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Abfindungsrechner

Der Abfindungsrechner berechnet die Höhe Ihrer Abfindung nach Abzug von Steuern. Wir erklären, was von der Abfindung übrig bleibt, ob Sie einen Anspruch haben und wie Sie eine möglichst hohe Abfindung aushandeln.

Abfindungsrechner: Abfindung nach Abzug von Steuern berechnen


Wie erhalte ich eine möglichst hohe Abfindung?

Prüfen Sie Ihren Anspruch

Es gibt nur in seltenen Fällen einen rechtlich begründeten Anspruch auf eine Abfindung. Das kann zum Beispiel der Fall sein bei einer betriebsbedingten Kündigung oder ein Anspruch, der sich aus einem Sozialplan, Tarifvertrag oder Einzelvertrag ergibt. Auch der Abschluss eines Aufhebungsvertrags kann einen Anspruch auf eine Abfindung begründen.

Auch wenn kein gesetzlicher Anspruch besteht, bieten viele Arbeitgeber bei Kündigung die Zahlung einer freiwilligen Abfindung an, um Ruhe zu haben und Gerichtskosten zu vermeiden. Die Abfindungshöhe bestimmt sich insbesondere durch die Dauer Ihrer Betriebszugehörigkeit und Ihr Bruttomonatseinkommen.

Kennen Sie Ihre Verhandlungsposition gut

Auch wenn es keinen allgemeinen Anspruch auf eine Abfindung gibt, ist der Kündigungsschutz in Deutschland eher auf der Seite der Arbeitnehmer. Ihrem Arbeitgeber ist in der Regel daran gelegen, langwierige Streitigkeiten vor Gericht zu vermeiden. Sie können Jahre dauern und vor allem auch Ihren Arbeitgeber viel Geld kosten.

Seien Sie sich also Ihrer Verhandlungsposition und Ihren konkreten Rechten bewusst – sie sind Ausgangspunkt und Basis für das Aushandeln einer möglichst hohen Abfindung. Stehen Sie selbstbewusst dafür ein und suchen Sie bei Unsicherheiten frühzeitig Beratung von einem Experten.

Reagieren Sie schnell

Sie können innerhalb von 21 Tagen nach Kündigungseingang eine Kündigungsschutzklage einreichen, um sich gegen Ihre Kündigung zu wehren. Bringen die Nachverhandlungen mit Ihrem Arbeitgeber also keinen Erfolg, sollten Sie diese Frist auf keinen Fall verpassen – andernfalls gilt die Kündigung als rechtmäßig und Sie haben keine Verhandlungsgrundlage mehr.

Kündigungsschutzverfahren sind für den Arbeitgeber mit einem hohen Risiko verbunden: Es ist wahrscheinlich das dabei die Unwirksamkeit der Kündigung festgestellt wird. Wehren Sie sich also auf diesem Weg gegen eine Kündigung, bekommen Sie fast immer eine Abfindung.


Wie berechnet man die Höhe der Abfindung?

Entscheidend bei der Berechnung Abfindungshöhe ist insbesondere die Dauer der Betriebszugehörigkeit: Je länger Sie bei Ihrem Arbeitgeber beschäftigt sind, desto höher fällt die Abfindung aus. Ein weiterer wesentlicher Faktor ist Ihr Bruttomonatseinkommen: Auch dieses ist maßgeblich für die Höhe der Abfindung und findet in unserem Abfindungsrechner Berücksichtigung.

Ihr Abfindungsrechner – Infografik

Abfindungshöhe berechnen – Infografik
klugo tipp

Mit unserem Abfindungsrechner können Sie die Höhe Ihrer Abfindung nach Abzug von Steuern berechnen. Prüfen Sie ein Abfindungsangebot immer gründlich und achten Sie vor allem auf das Einhalten wichtiger Fristen.

Wie viel bleibt Netto von der Abfindung übrig?

Viele Arbeitnehmer sind nach der Abfindungsvereinbarung enttäuscht darüber, dass sie von der vereinbarten Summe nur einen Teil tatsächlich auch ausgezahlt bekommen. Das liegt daran, dass auch eine Abfindung zum steuerpflichtigen Einkommen zählt und dementsprechend der Besteuerung unterworfen ist. Damit ist die Summe, der nachher auf dem eigenen Konto landet, spürbar kleiner als der ursprünglich vereinbarte Betrag. Um die Höhe der Netto-Abfindung zu berechnen, muss der Lohnsteuerbetrag von der Brutto-Abfindung abgezogen werden. Sobald die entsprechende Besteuerung wegfällt, erhalten Sie die Netto-Abfindung.

