sperrzeit aus“ droht dir eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld. Das kann schnell mehrere tausend Euro kosten.

  • Zu niedrige Abfindung

    Als Standard bekommst du oft 0,5 Monatsgehälter pro Jahr. Mit professioneller Verhandlung lässt sich jedoch deutlich mehr herausholen.

  • Urlaubsabgeltung fehlt

    Alle offenen Urlaubstage müssen ausgezahlt werden. Prüfe den Vertrag genau und rechne nach.

  • Schlechtes Arbeitszeugnis

    „Durchschnittlich“ reicht nicht – gesetzlich hast du Anspruch auf ein wohlwollendes und wahrheitsgemäßes Zeugnis (§ 109 Abs. 2 GewO). Ein gut formuliertes Zeugnis öffnet Türen für neue Jobs.

  • Freistellung ohne Lohn

    Wenn du freigestellt wirst, achte darauf, dass der Vertrag „unter Fortzahlung der Bezüge“ vorsieht, sonst bekommst du kein Gehalt.

  • Karenzzeit ohne Entschädigung

    Manche Aufhebungsverträge verbieten dir, nach dem Job bei der Konkurrenz zu arbeiten. Das ist nur fair, wenn du dafür Geld bekommst. Ohne diese Zahlung bist du blockiert und verdienst somit auch nichts. Sorge also dafür: Entweder kein Verbot oder eine klare Entschädigung im Vertrag.

👉 Ignorierst du diese Fallen, verlierst du leicht mehrere tausend Euro. Mit einer professionellen Prüfung sicherst du dir dein Geld.

So prüfst du deinen Aufhebungsvertrag richtig

  1. 48 Stunden Bedenkzeit nutzen: Nie am selben Tag unterschreiben, das ist dein gesetzliches Recht!

  2. Rechtsschutz checken: Versicherung übernimmt oft 100% der Kosten – ruf sofort an.

  3. Ersteinschätzung holen: Zeigt potenzielle Risiken und Verhandslungsspielraum.

  4. Nachverhandeln: Egal ob mehr Abfindung oder bessere Klauseln, Arbeitsrechtsexperten holen oft deutlich mehr für dich raus.

  5. Erst unterschreiben, wenn alles passt: Mit Profi-Feedback erlebst du keine bösen Überraschungen.

Häufige Fragen

Was bringt es, meinen Aufhebungsvertrag prüfen zu lassen?

Wenn du deinen Aufhebungsvertrag prüfen lässt, kannst du sicherstellen, dass keine Klauseln zu deinem Nachteil sind. Rechtsexperten erkennen schnell, ob dir finanzielle Ansprüche entgehen, Sperrzeiten drohen oder eine höhere Abfindung möglich ist.

Was kostet eine rechtliche Ersteinschätzung zum Aufhebungsvertrag?

Eine über KLUGO vermittelte Ersteinschätzung ist kostenlos oder wird durch deine Rechtsschutzversicherung übernommen. Erst wenn du eine detaillierte Prüfung oder Verhandlung wünschst, fallen in der Regel Gebühren an – diese werden dir transparent vorab mitgeteilt.

Wie schnell sollte ich reagieren, wenn mir ein Aufhebungsvertrag angeboten wird?

Lass dich nicht unter Druck setzen. Du hast mindestens 48 Stunden Zeit, um den Vertrag zu prüfen. Nutze diese Frist, um dir eine rechtliche Ersteinschätzung einzuholen – danach kannst du fundiert entscheiden.

Was passiert nach der Ersteinschätzung?

Wenn die Analyse zeigt, dass Risiken oder Verhandlungsspielräume bestehen, kannst du dich im Anschluss für eine ausführliche Prüfung oder eine anwaltliche Nachverhandlung entscheiden. So gehst du Schritt für Schritt sicher vor – mit vollem Überblick und ohne Risiko.

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