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Abfindung und Arbeitslosengeld – was muss ich beachten?

Die Beendigung eines Arbeitsverhältnisses durch einen Aufhebungsvertrag mit hoher Abfindung kann sich unmittelbar auf Ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld auswirken. Um eine Sperrzeit durch die Bundesagentur für Arbeit zu vermeiden, sollten Sie sich unbedingt an die gesetzlichen Kündigungsfristen halten. Sofern Sie Ihr Arbeitsverhältnis fristgemäß beenden, haben Sie unabhängig von der Höhe Ihrer Abfindung uneingeschränkten Anspruch auf den Bezug von Arbeitslosengeld I.

Grundsätzlich besteht der Anspruch auf Arbeitslosengeld, wenn Sie sich bei der Bundesagentur für Arbeit rechtzeitig, also mindestens drei Monate vor Beendigung Ihres Beschäftigungsverhältnisses, arbeitssuchend melden. Außerdem müssen Sie in den vergangenen zwei Jahren für mindestens zwölf Monate in einem versicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis gestanden haben. Unter bestimmten Umständen gelten auch abweichende Voraussetzungen.

Infografik - Abfindung und was danach?
Infografik - Abfindung und was danach?

Wie hängen Kündigungsfristen und Sperrzeit zusammen?

Beenden Sie oder Ihr Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis vorzeitig und ohne Einhaltung der Kündigungsfristen, kann sich dies negativ auf Ihren Arbeitslosengeld-Anspruch auswirken. Gegebenenfalls droht Ihnen von Seiten der Bundesagentur für Arbeit eine Sperrzeit, in der Sie keine Bezüge erhalten. Diese Sperrzeit erstreckt sich über den Zeitraum der gesetzlich anfallenden Kündigungsfrist. Tarifvertraglich vereinbarte oder für Sie nachteilige längere Fristen werden in diesem Zusammenhang nicht beachtet.

Die Dauer der Sperrzeit ist zudem abhängig von der Höhe Ihrer Abfindung, Ihrem Alter und der Länge Ihres Arbeitsverhältnisses. Je nach Fallkonstellation wird Ihre Abfindung mit einem Prozentsatz von 25 bis zu maximal 60 Prozent auf Ihr Arbeitslosengeld angerechnet. Es gilt der Grundsatz: Je älter Sie sind und je länger Sie für Ihren Arbeitgeber tätig waren, desto höher ist Ihre Abfindung.

Wenn Sie den Sperrzeiten der Bundesagentur für Arbeit unterworfen sind und kein Arbeitslosengeld beziehen, müssen Sie zudem für Kranken-, Pflege- und Rentenversicherungsbeiträge selbst aufkommen.

Bei rechtlichen Fragen zum Thema Abfindung, helfen wir Ihnen gerne weiter:

Wie wirkt sich ein Abfindungsvergleich auf meinen Arbeitslosengeldanspruch aus?

Sollten Sie schon Arbeitslosengeld beziehen und die Beendigung Ihres Arbeitsverhältnisses über einen gerichtlichen Vergleich erstreiten, kann die daraus resultierende Abfindung ebenfalls Ihren Anspruch auf Sozialleistungen verringern: Die Abfindung wird bei der Berechnung des Ihnen zustehenden Arbeitslosengeldes II als Vermögen berücksichtigt.

Wie kann ich die Sperrzeit umgehen?

Liegen bestimmte Kündigungsgründe vor, haben Sie die Möglichkeit, eine Sperrzeit zu umgehen. Insoweit kommen sowohl private als auch berufliche Faktoren in Betracht. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Sie haben die konkrete Aussicht auf eine andere Stelle.
  • Eine weitere Zusammenarbeit ist Ihnen wegen Mobbings oder sexueller Belästigung nicht zumutbar.
  • Die Arbeitssituation überfordert Sie und durch den psychischen Druck droht Ihre Gesundheit zu leiden.
  • Sie möchten mit Ihrem Ehepartner zusammenziehen oder mit Ihrem Lebenspartner eine Erziehungsgemeinschaft gründen und müssen aus diesem Grunde den Wohnort wechseln. Die gemeinsame Betreuung eines Kindes stellt auch dann einen wichtigen Grund dar, wenn nur einer der Lebenspartner leiblicher Elternteil ist.

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