Kosten im Sorgerecht & Umgangsrecht

Nach einer Scheidung muss entschieden werden, welches Elternteil nun zukünftig die Kinder beherbergen und versorgen soll. Sorgerecht und Umgangsrecht sind hierbei gesetzlich geregelt.

Was man über die Kosten wissen sollte

Bei einer Scheidung entstehen Kosten, die nicht gleichmäßig zwischen den ehemaligen Ehepartnern aufgeteilt werden und über die Sie sich schon vor dem Vollzug der Scheidung informieren sollten.

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Lassen Sie sich beim Thema Sorgerecht auf jeden Fall von einem Fachanwalt beraten. So gehen Sie auf Nummer sicher, dass Ihre Rechte optimal vertreten werden.

Unterschied Sorgerecht und Umgangsrecht

Hier gibt es einen signifikanten Unterschied: Das Sorgerecht beinhaltet die Pflege und Versorgung des Kindes, während das Umgangsrecht das Recht beinhaltet, regelmäßigen Kontakt zueinander zu pflegen.

Das Gesetz regelt das Sorgerecht. Bei verheirateten Eltern gilt das gemeinsame Sorgerecht für ihre Kinder. Auch wenn sich verheiratete Eltern trennen oder scheiden lassen, bleibt es in der Regel bei der gemeinsamen Sorge.
Valeska Maas
Fachanwältin für Familienrecht

Beim Sorgerecht gibt es zahlreiche Vorschriften, die es zu beachten gilt. Im Gegensatz dazu kann das Umgangsrecht von den beteiligten Parteien frei gestaltet werden. Der Elternteil mit dem Sorgerecht übernimmt für das Kind die Personensorge und die Vermögenssorge. Das Elternteil kümmert sich also um die Ernährung, Unterkunft und sonstige Versorgung mit beispielsweise Spielzeug, Schulsachen und Medikamenten. Ferner muss die Person mit dem Sorgerecht auch Entscheidungen für das noch nicht volljährige Kind treffen, die für dessen Lebensführung unabdingbar sind.

Im Unterschied zum Sorgerecht bezieht sich das Umgangsrecht nicht auf die unmittelbare Pflege und Versorgung des Kindes. In den meisten Fällen werden die finanziellen Kosten alleine von der Person mit dem Umgangsrecht getragen. Vereinfacht gesagt beschreibt das Umgangsrecht das Recht des Kindes, Kontakt mit den Elternteilen zu haben. Zugleich ist es das Recht der Elternteile, mit dem eigenen Kind regelmäßig Zeit zu verbringen.

Das Sorgerecht für ein Kind beinhaltet die komplette Pflege und Versorgung des Kindes, während das Umgangsrecht den Kontakt des Kindes mit den Elternteilen regelt. Beim Sorgerecht müssen Sie in jedem Fall die gesetzlichen Regelungen beachten, während diese beim Umgangsrecht frei gestaltet werden können.

Kosten beim alleinigen Sorgerecht

Falls es keine außergerichtliche Einigung gibt, müssen beide Parteien zunächst einmal die Kosten für die Gerichtsverhandlungen und die Anwälte aufbringen. Die Höhe der Gerichtskosten hängt von der jeweiligen gerichtlichen Instanz, also von der entsprechenden Verfahrensentwicklung und dessen Fortgangs ab. Ähnlich verhält es sich auch mit den Anwaltskosten.

Die Person die das alleinige Sorgerecht bekommt, muss zunächst alle Kosten tragen, welche für das Kind anfallen. Sie hat aber Anspruch auf Unterhaltszahlungen vom geschiedenen Partner, welche vom Bruttoeinkommen abhängig sind.

Finanzielle Kosten beim Sorgerecht sind zum Beispiel:

  • Bekleidung und Verpflegung des Kindes
  • Unterkunftskosten wie Heizung, Strom und Miete
  • Kosten für Schulbücher
  • Anfallende Kosten bei Umgangsrecht

Wie beim Sorgerecht müssen auch beim Umgangsrecht Anwalts- und Gerichtskosten bezahlt werden, falls es keine außergerichtliche Einigung gibt. Normalerweise zahlt jedoch das Elternteil ohne Sorgerecht sämtliche Kosten des Umgangs, also Verpflegung, Unterhalt und Reisekosten. Es gibt jedoch Ausnahmen: So kann bei größeren Entfernungen zwischen den Wohnsitzen der Eltern gefordert werden, dass sich die Person mit Sorgerecht an den Kosten beteiligt.

Finanzielle Kosten beim Umgangsrecht sind zum Beispiel:

  • Fahrtkosten zum Abholen des Kindes
  • Verpflegung und Unterkunft des Kindes bei der Ausführung des Umgangsrechts
Regelungen Sorgerecht und Umgangsrecht – Infografik
Regelungen Sorgerecht und Umgangsrecht – Infografik

Umgangsrecht: Wer hilft bei den Kosten?

Beim Umgangsrecht bietet das Jugendamt verschiedene Beratungsangebote an, damit sinnvolle Umgangsregelungen geschaffen werden. Wer Hartz IV bezieht, kann zusätzlich noch einen Antrag auf Fahrtkostenerstattung für die Kosten bei Umgangsrecht beantragen.

Wer sich die Verfahrenskosten nicht leisten kann, der kann Verfahrenskostenhilfe beantragen. Dies ist ein Darlehen, welches ohne Zinsen zurückgezahlt werden kann.

Prozesskostenhilfe § 114 Zivilprozessordnung


(1) Eine Partei, die nach ihren persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen die Kosten der Prozessführung nicht, nur zum Teil oder nur in Raten aufbringen kann, erhält auf Antrag Prozesskostenhilfe, wenn die beabsichtigte Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet und nicht mutwillig erscheint. Für die grenzüberschreitende Prozesskostenhilfe innerhalb der Europäischen Union gelten ergänzend die §§ 1076 bis 1078.

Wenn Sie detailliertere Fragen zum Sorge- und Umgangsrecht und den damit verbundenen Kosten haben, helfen Ihnen unsere Rechtsanwälte im Rahmen der kostenlosen Erstberatung weiter. Hierbei klären sie Ihre ersten Fragen

  • zum Sorge- und Umgangsrecht
  • zu den Anwalts- und Gerichtskosten
  • zur Prozesskostenhilfe
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