Scheidungskosten

Eine Scheidung ist nicht nur eine emotionale Belastung, sondern auch ein finanzieller Kraftakt. Zu Beginn einer Trennung sind die Kosten meist unbekannt und werden letztlich durch die Parteien und das Familiengericht bestimmt.

Wie teuer wird die Trennung?

Im Zuge einer Scheidung können unterschiedliche Kosten auf Sie zukommen:

  • Bei einer Scheidung ist auf jeden Fall mit Gerichtskosten zu rechnen.
  • Der Rechtsbeistand ist ein wesentlicher Kostenpunkt.
  • Je mehr Streitigkeiten, desto höhere Kosten entstehen im Regelfall.

Die Scheidung zieht nicht nur emotionale, sondern auch finanzielle Konsequenzen mit sich. Allein aufgrund der Tatsache, dass eine Ehe nur vom Richter geschieden werden kann, müssen Sie auf jeden Fall mit zusätzlichen Gerichtskosten für die Scheidung rechnen.

Zu den weiteren wesentlichen Scheidungskosten zählt die Bezahlung des Rechtsbeistandes. Rein aus finanzieller Sicht ist es deshalb ratsam, sich gemeinsam auf einen Rechtsanwalt zu einigen. Die Kosten für eine einvernehmliche Scheidung sinken somit stark.

Tendenziell gilt: Umso mehr Streitigkeiten und Widersprüche während des Trennungsprozesses bzw. Trennungsjahres auftreten, umso eher steigen auch die Gerichtskosten für die Scheidung an. Nicht selten werden sogar zwei Rechtsanwälte benötigt, weil sich beide Parteien nicht auf einen gemeinsamen Anwalt einigen können.

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Eine Scheidung ist eine komplexe Angelegenheit und kann nicht ohne einen Fachanwalt für Familienrecht durchgeführt werden. Es ist ratsam, sich aus Kostengründen einen gemeinsamen Anwalt zu nehmen und Streitigkeiten auf ein Minimum zu reduzieren.

Pauschale Scheidungskosten gibt es nicht

Im finanziell ungünstigsten Falle kommen Sie um die Heranziehung von Gutachtern nicht herum. Da es bei Anwälten und vor Gericht grundsätzlich keine Standardpreise gibt, kann die Frage nach den Scheidungskosten nicht pauschal beantwortet werden.

Vielmehr errechnet sich die Höhe nach dem eigentlichen Streit bzw. Gegenstandswert der Scheidung.

Bei einer Scheidung kommt es nicht auf das Geschlecht an. Das Gesetz schützt den sozial schwächeren Teil. Also denjenigen, der weniger verdient oder der Nachteile erlitten hat; etwa durch Kinderbetreuung.
Dr. Udo Völlings
Fachanwalt für Familienrecht

Diverse Kostenfaktoren bei Scheidung

Einfluss auf die Höhe der Scheidungskosten haben auch:

  • Die Anzahl unterhaltsberechtigter Kinder (bei mehreren Kindern steigt auch der Streitwert)
  • Das Nettoeinkommen der Ehepartner
  • Das Vermögen der Eheleute und gemeinsame Besitztümer
  • Sofern notariell vereinbart: der Versorgungsausgleich

Ist der Gegenstandswert berechnet, helfen die entsprechenden Verordnungen für Gerichtskosten (§ 34 GKG ) und Anwaltsgebühren (§ 13 RVG ) weiter. Hier finden Sie dann eine einschlägige Gebührentabelle für die errechnete Summe. Ein Mindestgegenstandswert von 2.000 Euro greift, wenn die Eheleute kein oder nur ein sehr geringes Einkommen haben.

Scheidungskosten – Infografik
Scheidungskosten – Infografik

Keine Scheidung ohne Anwalt

Vor Familiengerichten herrscht Anwaltspflicht, weshalb eine Trennung ohne Rechtsbeistand nicht möglich ist – wenngleich die Anwalts- und Gerichtskosten für die Scheidung den Löwenanteil in der Kostenkalkulation ausmachen. Wenn Sie sich allerdings frühzeitig über eine Gütertrennung einigen oder ein Ehevertrag alles regelt, beschleunigen Sie das Verfahren ungemein – was wiederum auch die zu entrichtenden Gebühren senkt.

§ 114 FamFG: Rechtsanwaltspflicht


Nach § 114 Abs. 1 FamFG müssen sich Ehegatten in Ehe- und Folgesachen und die Beteiligten in selbstständigen Familienstreitsachen durch einen Rechtsanwalt vertreten lassen.

Wer entscheidet über den Streitwert?

Für die Berechnung von Vermögen, Einkommen und Co. müssen die entsprechenden Unterlagen von Ihnen bereitgestellt werden. Schlussendlich legt das Gericht dann den genauen Streitwert fest.

Prozesskostenhilfe

Ist eine der beiden Parteien nicht imstande, die anfallenden Kosten und Gebühren eigenhändig zu decken, besteht die Möglichkeit zur Bewilligung von Prozesskostenbeihilfe. Hierfür maßgeblich ist das Einkommen des Antragsstellers. Je nach persönlichen Verhältnissen erhält dieser dann ein Darlehen oder aber sogar einen Zuschuss. Wenn der Antragssteller über der Mindesteinkommensgrenze liegt, wird ihm „nur“ ein Kredit gewährt, der zurückzuzahlen ist.

Können die Parteien die Kosten nicht selbst tragen, so kann Prozesskostenbeihilfe gewährt werden. Hierfür ist das Einkommen des Antragsstellers maßgeblich. Prozesskostenbeihilfe kann je nach Fall ein Darlehen oder ein Zuschuss sein. Teils lassen sich beim Errechnen des Streitwerts Freibeträge erheben.

Teilweise lassen sich bei der Errechnung des Streitwertes Freibeträge geltend machen, pauschale Aussagen sind hier aber nur schwer möglich.

Hier haben wir für Sie alles Wichtige auf einem Blick zusammengefasst:

  • Bei einer Scheidung sind Gerichts- sowie Anwaltskosten zu tragen.
  • Die Höhe der Kosten bemisst sich nach dem Streitwert, der vom Gericht festgelegt wird.
  • Eine Scheidung ist nur mit einem Anwalt durchführbar.
  • Bei finanziellen Engpässen kann Prozesskostenbeihilfe beantragt werden.

Bei rechtlichen Fragen zum Thema Familienrecht und Scheidung helfen wir Ihnen gerne im Rahmen einer kostenlosen Erstberatung weiter. Unsere kompetenten Fachanwälte stehen Ihnen dabei mit juristischem Rat zur Seite und unterstützen Sie bei allen Anliegen.

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