Inhalte einer Kündigung

Um die Wirksamkeit eines Kündigungsschreibens zu gewährleisten, müssen bestimmte förmliche Voraussetzungen erfüllt werden, ebenso wie die betreffende Kündigungsfrist. Des Weiteren kann die Nennung eines Kündigungsgrundes notwendig sein.

Muss mein Kündigungsschreiben einen Grund enthalten?

Wenn Sie als Arbeitnehmer Ihren Arbeitsvertrag ordentlich und fristgemäß kündigen möchten, brauchen Sie im Kündigungsschreiben keinen Grund anzugeben. Sie können Ihr Arbeitsverhältnis jedoch auch außerordentlich und fristlos kündigen. Hierfür muss ein wichtiger Grund vorliegen und auch benannt werden.

Wichtige Gründe, die eine fristlose Kündigung durch den Arbeitnehmer rechtfertigen, sind zum Beispiel:

  • Sexuelle Belästigung
  • Grobe Pflichtverletzungen des Arbeitgebers
  • Gesundheitsgefährdung
  • Diskriminierung
  • Anhaltendes Mobbing
  • Dauerhaft unpünktliche Zahlung des Gehaltes
  • Nichtzahlung des Gehaltes
  • Unwiederbringlicher Vertrauensverlust zum Arbeitgeber

Vorsicht: Sie als Arbeitnehmer müssen den Beweis erbringen, dass eine Fortführung des Arbeitsverhältnisses unzumutbar ist.

Form der Kündigung nach BGB


Im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) sind diverse Aspekte von Arbeitsverträgen und deren Kündigung geregelt, unter anderem hinsichtlich der Form. Nach § 623 des BGB müssen Kündigungen oder Auflösungsverträge zwingend in schriftlicher Form erstellt werden.

Die Möglichkeit einer fristlosen Kündigung aus wichtigem Grund ergibt sich aus § 626 Absatz 1 des BGB. Hierzu muss eine individuell prüfbare Unzumutbarkeit vorliegen.

Welche Fristen muss ich bei einer Kündigung beachten?

Die ordentliche fristgemäße Kündigung kann jederzeit erfolgen. Die Dauer der Kündigungsfrist kann allerdings sehr unterschiedlich sein, je nachdem wie lang Sie im Unternehmen beschäftigt waren und ob eine gesetzliche Kündigungsfrist, eine tarifvertragliche Frist oder eine arbeitsvertragliche Frist gilt. Grundsätzlich gilt die individuellste Vereinbarung. Das heißt: arbeitsvertragliche Frist gilt vor tarifvertraglicher Frist gilt vor gesetzlicher Frist. Allerdings darf die individuelle Regelung in Ihrem Arbeitsvertrag nicht schlechter sein als die Regelung im Gesetz.

Kündigungstermin falsch angegeben – was nun?

Keine Sorge – selbst wenn Sie den Kündigungstermin nicht richtig angegeben haben, ist die Kündigung nicht unwirksam. Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden, dass sie in diesem Fall in eine Kündigung „zum nächstmöglichen Termin“ umzudeuten ist.

Ausnahme: Einen befristeten Arbeitsvertrag können Sie nur kündigen, wenn dies im Tarifvertrag oder Arbeitsvertrag entsprechend geregelt ist. Das Gesetz sieht die Möglichkeit, einen befristeten Arbeitsvertrag ordentlich zu kündigen, nicht vor.

Die außerordentliche fristlose Kündigung muss innerhalb von 14 Tagen nach Bemerken der Missstände erklärt werden. Wenn zum Beispiel Ihr Arbeitgeber bereits seit einem halben Jahr unpünktlich zahlt, können Sie nicht einfach fristlos kündigen. Hier muss zunächst eine Abmahnung ausgesprochen werden. Zahlt der Arbeitgeber erneut zu spät, können Sie die fristlose Kündigung aussprechen.

Welche Form muss ein Kündigungsschreiben haben?

Eine Kündigung muss immer schriftlich in Papierform erfolgen. Weder E-Mail noch Fax sind hier ausreichend. Sie können Ihre Kündigung wie einen ganz normalen Brief verfassen:

  • Ihr Name mit Anschrift und Datum
  • Name und Adresse Ihres Arbeitgebers
  • Betreffzeile mit Hinweis auf Kündigung
  • Ansprache des Empfängers (falls unbekannt, wählen Sie „Sehr geehrte Damen und Herren“)
  • Ausformulierung Ihrer Kündigung mit Kündigungszeitpunkt
  • Grußformel und Ihre eigenhändige Unterschrift (obligatorisch)

Wie muss ein Kündigungsschreiben zugestellt werden?

Die Kündigung kann persönlich eingereicht, mit der Post verschickt oder durch einen Boten übergeben werden. Außerdem ist es sinnvoll, den Zugang der Kündigung nachweisen zu können – zum Beispiel durch Zeugen, eine Empfangsbestätigung oder durch Übersendung per Einschreiben mit Rückschein.

Sie sollten den Zugang Ihrer Kündigung beim Empfänger bestenfalls nachweisen können. Wählen Sie daher einen Kündigungsweg mit Zugangsbestätigung wie den Versand per Einschreiben mit Rückschein.

Die Kündigung gilt erst als erklärt, wenn sie dem Arbeitgeber zugegangen ist. Der Zeitpunkt des Zugangs ist entscheidend für die Berechnung der Kündigungsfrist. Das Datum auf dem Kündigungsschreiben spielt für die Einhaltung der Frist keine Rolle.

klugo tipp

Wenn Sie in Betracht ziehen, Ihren Arbeitsvertrag zu kündigen, sollten Sie Ihren Arbeitgeber so früh wie möglich schriftlich und auf nachweisbarem Weg in Kenntnis setzen.

Abzug von Sozialversicherungsabgaben bei Abfindungen – Infografik
Übergabe der Kündigung bei Arbeitsunfähigkeit – Infografik

Abschließend eine Checkliste zum Kündigungsschreiben:

  • Grund: Im Falle einer fristlosen, außerordentlichen Kündigung müssen Sie den entsprechenden Grund angeben.
  • Frist: Mit Kündigungsfrist vereinbaren. Kündigungstermin im Schreiben unbedingt angeben.
  • Form: Kündigung immer schriftlich in Papierform verfassen und mit eigenhändiger Unterschrift versehen.
  • Zugang: Nachweisbaren Zustellungsweg wählen.

Bei rechtlichen Fragen zum Thema Kündigung helfen wir Ihnen gerne im Rahmen einer kostenlosen Erstberatung weiter. Unsere kompetenten Fachanwälte stehen Ihnen dabei mit juristischem Rat zur Seite und unterstützen Sie bei allen Anliegen.

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