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Unsicher, ob dir eine Abfindung zusteht oder wie hoch sie sein sollte? Abfindungshöhe berechnen: Anspruch + Abfindungsrechner 2026

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Eine Kündigung oder ein Aufhebungsvertrag sorgt oft für Verunsicherung und wirft viele Fragen auf: Habe ich Anspruch auf eine Abfindung? Wie hoch fällt sie aus? Und ist ein angebotenes Abfindungsangebot fair oder lässt sich noch mehr rausholen?

Keine Sorge: In diesem Beitrag erfährst du verständlich und kompakt alles Wichtige rund um den Abfindungsanspruch und die Berechnung der Abfindungshöhe.

von KLUGO
29.12.2025
6 Min Lesezeit

Abfindungshöhe berechnen ☝️ Das Wichtigste in Kürze

  • Grundsätzlich gibt es keinen Anspruch auf eine Abfindung und auch die Abfindungshöhe ist nicht gesetzlich geregelt.

  • Faustformel: 0,5 × Bruttogehalt × Jahre (verhandelbar auf mehr).

  • Höhe hängt von Kündigungsart, Betriebszugehörigkeit und Verhandlung ab.

Habe ich Anspruch auf eine Abfindung?

In Deutschland besteht in der Regel kein gesetzlicher Anspruch auf eine Abfindung.

Die gute Nachricht: Viele Arbeitgeber zahlen dennoch freiwillig eine Abfindung, um langwierige und kostspielige Kündigungsschutzklagen zu vermeiden und rechtliche Risiken zu reduzieren.

Besonders gute Chancen auf eine Abfindung bestehen häufig in folgenden Situationen:

  • bei einer angreifbaren Kündigung

  • wenn der Kündigungsschutz greift

  • bei einer dohenden oder bereits laufenden Kündigungsschutzklage

  • beim Angebot eines Aufhebungsvertrag

Abfindungsanspruch bei betriebsbedingter Kündigung

Es gibt jedoch eine Ausnahme, bei der du tatsächlich einen gesetzlichen Anspruch auf eine Abfindung haben kannst: wenn dein Arbeitgeber dir aus betriebsbedingten Gründen kündigt – also nach § 1a des Kündigungsschutzgesetzes (KSchG).

Die wichtigsten Voraussetzungen:

  • Der Arbeitgeber spricht eine betriebsbedingte Kündigung aus.

  • In der Kündigung steht, dass du eine Abfindung erhälst, wenn du keine Kündigungsschutzklage einreichst.

  • Du verzichtest auf eine Klage innerhalb der 3-Wochen-Frist.

Die gesetzliche Berechnungsgrundlage entspricht der bekannten Faustformel.

💡 KLUGO-Tipp

Selbst wenn du ein Abfindungsangebot nach § 1a KSchG erhältst, lohnt sich eine rechtliche Prüfung. Häufig besteht – etwa bei fehlerhafter Sozialauswahl oder formalen Mängeln – Verhandlungsspielraum für eine höhere Abfindungssumme.

Wie kann ich die Abfindungshöhe berechnen?

Eine feste Berechnung gibt es nicht, aber eine Faustformel dient in der Praxis als erste Orientierung.

Die Abfindungs-Faustformel

Häufige Richtgröße: 0,5 Bruttomonatsgehälter pro Beschäftigungsjahr

Beispiel:

  • 10 Jahre Betriebszugehörigkeit

  • 4.000 € Bruttomonatsgehalt

➡️ 0,5 × 10 × 4.000 € = 20.000 € Abfindung

Diese Formel ist keine gesetzliche Vorgabe. Die tatsächliche Abfindung kann höher oder niedriger ausfallen.

Abfindungsrechner

Mit unserem Abfindungsrechner erhälst du schnell eine erste Orientierung nach der Faustformel.

400€ 9000€
0 50
Anhand Faustformel Übliche Abfindung

⚠️ Hinweis: Der Abfindungsrechner ersetzt keine professionelle Prüfung.

Faktoren, welche die Abfindungshöhe beeinflussen

Die Abfindung ist fast immer das Ergebnis einer Verhandlung mit dem Arbeitgeber. Besonders relevant sind dabei:

  • Betriebszugehörigkeit: Je länger du dabei bist, desto höher fällt sie aus – das ist dein stärkstes Argument.

  • Kündigungsschutz: Wenn das Kündigungsschutzgesetz (KSchG) greift, stärkt das deine Verhandlungsposition enorm.

  • Alter und soziale Situation: Als älterer Arbeitnehmer oder bei Unterhaltspflichten (z. B. Familie) hast du stärkere Argumente für mehr.

  • Position im Unternehmen & Prozessrisiko: Höhere Positionen oder hohes Risiko für den Arbeitgeber treiben die Summe hoch.

👉 Du siehst: Die Faustformel ist nur ein grober Richtwert. Wie hoch eine Abfindung wirklich ausfallen kann, hängt von vielen Details ab, welche du am besten professionell bewerten lässt.

