Scheidungsablauf

Eine relativ schnelle Scheidung ist dann möglich, wenn sich die Ehegatten einig sind. Hier kann ein Anwalt beide Parteien vertreten und den Versorgungsausgleich beim Familiengericht beantragen.

Schnelle Scheidung: Geht das überhaupt?

Der Ablauf einer Scheidung hängt zunächst einmal maßgeblich davon ab, ob es sich um eine einvernehmliche oder strittige Entscheidung handelt. Im ersten Fall lässt sich eine möglichst schnelle Scheidung verhältnismäßig einfach vollziehen: Hier ist bereits alles zwischen Ihnen und Ihrem ehemaligen Partner geregelt, zumeist wird nur ein Rechtsanwalt benötigt. Anders sieht der Ablauf einer Scheidung bei einer strittigen Trennung aus, denn hier empfiehlt es sich, einen jeweils eigenen Rechtsbeistand zu nehmen.

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Sobald eine Trennung entschieden ist, sollten Sie sich über Ihre Einkünfte und Ihr Vermögen Überblick verschaffen und eine Beratung aufsuchen. So können wichtige Themen wie Unterhalt, Zugewinn und Sorgerecht schnell im Scheidungsverlauf geklärt werden.

Scheidung erfolgt nur durch richterliche Entscheidung

Die Ehe kann nur vom Richter aufgehoben werden: Voraussetzung hierfür ist das Scheitern der Ehe. Davon ist auszugehen, wenn die Lebensgemeinschaft nicht mehr besteht und darüber hinaus auch nicht zu erwarten ist, dass die beiden Partner diese fortsetzen möchten.

§ 1564 BGB Scheidung durch richterliche Entscheidung


In Absatz (1) wird eindeutig formuliert, dass die Ehe nur durch die rechtskräftige Entscheidung des Richters aufgelöst werden kann. Der Antrag für die Scheidung kann von einem oder beiden Ehegatten stammen.

Der Rechtsanwalt hat die Aufgabe, dies gegebenenfalls nachzuweisen. In der Scheidungsfolgenvereinbarung werden alle Konsequenzen der Trennung für eine möglichst schnelle Scheidung geregelt. Bei Streitigkeiten verzögert sich der Ablauf einer Scheidung. Zur Eröffnung des Verfahrens ist ein entsprechender Antrag beim Amtsgericht des letzten gemeinsamen Wohnsitzes einzureichen.

Scheidungsverlauf – Infografik
Scheidungsverlauf – Infografik

Anfallende Rechtskosten

Aufgrund der Anwaltspflicht muss die Scheidung zwangsweise von einem Rechtsanwalt erledigt werden. Bei finanziellen Schwierigkeiten lässt sich gegebenenfalls Verfahrenskostenhilfe (VKH) beantragen. Als Antragssteller erhalten Sie zudem regelmäßig die Hälfte der Gerichtskosten vom ehemaligen Partner erstattet. Es folgt die förmliche Zustellung an den Gatten inklusive Fristsetzung zur Reaktion.

Es ist noch keiner nicht geschieden worden, weil er es sich nicht leisten konnte. Das Gesetz sieht für bedürftige Menschen eine Verfahrenskostenhilfe vor. Gerichtskosten und eigene Anwaltskosten werden dann von der Staatskasse übernommen.
Dr. Udo Völlings
Fachanwalt für Familienrecht

Schnelle Scheidung nur bei Zustimmung möglich

Nur wenn diesem Antrag zugestimmt wird, steht einer schnellen Scheidung nichts im Wege. Genauso ist der Empfänger aber auch dazu berechtigt, das Scheidungsbegehren abzulehnen oder mithilfe eines eigenen Rechtsbeistandes einen Ehescheidungsantrag zu stellen. Darüber hinaus übermittelt das Gericht in diesem Kontext die Unterlagen zur Durchführung des Versorgungsausgleiches. Dieser wird automatisch an den zuständigen Rentenversicherungsträger weitergeleitet, welcher dann die Rentenanwartschaften ausrechnet.

Der Trennungstermin vor Gericht

Beim eigentlichen Scheidungstermin besteht in der Regel für beide Ehegatten Anwesenheitspflicht, wenngleich diese Regelung innerhalb der letzten Jahre durchaus aufgelockert wurde. Unter gewissen Umständen und Voraussetzungen besteht auch die Möglichkeit einer Zuschaltung per Videokonferenz. Etwa 5 bis 20 Minuten sind hierfür zeitlich einzuplanen.

Die Anwesenheitspflicht beider Ehegatten kann nur selten durch eine Videokonferenz ersetzt werden. Wird der Trennungstermin von einem Ehegatten nicht anerkannt, kann sich die Scheidungsdauer bis zu drei Jahre hinauszögern.

Persönliche Angelegenheiten und der Scheidungsgrund werden nur dann relevant, wenn sich einer der beiden Parteien gegen die Trennung wehrt. Unbedingt zu beachten: Auch der Richter darf die Auflösung der Ehe nur aussprechen, wenn das Trennungsjahr von mindestens einem Jahr eingehalten worden ist. Bei Verweigerungen oder Streitigkeiten in Bezug auf den Trennungstermin setzt er die Verhandlung aus, die Scheidungsdauer lässt sich somit bis auf drei Jahre hinauszögern. Der abschließende Scheidungsbeschluss wird, sofern beide Parteien auf Rechtsmittel verzichten und in der Scheidungsfolgenvereinbarung alle Punkte geklärt sind, an Ort und Stelle rechtsgültig.

Ablauf einer Scheidung auf einem Blick:

  1. Scheidungsantrag wird eingereicht
  2. Zustellung des Antrages erfolgt durch das Gericht, wahlweise Ablehnung oder Zustimmung 
  3. Durchführung des Versorgungsausgleiches
  4. Scheidungstermin inklusive Scheidungsbeschluss

Bei rechtlichen Fragen zum Thema Familienrecht und Scheidung helfen wir Ihnen gerne im Rahmen einer kostenlosen Erstberatung weiter. Unsere kompetenten Fachanwälte stehen Ihnen dabei mit juristischem Rat zur Seite und unterstützen Sie bei allen Anliegen.

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