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Muss ich meine Abfindung in jeden Fall versteuern?

Egal, ob Sie im Rahmen eines Kündigungsschutzprozesses einen Vergleich abschließen, der vorsieht, dass Sie für den Verlust Ihres Arbeitsplatzes eine Abfindung erhalten oder Sie in Form eines Aufhebungsvertrags die Auflösung Ihres Arbeitsverhältnisses gegen Zahlung einer Abfindung vereinbaren – Sie müssen die Abfindung versteuern.

Infografik - Steuerfreibeträge für Abfindung.
Infografik - Steuerfreibeträge für Abfindung.

Wie ist eine Abfindung zu versteuern?

Eine Abfindung gehört zu den Lohnzahlungen und ist als solche zu versteuern. Sollten Sie etwas Gegenteiliges hören, entspricht dies nicht mehr der Wahrheit: Bereits vor zehn Jahren wurde die Steuerbefreiung für kleinere Abfindungen abgeschafft.

Die Berechnung und Abführung der Steuer an das zuständige Finanzamt erfolgt, genau wie bei der „normalen“ Lohnsteuer, durch den Arbeitgeber. Da eine Abfindung das Einkommen des Jahres erhöht, in welchem Sie gezahlt wird, kann es hier zu einem Sprung im Steuertarif kommen. Dieser kann sich für den Arbeitnehmer in Form eines höheren Steuersatzes nachteilig auswirken.

Kann ich eine steuerliche Benachteiligung umgehen oder mildern?

Sie können zum Beispiel mit dem Arbeitgeber vereinbaren, dass dieser die Abfindung ganz oder teilweise erst im Folgejahr zahlt oder die Auszahlung sogar über mehrere Jahre streckt. Letzteres macht in der Regel bei einem höheren Einkommen Sinn.

Wenn Sie im Folgejahr keine oder erst zu einem späteren Zeitpunkt eine neue Beschäftigung finden, ist Ihr Jahreseinkommen entsprechend niedriger und die Abfindungszahlung würde folglich nicht zu einem so hohen Steuertarif führen, wie es im Vorjahr der Fall gewesen wäre.

Dieses Vorgehen ist jedoch stark vom konkreten Einzelfall abhängig. Eine generelle Empfehlung, die Abfindungszahlung ins Folgejahr zu schieben, ist daher nicht sinnvoll.

Wie mindere ich die Steuerlast über die sogenannte „Fünftelregelung“?

Da eine Abfindung nicht fortlaufend gezahlt wird, fällt sie in der Einkommenssteuererklärung unter die sogenannten außerordentlichen Einkünfte. Für Einkünfte dieser Art kann die Anwendung der Fünftelregelung sinnvoll sein.

Infografik - Die Fünftelregelung.
Infografik - Die Fünftelregelung.

Die Berechnung der Steuererleichterung über die Fünftelregelung ist jedoch keine einfache Aufgabe. In den nachfolgenden Schritten möchten wir dennoch versuchen, Ihnen die Berechnung so verständlich wie möglich zu erläutern.

Die Fünftelregelung in 5 einfachen Schritten:

Schritt 1:
  • Teilen Sie Ihre Abfindung durch fünf
  • Addieren Sie das Ergebnis zu Ihrem Jahreseinkommen
  • Berechnen Sie für diesen Betrag die Steuerlast
Schritt 2:
  • Berechnen Sie die Steuerlast Ihres Jahreseinkommens ohne Abfindung
Schritt 3:
  • Ziehen Sie das Ergebnis aus Schritt 2 von Ergebnis aus Schritt 1 ab
Schritt 4:
  • Multiplizieren Sie das Ergebnis aus Schritt 3 mit fünf
  • Im Ergebnis erhalten Sie die Steuerbelastung für Ihre Abfindung
Schritt 5:
  • Addieren Sie die Steuerbelastung für Ihr Jahreseinkommen mit der Steuerbelastung für Ihre Abfindung
  • Im Ergebnis erhalten Sie Ihre Steuerbelastung im Jahr der Abfindung
Steuerersparnis
  • Addieren Sie Abfindung und Jahreseinkommen
  • Berechnen Sie für diesen Betrag die Steuerlast

Wird die Kirchensteuer bei einer Abfindung fällig?

Wenn Sie Mitglied einer staatlich anerkannten Religionsgemeinschaft sind, fällt bei einer Abfindung gewöhnlich auch die Kirchensteuer an. Bei außerordentlichen Einkünften besteht jedoch die Möglichkeit einen Teilerlass zu beantragen: Richten Sie hierfür nach Ablauf des Jahres, in dem Sie die Abfindung erhalten haben, einen Antrag mit einer Kopie Ihres rechtskräftigen Einkommenssteuerbescheides an die Landeskirche oder Ihr (Erz)Bistum.

Zur Vereinfachung stellen wir Ihnen unsere Musterbriefe als Download zur Verfügung.

Abfindungsrechner

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