Haftung bei Geburtsschäden

Neben regulären Behandlungsfehlern gibt es einen speziellen Rechtsbereich, der Geburtsschäden abdeckt. Hier finden Sie Informationen zu den gesetzlichen Regelungen und Ansprüchen auf Schmerzensgeld.

Was regelt das Geburtsschadensrecht?

Die Schwangerschaft und anschließende Geburt gehören wohl zu den intensivsten Momenten im Leben einer Frau. Niemandem ist zu wünschen, dass innerhalb dieser Zeit etwas schiefgeht – schon gar nicht infolge eines menschlichen Versagens seitens des behandelnden Personals.

Leider kommt es jedoch immer wieder zu menschlichem Versagen. Bei Behandlungsfehlern stellt sich die Frage nach einer möglichen finanziellen Haftung des verantwortlichen Personals. Dies gilt vor allem bei nachhaltigen Geburtsschäden, die große Auswirkungen auf das Leben der gesamten Familie haben.

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Wenn Sie der Meinung sind, dass Ihr Arzt einen Behandlungsfehler begangen hat, können Sie Einsicht in die Akte verlangen. Es sollten unter anderem das Geburtsprotokoll, ph-Wert A des Nabelschnurblutes und CTG-Aufzeichnungen vorliegen.

Gesetzliche Regelungen bietet hierbei das Geburtsschadensrecht. Dieses erstreckt sich von der unzureichenden Verlaufsbeobachtung durch den Gynäkologen während der Schwangerschaft bis hin zur Organisationshaftung seitens des Krankenhauses. Dabei spielt häufig ein fehlender oder mangelhafter Informationsaustausch zwischen den einzelnen Akteuren eine wesentliche Rolle.

Beweislast nach § 630h BGB


Nach § 630h BGB liegt die Beweislast eines Behandlungsfehlers beim Arzt:

Nach Absatz (2) und Absatz (3) hat der Behandelnde nachzuweisen, dass er die Einwilligung des Patienten eingeholt und diesen umfassend aufgeklärt hat. Hat der Behandelnde dies nicht ausreichend dokumentiert, so wird angenommen, dass die Aufklärung nicht stattgefunden hat.

Absatz (5) beschreibt, dass im Falle eines Behandlungsfehlers angenommen wird, dass dieser für die vorliegende Verletzung verantwortlich ist.

Sauerstoffmangel bei der Geburt

Zu den häufigsten Ursachen für Geburtsschäden zählt der Sauerstoffmangel während der Schwangerschaft oder Geburt, der mit einem sehr hohen Komplikationsrisiko verbunden ist. Trotz entscheidender Fortschritte in der Medizin, kann dieser im schlimmsten Fall sogar zum Tod des Säuglings führen.

Einer der häufigsten Ursachen von Geburtsschäden ist der Sauerstoffmangel während der Geburt. Daher muss jede Behandlung genau protokolliert werden. Wenn das medizinische Personal nicht hinreichend gehandelt hat oder ein vermeidbarer Fehler passiert ist, tragen diese die rechtlichen Konsequenzen.

Bemerkt der zuständige Arzt oder die Hebamme, dass ein Sauerstoffmangel bei der Geburt vorliegt, ist schnelles Handeln unabdingbar. Kann dem medizinischen Personal nachgewiesen werden, dass ihnen hierbei ein vermeidbarer Fehler unterlaufen ist, hat dies im Zweifelsfall weitreichende Konsequenzen. Zur Vermeidung von Geburtsschäden werden Frauen während der Schwangerschaft daher regelmäßig überwacht. Krankenhäuser und Mediziner sind darüber hinaus dazu angewiesen, ihre einzelnen Schritte genaustens zu protokollieren, sodass sie belegbar nachweisen können, was sie konkret gemacht und veranlasst haben.

Ursachen für Geburtsschäden – Infografik
Ursachen für Geburtsschäden – Infografik

Schmerzensgeld bei Geburtsschäden

Die vor deutschen Gerichten zugesprochenen Schmerzensgeldansprüche sind im Vergleich zu anderen Ländern eher im unteren Bereich anzusiedeln. Höhere Beträge werden jedoch bei schwerwiegenden Geburtsschäden zugesprochen, da diese eine langfristige Beeinträchtigungen für Kind und Eltern nach sich ziehen: Die Behinderung oder gar der Verlust eines Kindes wird als derartig emotional belastend wahrgenommen, dass hier teils äußerst hohe Beträge gezahlt werden müssen. Schmerzensgeldtabellen und Fallsammlungen bieten in diesem Kontext eine nützliche Hilfe zur allgemeinen Orientierung.

Kostenlose Erstberatung zur besseren Einschätzung

Im Geburtsrecht gibt es verschiedene Aspekte wie:

  • Erwerbsminderungsschäden
  • Barunterhaltsschäden
  • Betreuungsunterhaltsschäden

Falls Sie Hilfe bei der Einschätzung Ihres Einzelfalls benötigen, finden Sie Rat in unserer kostenlosen Erstberatung. Kompetente Rechtsanwälte stehen Ihnen hierbei beratend zur Seite und klären Sie bei Bedarf über die verschiedenen Aspekte des Geburtsrechtes auf.

Abschließend fassen wir noch einmal die wichtigen Punkte des Geburtsschadensrechts für Sie zusammen:

  • Das Geburtsschadensrecht begründet sich auf den Patientenrechten.
  • Eine schwangere Frau hat das Recht auf eine umfassende Aufklärung über die Behandlung. Weiterhin muss die Behandlung umfassend dokumentiert werden.
  • Die Betroffene hat ein Recht auf Einsicht sowie Kopien der Behandlungsunterlagen.
  • Liegt ein vermeidbarer Behandlungsfehler vor, so liegt die Beweislast beim Arzt. Dieser muss durch Protokolle die Rechtmäßigkeit des Behandlungsverlaufes nachweisen.
  • Im Falle eines festgestellten Behandlungsfehlers muss meist ein Schmerzensgeld gezahlt werden. Hierbei bieten die Schmerzensgeldtabellen eine erste Orientierung.
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