Frau sitzt vor Rechner und bemerkt Anlagebetrug

Alles was du wissen musst Anlagebetrug erkennen und bekämpfen

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Hohe Renditeversprechen, aufdringliche Berater, unseriöse Plattformen. Anlagebetrug raubt jährlich Tausenden Deutschen ihr Erspartes. Kriminelle tarnen sich dabei als seriöse Investoren und Finanzexperten, haben es in der Regel aber nur auf dein Geld abgesehen.

In diesem Leitfaden zeigen wir dir, wie Anlagebetrug funktioniert, welche typischen Warnsignale es gibt, wie du dich schützt und was du unternehmen kannst, wenn du bereits Opfer geworden bist.

von KLUGO
16.12.2025
4 Min Lesezeit

Anlagebetrug erkennen & bekämpfen ☝️ Das Wichtigste in Kürze

  • Hohe Renditeversprechen und Zeitdruck sind klare Warnsignale. Finger weg!

  • Prüfe jeden Anbieter genau und gib niemals persönliche Daten oder Zugangsdaten heraus.

  • Bist du Opfer? Sofort Bank kontaktieren, Strafanzeige stellen und anwaltlichen Rat einholen.

Was ist Anlagebetrug?

Einfach erklärt: Anlagebetrug passiert, wenn dir jemand Investments als sicher oder besonders lukrativ verkauft, obwohl der Anbieter gar nicht vorhat, dein Geld richtig anzulegen, sondern es einfach klaut, verschwinden lässt oder in Fake-Projekte steckt.

Die 3 häufigsten Maschen:

  1. Fake-Plattformen
    Du siehst eine Werbeanzeige für z. B. „sichere 15% Rendite“ oder einen „Geheimtipp“. Du machst eine kleine Testeinzahlung von z. B. 250 €. Der Anbieter zeigt künstliche Gewinne an. Ein „Berater“ drängt dich, mehr zu investieren. Du zahlst weiter ein – dann bricht der Kontakt ab, dein Geld ist weg.

  2. Einmalzahlung
    Du bekommst einen Anruf oder eine Mail mit einem „einmaligen Angebot“, z. B. „100.000 € Einmalanlage, 20% Gewinn garantiert“. Du erhältst schicke Unterlagen und überweist eine große Summe. Der Anbieter meldet sich mit Ausreden – dann ist er weg und dein Geld auch.

  3. Immobilien- oder Sachwert-Fake
    Du siehst eine Anzeige für „garantierte 8% Mieteinnahmen“. Ein Vermittler überzeugt dich in einem Gespräch oder Webinar. Du leistest eine hohe Anzahlung. Es gibt „Verzögerungen“ – irgendwann ist die Firma insolvent oder nicht erreichbar.

Ziel der Betrüger: Dir als Opfer möglichst viel Geld aus der Tasche ziehen und sobald genug Geld geflossen ist, verschwinden sie und sind für dich nicht mehr erreichbar – dein Geld ist also weg.

💡KLUGO Tipp

Seriöse Anlagen haben immer Risiken. Wer „100% sicher" verspricht, der lügt.

Typische-Warnsignale von Anlagebetrug

  • Es werden sehr hohe Gewinne bei wenig oder gar keinem Risiko versprochen, meist mit Sätzen wie „garantierte Rendite“, „sicher“ oder „exklusiver Geheimtipp“.

  • Es wird Druck aufgebaut: Du sollst „heute noch“ investieren, weil das Angebot „bald weg“ ist oder „nur für kurze Zeit“ gilt.

  • Dubioser Anbieter: Sitzt im Ausland, nutzt Auslandskonten, keine klaren Firmenangaben, Impressum oder Kontaktdaten.

Sicherheits-Checks vor jeder Geldanlage

  • Prüfe den Anbieter bei der BaFin, in Warnlisten z. B. der Verbraucherzentrale und suche zusätzlich bei einer Suchmaschine nach dem Anbieter und informiere dich. Taucht er dort negativ auf, lass die Finger davon.

  • Schicke nie Kopien deines Ausweises, TANs, Zugangsdaten oder SMS-Codes an „Berater“, und erlaube niemandem Fernzugriff auf deinen Computer oder dein Handy.

  • Sei besonders vorsichtig bei Auslandsüberweisungen oder Kryptowert-Anlagen, wenn dir die Plattform oder der Anbieter unbekannt ist.

Weitere Tipps

  • Wenn dir etwas „zu gut, um wahr zu sein“ vorkommt, brich den Kontakt lieber ab und überweise nichts.

  • Hol dir eine zweite Meinung. Sprich z.B. mit deiner Hausbank, einer Verbraucherzentrale oder lass das Angebot rechtlich von einem Anwalt einordnen, bevor du investierst.

  • Wenn du glaubst, es mit Betrug zu tun zu haben, melde die Plattform oder das Angebot bei der Polizei oder Verbraucherstellen – damit schützt du auch andere.

Du bist schon Opfer von Anlagebetrug?

  1. Zahlungen stoppen: Tätige keine weiteren Überweisungen.

  2. Beweise sichern: E-Mails, Chats, Screenshots, Kontoauszüge etc.

  3. Bank informieren: Sprich mit deiner Bank über eine mögliche Rückbuchung.

  4. Strafanzeige stellen: Über polizei.de oder bei der Polizei vor Ort.

  5. Kryptobörse blocken: Falls Krypto geflossen sind, kontaktiere den Anbieter.

  6. Anwalt kontaktieren: Lass deinen Fall prüfen – KLUGO vermittelt dir Spezialisten für Anlagebetrug.

  7. Nicht warten: Handle umgehend, jeder Tag zählt!

Warum Rechtsschutzversicherungen bei Anlagebetrug oft NICHT zahlen

Auch wenn sich Anlagebetrug für dich wie ein klarer Betrugsfall anfühlt, lehnen viele Rechtsschutzversicherungen die Kostenübernahme ab. Die zwei Hauptgründe:

  1. Kapitalanlagen sind ausgeschlossen
    Geldanlage werden von Rechtsschutzversicherungen als bewusstes Risiko angesehen: „Du hast freiwillig investiert. Gewinne wären dein Gewinn gewesen, Verluste auch“

  2. Kein realistischer Gegner
    Bei professionellen Betrugsmodellen gibt es oft keinen greifbaren Gegner mehr. Die Anbieter sitzen z. B. im Ausland, sind nur Briefkastenkonstrukte oder längst verschwunden. Ohne verklagbarem Gegner kein finanzierbares Verfahren.

Häufiger Irrtum: „Die Versicherung kann doch einen Detektiv schicken, der Verantwortliche aufspürt!“

Realität: Nachforschungen werden nur finanziert, wenn eine Klage realistisch ist – was bei vielen Betrugsmodellen nicht der Fall ist.

Brauchst du rechtliche Unterstützung?

Ein Anwalt und Rechtsexperte hilft dir, deine Optionen zu prüfen und nächste Schritte zu planen.

⚠️ Wir unterstützen dich dabei, die passende rechtliche Hilfe zu finden – die eigentliche Beratung oder Betreuung erfolgt durch unsere qualifizierten Partner.

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