Für die Besteuerung ist es unwichtig, ob Sie im Rahmen eines Kündigungsschutzprozesses einen Vergleich abschließen oder ob Sie in Form eines Aufhebungsvertrags die Auflösung Ihres Arbeitsverhältnisses gegen Zahlung einer Abfindung vereinbaren – die Abfindung muss in jedem Fall versteuert werden. Steuerrechtlich kommt dabei die sogenannte Fünftelregelung zur Anwendung: Sie hilft dabei, die Steuerlast zu mindern, die sonst durch den Sprung im Steuertarif entstehen würde und die für eine zusätzliche Belastung des Arbeitnehmers sorgen würde.

Versteuerung einer Abfindung


Eine Abfindung wird nicht nach üblichem Satz versteuert. § 34 des Einkommensteuergesetzes beschreibt die Fünftelregelung, nach der die Abfindung durch fünf geteilt wird. Anschließend wird jeder Anteil einzeln besteuert. Die fünf einzelnen Beträge werden daraufhin zusammengerechnet.

Welche Zeiten zählen zur Betriebszugehörigkeit?

Sobald Sie als Arbeitnehmer aus dem Betrieb ausscheiden, wird eine mögliche Abfindung sich unter anderem an der Dauer Ihrer Betriebszugehörigkeit orientieren. Die Länge der Betriebszugehörigkeit ist damit direkt entscheidend für die Berechnung der Abfindung. Hier gilt die Faustregel: "Je länger, desto höher".

Damit verbunden ist in der Regel der Umstand, dass ältere Arbeitnehmer bei einem Ausscheiden aufgrund der langjährigen Mitarbeit eine höhere Abfindung erhalten als jüngere Kollegen. Das erscheint angesichts der schwierigen Arbeitsmarktsituation für ältere Arbeitnehmer nachvollziehbar und gerecht und soll gleichzeitig auch eine Belohnung darstellen für die lange Treue, die der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber gegenüber gezeigt hat.

Das Bundesarbeitsgericht hat in seinem Urteil vom 26.05.2009 entschieden, dass diese Praxis weder einen Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz darstellt noch das Verbot der Altersdiskriminierung tangiert.

Urteil vom 26.05.2009 – 1 AZR 198/08


In seinem Urteilvom 26.05.2009 entschied das Bundesarbeitsgericht, dass Altersdifferenzierungen in Sozialplänen zulässig sind. Ein Arbeitnehmer hat somit Anrecht auf eine von der Dauer seiner Betriebszugehörigkeit abhängige Abfindung.

Die Betriebszugehörigkeit umfasst alle Zeiträume, in denen Sie als Arbeitnehmer für einen bestimmten Arbeitgeber tätig sind. Ohne Belang ist dabei die Frage, ob Sie in der Zeit tatsächlich auch gearbeitet haben – so zählen auch Zeiträume wie zum Beispiel die Elternzeit als Zeiten der Betriebszugehörigkeit. Gleiches gilt für Zeiträume, in denen Sie als Teilzeitarbeitnehmer im Betrieb des Arbeitgebers beschäftigt waren: Auch diese gelten als Zeiten der Betriebszugehörigkeit.

Je länger ein Arbeitnehmer im Betrieb des Arbeitgebers tätig war, desto höher fällt seine Abfindung aus.

Sonderfall: Besonders kurze oder besonders lange Zeiten der Betriebszugehörigkeit

Bei besonders kurzen oder besonders langen Zeiten der Betriebszugehörigkeit kann die Anwendung einer pauschalen Berechnung zu unbilligen Ergebnissen führen. Daher hat sich in der arbeitsrechtlichen Praxis in derartigen Fallkonstellationen häufig die Notwendigkeit einer Korrektur ergeben: Diese sollte vom Arbeitnehmer in einer Verhandlung über die Abfindungshöhe angesprochen werden – natürlich insbesondere dann, wenn die Aussicht auf eine höhere Abfindung gegeben ist (in der Regel bei sehr kurzer Betriebszugehörigkeit).

Was zählt zum Bruttomonatseinkommen?

