• Ihre Vorteile auf einen Blick:
  • Soforthilfe
  • Rechtsklarheit
  • Zeit- & Geldersparnis

Welche Kündigungsgründe gibt es?

Sollten Sie eine Kündigung erhalten haben und kennen den Grund nicht oder sind sich nicht sicher, ob der genannte Grund auch eine Kündigung rechtfertigt, so haben Sie möglicherweise das Recht diese anzufechten.

Im Folgenden erfahren Sie, welche Gründe zulässig sind und bei welchen Sie eine gute Chance haben, Ihre Kündigung durch eine Kündigungsschutzklage anzugreifen. Die einzelnen Kündigungsgründe ergeben sich aus der jeweiligen Kündigungsart. Zunächst wird zwischen außerordentlicher und ordentlicher Kündigung unterschieden.

Infografik - Die Hauptgründe, warum Mitarbeiter kündigen.
Infografik - Die Hauptgründe, warum Mitarbeiter kündigen.

Welche Gründe können zu einer außerordentlichen (fristlosen) Kündigung führen?

Bei einer außerordentlichen (fristlosen) Kündigung bedarf es eines schwerwiegenden Fehlverhaltens des Arbeitnehmers. Mögliche Kündigungsgründe dafür sind natürlich immer vom Einzelfall abhängig, sodass es keine gesetzlich bestimmten Kündigungsgründe für eine außerordentliche Kündigung gibt.

Wir wollen Ihnen dennoch einige Beispiele nennen, damit Sie eine ungefähre Vorstellung haben, was ein solches schwerwiegendes Fehlverhalten sein könnte:

  • Betrug, Diebstahl oder Veruntreuung mit direktem Schaden für den Arbeitgeber
  • Beleidigung des Arbeitgebers
  • Geschäftsschädigende Aussagen
  • Arbeitszeitkontenbetrug
  • Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

Bei rechtlichen Fragen zum Thema Kündigung, helfen wir Ihnen gerne weiter:

Welche Gründe rechtfertigen eine ordentliche Kündigung?

Bei einer ordentlichen Kündigung wird zwischen drei Arten unterschieden:

  • Verhaltensbedingte Kündigung
  • Personenbedingte Kündigung
  • Betriebsbedingte Kündigung

Mögliche Gründe, die eine der Kündigungsarten rechtfertigen würden, können die folgenden sein:

Verhaltensbedingte Kündigung

Eine verhaltensbedingte Kündigung liegt vor, wenn der Arbeitnehmer durch die Art und Weise seines Verhaltens und seines daraus resultierenden Handelns dem Arbeitgeber direkt oder indirekt Schaden zugefügt hat.

Beispiele:

  • Arbeitsverweigerung
  • Häufige schuldhafte Verspätungen
  • Verstöße gegen arbeitsrechtliche Nebenleistungen

 

Personenbedingte Kündigung

Von einer personenbedingten Kündigung spricht man, wenn der Arbeitnehmer persönlich nicht mehr in der Lage ist, die erforderliche Leistung zu erbringen. Alle vom Arbeitnehmer nicht steuerbaren Umstände.

Beispiele:

  • Alkoholisiert während der Arbeitszeit
  • Mangelnde geistige Fähigkeiten
  • Persönliche Beeinträchtigungen, die das Betriebsinteresse gefährden

 

Betriebsbedingte Kündigung

Eine betriebsbedingte Kündigung resultiert nie aus dem Fehlverhalten oder dem Fehlen bestimmter Eigenschaften eines Einzelnen. Der Auslöser für eine solche Kündigung ist eine betriebliche Entscheidung/Veränderung in einem Unternehmen oder Unternehmensteil.

Beispiele:

  • Arbeitsrückgang
  • Schlechte Konjunktur
  • Outsourcing eines Betriebsteils

Beachten Sie bei der betriebsbedingten Kündigung unbedingt auch unsere Ausführung zum Thema Sozialauswahl unter Kündigungsarten.

Natürlich gibt es noch weitere Gründe, die eine Kündigung auslösen können. Wichtig für Sie als Arbeitnehmer ist es in erster Linie zu wissen, welche Bedeutung die jeweilige Kündigungsart hat. Sie sollten ein Gefühl dafür bekommen, welche Kündigungsgründe Auslöser sein können und welche dem Arbeitsrecht nach vielleicht unzulässig sind.

Was sind unzulässige Kündigungsgründe?

Ein häufig verwendeter, jedoch unzulässiger personenbedingter Kündigungsgrund ist ein lang anhaltender Krankheitsausfall des Arbeitnehmers in der Vergangenheit. Oft ist die Verärgerung des Arbeitgebers darüber groß. Gepaart mit weiteren Fehltritten des Arbeitnehmers kommt es häufig dazu, dass das Unternehmen leichtsinnig die personenbedingte Kündigung ausspricht.

Hier können Sie jedoch beruhigt sein: Was viele Arbeitgeber nicht wissen ist, dass es nicht auf die Länge der Krankheitstage in der Vergangenheit ankommt. Der Arbeitgeber ist in der Pflicht, eine Zukunftsprognose anzustellen. Ist eine Besserung/Genesung des Arbeitnehmers absehbar und kann dieser seine volle Arbeitsleistung bald wieder dem Arbeitgeber zur Verfügung stellen, ist eine personenbedingte Kündigung nicht zulässig und kann angefochten werden. Lediglich wenn von einer negativen Zukunftsprognose auszugehen ist, ist die Kündigung des Arbeitgebers gerechtfertigt.

Schwangerschaft ist ebenfalls kein gerechtfertigter Grund für eine Kündigung seitens des Arbeitgebers. Nach dem Mutterschutzgesetz genießen Schwangere einen Sonderkündigungsschutz.

Bei rechtlichen Fragen zum Thema Kündigung, helfen wir Ihnen gerne weiter:

Drucken E-Mail