Was ist ein Aufhebungsvertrag?

Das rechtliche Gegenstück zum Arbeitsvertrag ist der Aufhebungsvertrag. Auch für diesen gibt es einige Regelungen und Aspekte, die beachtet werden müssen. Welche das sind, wird hier erklärt.

Was regelt die Aufhebungsvereinbarung und wer kann einen Arbeitsvertrag aufheben?

Unter einem Aufhebungsvertrag versteht man einen Vertrag, der zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer geschlossen wird und das Gegenstück zu einem Arbeitsvertrag darstellt. Der wesentliche Zweck eines Arbeitsvertrages ist es, ein Arbeitsverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu eröffnen und zu regeln. Der Aufhebungsvertrag hingegen regelt den übereinstimmenden Willen, das Arbeitsverhältnis zu einem bestimmten Zeitpunkt zu beenden bzw. aufzuheben.

Verträge im Arbeitsrecht – Infografik
Verträge im Arbeitsrecht – Infografik

Die Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch einen Aufhebungsvertrag ist ein zweiseitiger Vertrag. Das bedeutet: Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer müssen dem Vertrag zustimmen und ihn unterschreiben.

Der Aufhebungsvertrag beendet das Arbeitsverhältnis zu einem bestimmten Zeitpunkt. Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer müssen zustimmen.

Der Wille, das Arbeitsverhältnis vorzeitig und ohne Einhaltung von Kündigungsfristen wie bei einer ordentlichen Kündigung zu beenden, kann von Seiten des Arbeitgebers wie von Seiten des Arbeitnehmers ausgesprochen werden.

Vorschriften zum Aufhebungsvertrag:

  • Der Aufhebungsvertrag hat schriftlich zu erfolgen.
  • Er muss von beiden Seiten im Original unterschrieben werden.
  • Aufhebungen per Mail, SMS oder mündlich sind unwirksam.

Verschriftlichung des Aufhebungsvertrages


Die Vorgabe der Verschriftlichung des Aufhebungsvertrages ist gesetzlich festgeschrieben. In § 623 in Verbindung mit § 126 Abs. 2 BGB ist festgehalten, dass die Schriftformerfordernis einzuhalten ist.

Näheres zu den Fristen im Zusammenhang mit einem Aufhebungsvertrag finden Sie in unserem Beitrag zu den gesetzlichen Regelungen im Aufhebungsvertrag.

Gründe für eine Aufhebungsvereinbarung

Oft müssen Arbeitgeber gleich mehrere Arbeitnehmer aus betriebsbedingten Gründen entlassen. Um mögliche Kündigungsschutzklagen zu vermeiden, bieten sie diesen Arbeitnehmern einen Aufhebungsvertrag in Verbindung mit der Zahlung einer Abfindung an.

Aber auch Arbeitnehmer können ein Interesse daran haben, einen Aufhebungsvertrag abzuschließen – etwa wenn ein neuer Job mit besseren Konditionen in Aussicht steht. In diesem Fall möchte der Arbeitnehmer den bestehenden Arbeitsvertrag zügig und ohne Einhaltung von langen Kündigungsfristen aufheben.

Arbeitsvertrag aufheben: Was muss beachtet werden?

Sollten Sie einen Aufhebungsvertrag von Ihrem Arbeitgeber vorgelegt bekommen und haben Sie den Eindruck, dass er Sie zur Zustimmung drängen möchte, sollten Sie misstrauisch werden.

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Wird Ihnen ein Aufhebungsvertrag angeboten, lassen Sie sich am besten ausführlich beraten. So können Sie die Risiken gegenüber den Vorteilen des Aufhebungsvertrages abwägen.

Neben vielen Vorteilen gegenüber einer normalen Kündigung wie mögliche Abfindungszahlungen und Einfluss auf die Bewertung im Arbeitszeugnis birgt ein Aufhebungsvertrag auch einige Risiken.

Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beitrag Aufhebungsvertrag: Vor- und Nachteile.

Was genau zu tun ist, wenn es um einen Aufhebungsvertrag geht, noch einmal zusammengefasst in einer Checkliste:

  • Möchten Sie oder der Arbeitgeber den Aufhebungsvertrag abschließen? Bietet ihr Arbeitgeber den Aufhebungsvertrag an: Prüfen Sie den Hintergrund. Hat er Sie über die arbeitsrechtlichen Folgen aufgeklärt?
  • Lassen Sie sich beraten: Was ist der Aufhebungsvertrag? Was sind in Ihrem Fall die Vor- und Nachteile für Sie und den Arbeitgeber? Welche Risiken gibt es?
  • Wenn Sie über die Risiken informiert sind und der Aufhebungsvertrag zustande kommt: Besteht der Vertrag schriftlich und ist von beiden Parteien unterschrieben?
  • Wenn alle Punkte beachtet sind, steht dem Aufheben des Arbeitsvertrags nichts mehr im Wege.

Bei rechtlichen Fragen zum Thema Aufhebungsvertrag helfen wir Ihnen gerne im Rahmen einer kostenlosen Erstberatung weiter. Unsere kompetenten Fachanwälte stehen Ihnen dabei mit juristischem Rat zur Seite und unterstützen Sie bei allen Anliegen.

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