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Schufa-Eintrag löschen: Das sind Ihre Rechte

Es ist sehr unangenehm, einen negativen Schufa-Eintrag zu haben. Mit einem schlechten Score erhalten Sie nicht den Kredit für das Eigenheim oder den Neuwagen, aber auch kein Bankkonto.

So funktioniert die Schufa

Die „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“ (Schufa) ist nur eine von mehreren Wirtschaftsauskunfteien in Deutschland. Sie sammelt Daten zum Zahlungsverhalten von Bürgern. Anhand dieser Daten erstellt die Auskunftei einen Score, der Ihre Kreditwürdigkeit abbildet. Wie dieser gebildet wird, ist ein Geschäftsgeheimnis. Der Basis-Score ist eine Orientierung zur Kreditwürdigkeit, Sie können sich über Ihren Basis-Score mittels einer Selbstauskunft informieren.

Wichtiger ist der branchenbezogene Score. Mittels dieses Scores gibt die Schufa beispielsweise Finanzinstituten, der Wohnungsgenossenschaft oder einem anderen Unternehmen Auskunft über Ihr Zahlungsverhalten. So können Kreditinstitute das Risiko einschätzen, das es selbst und auch Sie als Kreditnehmer bei einer Kreditvergabe eingehen.

§ 31 BDSG Schutz des Wirtschaftsverkehrs bei Scoring und Bonitätsauskünften


Die Verwendung eines Wahrscheinlichkeitswerts über ein bestimmtes zukünftiges Verhalten einer Person zum Zweck der Entscheidung über die Begründung, Durchführung oder Beendigung eines Vertragsverhältnisses mit dieser Person (Scoring) ist u.a. nur dann zulässig, wenn das Datenschutzrecht gewahrt wird und die Person über die vorgesehene Nutzung dieser Daten unterrichtet worden ist.

Bei den gespeicherten Daten lässt sich zwischen positiven und negativen Einträgen unterscheiden.

Was sind positive Schufa-Einträge?

Hierbei handelt es sich um alle Informationen, die im normalen Zahlungsverkehr und dem Vertragswesen erhoben werden.

Besonders häufig werden in den folgenden Fällen positive Schufa-Einträge erstellt:

  • Kredite, die ordnungsgemäß abbezahlt werden
  • Handyverträge
  • Leasingverträge
  • Ratenzahlung bei Online-Versandhäusern

Ein solcher Schufa-Eintrag ist zunächst positiv, wenn keine signifikanten Zahlungsrückstände bestehen.

Was sind negative Schufa-Einträge?

Negative Schufa-Einträge entstehen, wenn signifikante Zahlungsrückstände bestehen oder andere Gründe zu einer schlechten Bonität führen. Finanzinstitute möchten gern wissen, ob der potenzielle Kreditnehmer für eine schlechte Zahlungsmoral bekannt ist oder sich vielleicht sogar aktuell in einem Insolvenzverfahren befindet.

Zu den häufigsten Gründen für einen negativen Schufa-Eintrag gehören die folgenden:

  • Unbezahlte Rechnungen: Werden Rechnungen nach einem ordnungsgemäßen Mahnverfahren nicht beglichen und ein negativer Schufa-Eintrag angekündigt, folgt dieser auch.
  • Kreditkündigung wegen ausbleibender Ratenzahlung
  • Privatinsolvenz
  • Einleitung eines Inkassoverfahrens
  • Eintragung ins öffentliche Schuldnerregister

Die Folgen eines negativen Schufa-Eintrags können immens sein. Je nach Schwere erhalten Sie keinen Kredit und keinen Vertrag mehr. Außerdem kann Ihnen das Bezahlen auf Rechnung oder die Ausstellung einer EC- oder Kreditkkarte verwehrt werden. Wenn möglich, sollten Sie deshalb alles dafür tun, um Ihren Schufa-Eintrag löschen zu lassen.

Wie lässt sich ein Eintrag in der Schufa löschen?

Um einen Schufa-Eintrag löschen zu lassen, gibt es je nach Situation zwei Ansprechpartner.

Zunächst ist die Schufa selbst der beste Ansprechpartner, um Informationen zu den Möglichkeiten der Löschung zu erhalten. Haben Sie einen Falscheintrag oder einen veralteten Eintrag entdeckt, können Sie sich mit den notwendigen Nachweisen direkt bei der Schufa melden.