Ihr Bruttomonatseinkommen entspricht Ihrem Monatseinkommen ohne dem Abzug von Steuern und Sozialabgaben. Daneben zählen zum Bruttomonatseinkommen aber auch noch weitere Bezüge:

  • Prämien
  • Sonderbezüge (zum Beispiel Jahresgratifikation)
  • Sachbezüge (zum Beispiel Nutzung einer Dienstwohnung)
  • Geldwerte Vorteile (zum Beispiel Stellung eines Firmenwagens, der auch privat genutzt werden darf)

Werden auf die Abfindung Sozialabgaben fällig?

Im Gegensatz zur Steuerpflicht unterliegen Abfindungen, die als Entschädigung für den Verlust des Arbeitsplatzes gezahlt werden, gem. § 14 SGB IV nicht der Sozialversicherungspflicht. Dies liegt darin begründet, dass diese Abfindungen nicht als Arbeitsentgelt vom Arbeitgeber ausgezahlt werden. Achtung: Wird eine Abfindung als Arbeitsentgelt gezahlt (zum Beispiel bei der sogenannten "unechten Abfindung"), dann ist diese Zahlung der Sozialversicherungspflicht unterworfen.

Abfindungen werden in der Regel als Bruttozahlung vereinbart. Arbeitnehmer erhalten daher von der vereinbarten Abfindungshöhe nur einen Teil tatsächlich ausgezahlt.

Höhe der Abfindung: Mit welcher Summe können Arbeitnehmer rechnen?

Auch ohne einen Abfindungsrechner lässt sich eine mögliche Höhe der Abfindungszahlung leicht errechnen: Die gängige Faustformel dazu lautet, dass pro Jahr der Betriebszugehörigkeit mit einem halben bis maximal einem Bruttomonatsgehalt zu rechnen ist. Sowohl bei außergerichtlichen als auch bei gerichtlichen Verhandlungen über Abfindungen geht man zunächst von der Regelabfindung (Daumenregel) aus.

Beispiel:

Max arbeitet seit 10 Jahren im Betrieb seines Arbeitgebers und verdient pro Monat 4.000 Euro brutto. Im Rahmen einer betriebsbedingten Kündigung möchte er wissen, wie hoch seine Abfindung ausfällt.

Beschäftigungsjahre: 10
Letztes Bruttomonatsgehalt: 4.000 Euro
Regelabfindung: 20.000 Euro - 40.000 Euro

Nach Anwendung der Faustformel würde Max realistisch eine Abfindung in Höhe von 17.500 Euro bis maximal 35.000 Euro erwarten.

Abfindungsrechner online: Welche Daten werden benötigt?

Egal, ob Faustformel oder online Abfindungsrechner: Um einen ersten Wert zu errechnen, der Ihnen bei Verhandlungen und Planungen als Orientierung dienen kann, benötigen Sie zum einen Angaben zu Ihrer Betriebszugehörigkeit und zum anderen eine genaue Angabe Ihres Bruttomonatsgehaltes. Haben Sie die voraussichtliche Höhe Ihrer Abfindung berechnet, können Sie im nächsten Schritt mit unserem Abfindungsrechner Ihre Netto-Abfindung berechnen. So können Sie mit wenigen Klicks einschätzen, was Ihnen tatsächlich zusteht, wenn es um einen finanziellen Ausgleich für den Verlust des Arbeitsplatzes geht.

Unser Online-Rechner gibt Aufschluss darüber, wie viel Steuern Sie von Ihrer Abfindung abzuführen haben. Er versteuert Ihre Abfindung gemäß Fünftelregelung. Bei unserem Rechner sind daher Angaben zum Steuerjahr, Ehegattensplitting und der Kirchensteuer notwendig.

So kann eine Abfindung in der Regel berechnet werden:

  • Regelabfindung: etwa ein ganzes bis halbes Bruttomonatsgehalt x Beschäftigungsjahre.
  • Versteuerung: Bei der Besteuerung kommen die regulären Steuermerkmale wie etwa Einkommen und Lohnsteuerklasse zum Tragen. Generell wird eine Abfindung unter der besonderen Norm der Fünftelregelung versteuert.
  • Sie möchten eine Abfindung aushandeln oder Ihr Arbeitgeber hat Ihnen bereits ein Angebot gemacht? Bevor Sie den nächsten Schritt gehen, kann die Beratung durch einen Fachanwalt für Arbeitsrecht in Betracht sinnvoll sein. Er gibt Ihnen rechtssichere Auskunft zur möglichen Abfindungshöhe oder prüft, ob das Angebot Ihres Arbeitgebers angemessen ist. Achten Sie darauf, wichtige Fristen nicht zu versäumen und lassen Sie Ihre Kündigung auf Wirksamkeit prüfen.

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