Kündigungsfristen

Bei jeder ordentlichen Kündigung eines Arbeitsverhältnisses sind bestimmte Fristen einzuhalten. Diese dienen dazu, dem jeweils anderen Vertragspartner ausreichend Zeit zu geben, um sich auf die neue Situation einzustellen.

Welche Kündigungsfristen gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von Kündigungsfristen: Neben den gesetzlichen Kündigungsfristen gibt es auch Fristen, die sich primär aus dem Arbeitsvertrag oder dem Tarifvertrag ergeben. Dabei ist es wichtig zu unterscheiden, ob Sie als Arbeitnehmer kündigen wollen oder Ihnen vom Arbeitgeber gekündigt wird.

Welche Kündigungsfristen gibt es? – Infografik
Welche Kündigungsfristen gibt es? – Infografik

Gesetzliche Kündigungsfristen

Sollten Sie als Arbeitnehmer die Kündigung einreichen wollen und Ihr Arbeitsvertrag enthält keine besonderen Angaben oder verweist auf die gesetzlichen Kündigungsfristen, können Sie innerhalb einer vierwöchigen Frist (15. des Monats oder Monatsende) Ihren Arbeitsvertrag kündigen.

Wenn Sie den Termin nicht richtig angegeben haben, bedeutet dies nicht, dass die Kündigung dadurch unwirksam ist. Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden, dass sie in diesem Fall in eine Kündigung „zum nächstmöglichen Termin“ umzudeuten ist.

Bei einer Kündigung durch den Arbeitgeber ist auf die Dauer Ihrer Beschäftigung zu achten. Innerhalb der Probezeit (0 bis 6 Monate) besteht sowohl für den Arbeitnehmer wie auch den Arbeitgeber eine verkürzte Kündigungsfrist von nur zwei Wochen. Bei einer Beschäftigung zwischen sieben Monaten und zwei Jahren, gilt eine vierwöchige Kündigungsfrist zum 15. oder zum Ende des Kalendermonats. Für längerfristige Beschäftigungen gelten die gesetzlich vorgeschriebenen Kündigungsfristen.

Als Arbeitnehmer können Sie, sofern in Ihrem Arbeitsvertrag nichts Gegenteiliges vereinbart ist, innerhalb einer vierwöchigen Frist den Arbeitsvertrag kündigen. Als Arbeitgeber gilt bei Beschäftigung des Arbeitnehmers zwischen sieben Monaten und zwei Jahren eine Frist von vier Wochen. Bei längerer Beschäftigung gelten nach Jahren spezifische Fristen.

Kündigungsfristen laut Arbeitsvertrag

In den meisten Fällen sind Kündigungsfristen, die in Arbeitsverträgen vereinbart sind, kürzer als die gesetzlich bestimmten Fristen.

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Eine kürzere Frist darf nur vereinbart werden, wenn der Arbeitnehmer zur Aushilfe für einen Zeitraum von maximal drei Monaten eingestellt ist oder im Betrieb maximal 20 Arbeitnehmer beschäftigt sind und die Kündigungsfrist noch mindestens vier Wochen beträgt.

Achtung: Vertraglich vereinbarte Kündigungsfristen gelten sowohl für den Arbeitnehmer als auch den Arbeitgeber. Abweichende Vereinbarungen oder Klauseln, wodurch beispielsweise der Arbeitgeber kürzere Kündigungsfristen hätte, wären unwirksam.

Einen befristeten Arbeitsvertrag können Sie nur kündigen, wenn ein Tarifvertrag oder eine arbeitsvertragliche Regelung dies vorsehen. Das Gesetz sieht die Möglichkeit einen befristeten Arbeitsvertrag ordentlich zu kündigen nicht vor.

Kündigungsfrist richtig berechnen – Infografik
Kündigungsfrist richtig berechnen – Infografik

Kündigungsfristen laut Tarifvertrag

Tarifvertragliche Kündigungsfristen finden nur für solche Arbeitnehmer Anwendung, die in einem Unternehmen beschäftigt sind, in dem ein Tarifvertrag vereinbart ist. Kündigungsfristen laut Tarifvertrag können sich sowohl länger als auch kürzer als die gesetzlichen Kündigungsfristen auswirken.

Kündigungsfrist – Infografik
Kündigungsfrist – Infografik

Fristlose Kündigung

Die außerordentliche (fristlose) Kündigung muss innerhalb von 14 Tagen nach Bemerken der Missstände erklärt werden. Wenn beispielsweise Ihr Arbeitgeber bereits seit einem halben Jahr unpünktlich zahlt, können Sie nicht einfach fristlos kündigen. Hier muss dann zunächst eine Abmahnung ausgesprochen werden. Zahlt der Arbeitgeber erneut zu spät, können Sie die fristlose Kündigung aussprechen.

Fristlose Kündigung § 626 des BGBs


Der § 626 des Bürgerlichen Gesetzbuchs regelt, wie und wann eine außerordentliche, fristlose Kündigung erfolgen kann. Absatz (1) besagt, dass Gründe vorliegen müssen, die es dem Kündigenden unzumutbar machen würden, das Arbeitsverhältnis für den Zeitraum, den eine ordentliche Kündigung benötigen würde, fortzuführen.

Beispiele für solche Gründe sind etwa:

  • Eine Straftat im Betrieb (zum Beispiel Diebstahl)
  • Arbeitsverweigerung
  • Grobe Beleidigung
  • Verletzung der Arbeitsschutzbestimmungen
  • Nichtzahlung erheblicher Lohnrückstände

Wenn Ihnen als Arbeitnehmer gekündigt wird, überlegen Sie sich, welche Schritte Sie gehen wollen, und orientieren Sie sich an dieser Checkliste:

  • Prüfen Sie, ob es sich um eine ordentliche oder außerordentliche Kündigung handelt.
  • Prüfen Sie zudem Ihren individuellen Arbeitsvertag, dann gegebenenfalls Ihren Tarifvertrag und zum Schluss die gesetzlichen Regelungen darauf, ob es zu Fristverletzungen gekommen ist.
  • Reichen Sie gegebenenfalls eine Kündigungsschutzklage ein.

Bei rechtlichen Fragen zum Thema Kündigung helfen wir Ihnen gerne im Rahmen einer kostenlosen Erstberatung weiter. Unsere kompetenten Fachanwälte stehen Ihnen dabei mit juristischem Rat zur Seite und unterstützen Sie bei allen Anliegen.

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