Abfindungshöhe verhandeln – Chancen und Tipps

In der Praxis zeigt sich immer wieder: Viele Arbeitnehmer holen nicht das heraus, was eigentlich möglich wäre. Denn eine faire Abfindung entsteht selten von selbst, sondern ist meist das Ergebnis einer guten rechtlichen Ausgangslage und gezielter Verhandlungen.

Typische Situationen mit guten Chancen auf eine faire Abfindung sind:

  • Kündigung ohne saubere Begründung

  • Fehler bei Fristen oder Formalien

  • Unklare Sozialauswahl

  • Aufhebungsvertrag unter Zeitdruck

👉 Schon die Androhung einer Kündigungsschutzklage kann den Druck auf deinen Arbeitgeber deutlich erhöhen und zu einer höheren Abfindung führen.

💡KLUGO Tipp

Es kann sinnvoll sein, deine Situation professionell prüfen zu lassen. So siehst du nicht nur, ob das Abfindungsangebot fair ist, sondern der Experte kann dich auch aktiv unterstützen, um in den Verhandlungen das optimale Ergebnis herauszuholen.

Abfindung und Steuern

Abfindungen sind steuerpflichtig, das heißt: nicht die gesamte Abfindungssumme landet netto bei dir. Meist wird jedoch die Fünftelregel (§34 EStG) angewendet. Sie verteilt die Steuerlast auf fünf Jahre und macht die Abfindung oft steuerlich vorteilhaft.

Die genaue Steuer hängt von deinem persönlichen Einkommen ab. Es kann daher sinnvoll sein, vorab eine Steuerberatung einzuholen oder das Finanzamt zu fragen, so kannst du realistisch einschätzen, wie viel von der Abfindung tatsächlich bei dir ankommt.

Abfindung und Arbeitslosengeld

Deine Abfindung wird nicht direkt auf das Arbeitslosengeld angerechnet.

Allerdings kann es bei Aufhebungsverträgen zu Sperr- oder Ruhezeiten von bis zu 12 Wochen kommen (§ 159 SGB III), weil die Agentur für Arbeit davon ausgeht, dass du deine Arbeitslosigkeit selbst herbeigeführt hast.

💡 Tipp: Vereinbare, wenn möglich, eine Sofortzahlung nach dem Kündigungsdatum. So kann das Arbeitslosengeld parallel laufen.

👉 Da die Regelungen kompliziert sein können, ist es sinnvoll, die Vereinbarungen vorher rechtlich prüfen zu lassen, damit du keine Nachteile hast.

Lohnt sich anwaltliche Unterstützung?

Für viele Arbeitnehmer ist schwer einzuschätzen, wie gut ihre Chancen wirklich sind. Eine rechtliche Ersteinschätzung kann schnell zeigen:

  • Ob die Kündigung angreifbar ist

  • Welche Abfindung realistisch möglich ist

  • Wie hoch das Verhandlungs- und Prozessrisiko für den Arbeitgeber ist

  • Welche Strategie sinnvoll ist

Gerade bei der Abfindungshöhe kann eine frühzeitige professionelle Unterstützung finanziell viel bewirken und schnell Tausende Euro mehr bringen.

Schon eine Ersteinschätzung kann helfen, dein Abfindungspotenzial optimal auszuschöpfen, bevor du Entscheidungen triffst.

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Häufige Fragen

Bekomme ich nach Kündigung eine Abfindung vom Arbeitgeber?

Nein, es gibt keinen gesetzlichen Zwang.

  • Bei Kündigung durch den Arbeitgeber zahlt der Arbeitgeber oft freiwillig, wenn du länger als 6 Monate da bist und die Firma mehr als 10 Mitarbeiter hat (nach Kündigungsschutzgesetz) – um teure Klagen zu vermeiden.

  • Bei Eigenkündigung hast du fast nie eine Chance auf eine Abfindung (außer in Sonderfällen wie Sozialplan).

Nach einer Kündigung bleiben dir die ersten drei Wochen, um die Situation zu prüfen und zu reagieren (§4 KSchG). Eine professionelle Einschätzung kann dir helfen, deine Möglichkeiten besser einzuschätzen.

Wie kann ich meine Abfindungshöhe berechnen?

Eine erste Orientierung bietet unsere Abfindungsrechner, dieser ersetzt jedoch keine rechtlich fundierte Prüfung.

Ist eine Abfindung steuerfrei?

Nein, Abfindungen unterliegen der Steuerpflicht, aber dank der Fünftelregel (§34 EStG) kann die Belastung oft reduziert werden. Die genaue Höhe hängt vom persönlichen Einkommen ab.

Brauche ich einen Anwalt für Abfindung?

Nicht zwingend, aber professionelle Unterstützung klärt deine Chancen, die realistische Höhe und die beste Strategie. So sparst du Frust und holst meist eine deutlich höhere Abfindung raus.

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