Ein weiterer Ansprechpartner ist aber auch der Gläubiger bzw. Finanzinstitut selbst, bei dem Sie Schulden hatten. Führten diese Rückstände zu einem negativen Schufa-Eintrag und haben Sie die ausstehende Summe mittlerweile beglichen, können Sie um ein Bereinigen der Schufa bitten. Der Gläubiger sollte der Schufa in diesem Fall bestätigen, dass die Forderung beglichen ist.

In manchen Fällen ist es jedoch auch empfehlenswert, die Löschung eines Schufa-Eintrages durch einen erfahrenen Anwalt vornehmen zu lassen. Haben Sie beispielsweise Ihr Insolvenzverfahren mit einer Restschuldbefreiung beendet, bleibt diese Information für weitere drei Jahre als negativer Schufa-Eintrag bestehen.

Um nach einem Insolvenzverfahren eine neue Wohnung anmieten oder einen Handyvertrag abschließen zu können, kann eine vorzeitige Löschung erreicht werden. Dafür benötigt es aber eine hohe Expertise, weshalb in solchen Fällen die Beratung durch einen spezialisierten Anwalt empfohlen wird. Bei KLUGO können Sie sofort Kontakt zu einem Anwalt herstellen und erste rechtliche Fragen in Bezug auf die Löschung eines Schufa Eintrages klären.

Wann wird ein Schufa-Eintrag gelöscht?

Wann ein Schufa-Eintrag gelöscht wird, hängt von der Art des Eintrages und dem Vorgehen des Schuldners ab. Möchten Sie die automatischen Löschfristen nicht abwarten, gibt es in manchen Fällen die Möglichkeit, eine vorzeitige Löschung zu erreichen.

Automatische Löschfristen

Die automatischen Löschfristen gelten sowohl für positive wie auch negative Schufa-Einträge.

Einfache Anfragen Dritter

Haben Sie bei einem Finanzinstitut eine Kreditanfrage gestellt oder möchten Sie ein Girokonto eröffnen, wird sich die Bank in der Regel bei der Schufa nach Ihrem Zahlungsverhalten informieren. Hierbei handelt es sich um eine einfache Anfrage Dritter.

Sie wird im Normalfall für zwölf Monate gespeichert, jedoch kann eine solche Anfrage nur in den ersten zehn Tagen nach Eingang abgerufen werden.

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Alle Kreditanfragen werden an die Schufa gemeldet. Die Auskunftei geht davon aus, dass einige der Anfrage abgelehnt wurden, weshalb Sie Anfragen an weitere Finanzinstitute stellen. Das verschlechtert Ihr Scoring. Bitten Sie bei Ihrer Bank deshalb lediglich um eine Kreditkonditionsanfrage, die Score-neutral ist.

Beglichene Forderungen

Haben Sie eine offene Forderung beglichen oder einen Kredit ordnungsgemäß abbezahlt, wird der Schufa-Eintrag taggenau drei Jahre später gelöscht.

Haben Sie eine Bürgschaft übernommen, wird dies von der Schufa vermerkt. Nach dem Begleichen der Hauptschuld haben Sie ein Anrecht auf die sofortige Löschung des Schufa-Eintrages.

Beendete Vertragsverhältnisse

In der Schufa werden auch alle laufenden Vertragsverhältnisse festgehalten. Sobald ein solcher Vertrag endet und diese Information bei der Schufa eingegangen ist, muss der Eintrag unverzüglich gelöscht werden. Sie können bei der Auskunftei auch eine kostenlose Kopie alle personenbezogenen Daten beantragen, die dort über Sie abgespeichert sind. Finden Sie dort veraltete Daten, können Sie ihre Löschung veranlassen.

Nachweislich rechtswidrige Eintragung in der Schufa

Der Nachweis einer Rechtswidrigkeit ist eine weitere Möglichkeit, Schufa-Einträge vorzeitig löschen zu lassen.

Nur wenn Sie bei Vertragsabschluss oder einer schriftlichen Kreditanfrage darauf hingewiesen wurden, dass Daten an die Schufa oder eine andere Auskunftei übermittelt werden, ist ein daraus folgender positiver wie negativer Schufa-Eintrag rechtmäßig. Können Sie nachweisen, dass Sie nicht ausreichend informiert wurden, können Sie die vorzeitige Löschung Ihres Schufa-Eintrages beantragen.

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Da der Nachweis über die Verletzung der Informationspflicht oftmals nicht leicht zu erbringen ist, ist hier die Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Anwalt empfehlenswert.

Titulierte Schufa-Einträge vorzeitig löschen

Titulierte Schufa-Einträge werden mindestens drei Jahre gespeichert. Diese vorzeitig löschen zu lassen, ist nur unter besonderen Umständen und mit rechtsanwaltlicher Unterstützung möglich.

In einem Verfahren wird hierbei abgewogen, welche Interessen mehr wiegen – das (geschäftliche) Interesse der Schufa oder die Interessen des Betroffenen. Bei titulierten Einträgen handelt es sich oftmals um Insolvenzverfahren. Solche Einträge ziehen den Schufa-Score enorm nach unten.

Die Betroffenen können keine Wohnung anmieten, ein Bankkonto eröffnen oder online auf Rechnung einkaufen. Dies bedeutet im Einzelfall eine große Einschränkung in der Gestaltung des eigenen Lebens. Vor Gericht kann gemäß Art. 6, Abs. 1 Satz 1 lit. f) DSGVO eine Interessenabwägung vorgenommen werden.

Art. 6, Abs. 1 Satz 1 lit. f) DSGVO, Rechtmäßigkeit der Verarbeitung


Die Verarbeitung von Daten ist zur Wahrung der berechtigten Interessen des Verantwortlichen oder eines Dritten ist erforderlich, sofern nicht die Interessen oder Grundrechte und Grundfreiheiten der betroffenen Person, die den Schutz personenbezogener Daten erfordern, überwiegen.

So klagte 2018 ein Betroffener vor dem Landgericht Frankfurt am Main auf die vorzeitige Löschung seines Schufa-Eintrages. Diesen erhielt er aufgrund eines Insolvenzverfahrens, das mit einer Restschuldbefreiung beendet wurde. Anschließend sollten die Daten fristgemäß für weitere drei Jahre gespeichert werden.

Der Betroffene klagte, da er aufgrund des Eintrages keine größere Wohnung in Frankfurt finde, die er benötige, „um dort zukünftig mit seiner Ehefrau leben und mit ihr eine Familie gründen zu können. Außerdem könne er keine Ratenzahlungsgeschäfte und keine Handyverträge abschließen. (...) Auch bei der geplanten Selbständigkeit drohe der Eintrag potentielle Vertragspartner abzuschrecken“, heißt es in der Urteilsverkündung. Er sei zudem bei der Einleitung des Insolvenzverfahrens wegen einer psychischen Erkrankung nicht voll geschäftsfähig gewesen. Das Gericht wog das Interesse des Klägers und der Auskunftei ab und gab schließlich dem Betroffenen Recht.

Muss ein Lösch-Antrag bei der Schufa begründet werden?

Ein Löschantrag muss immer begründet werden. Wird er direkt an die Auskunftei gestellt, müssen Sie anhand von Dokumenten nachweisen, dass der Schufa-Eintrag unrechtmäßig oder veraltet ist. Können Sie dies nicht, müssen Sie ggf. bei Gläubigern anfragen, ob Sie Ihnen eine Bestätigung über den erfolgten Ausgleich der Forderung ausstellen. Sie können auch den Gläubiger darum bitten, den Schufa-Eintrag löschen zu lassen.

Schwieriger wird die Begründung bei einer vorzeitig erwünschten Löschung von titulierten Einträgen. Da Auskunfteien ein Interesse daran haben, Daten möglichst lang zu speichern, um sie ihren Kunden zur Verfügung zu stellen, braucht es in solchen komplexen Fällen anwaltliche Unterstützung. In der Erstberatung von KLUGO erhalten Sie direkt erste Antworten auf Ihre Rechtsfragen rund um das Löschen von Schufa Einträgen.

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Dann nutzen Sie einfach die KLUGO Rechtsberatung. Die Rechtsberatung ist ein Telefongespräch mit einem zertifizierten Anwalt aus unserem Netzwerk.