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Das Unterhaltsrecht nach der Scheidung – wie geht es finanziell weiter?

Direkt nach der Scheidung ändert sich vieles im Leben. Im Unterhaltsrecht werden eine Vielzahl von Regelungen für gegenseitige Verpflichtungen, vorrangig finanzieller Art, geregelt. Nach den Reformen 2008 und 2013 ergaben sich beim Anspruch auf Unterhalt, insbesondere in Bezug auf den Trennungsunterhalt, eine Reihe von wichtigen Änderungen.

Unterhaltsanspruch: Ab wann ist er beanspruchbar?

Infografik - Unterhaltspflicht.
Infografik - Unterhaltspflicht.

Während des Scheidungsprozesses können Sie Ihren nachehelichen Unterhalt noch nicht einklagen, da der Anspruch dazu erst einmal bestehen muss. Dies ist in der Regel ab dem Zeitpunkt der rechtskräftigen Scheidung der Fall. Bis dahin besteht aber möglicherweise Anspruch auf Getrenntlebensunterhalt.

Grundsätzlich gilt:

Unterhalt beantragen dürfen Sie nur, wenn Sie sich nach der Scheidung nicht dazu in der Lage sehen, eine Selbstversorgung zu gewährleisten. Ferner hat das Gesetz bestimmte Unterhaltstatbestände formuliert, aus denen sich möglicherweise eine Unterhaltspflicht ergibt.

Gerichtliche Unterhaltstitel lassen sich zwangsweise vollstrecken, unterliegen aber der Möglichkeit der Abänderung, sofern sich tatsächliche oder rechtliche Verhältnisse geändert haben. Um einen möglichen Unterhalt überhaupt adäquat berechnen zu können, sieht das Unterhaltsrecht für Sie und Ihren Partner eine Auskunftspflicht vor. Falsche Auskünfte unterliegen in diesem Kontext der Strafbarkeit.

Höhe der Unterhaltspflicht: Bruttoeinkommen als Basis

Gemäß §1578 BGB richtet sich das Maß der Unterhaltspflicht nach den ehelichen Lebensverhältnissen, d.h. es stellt auf den Zeitpunkt bis zur Scheidung ab. Als Ausgangspunkt zur Berechnung zieht das Unterhaltsrecht ferner Ihr Bruttoeinkommen als Basis heran. Hiervon werden dann finanzielle Verpflichtungen abgezogen. Dazu gehören:

     
  • Altersvorsorge
  •  
  • Miete
  •  
  • Versicherung

  • Selbstbehalt

Das bereinigte Nettoeinkommen fungiert als valider Ansatzpunkt zur möglicherweise bestehenden Verpflichtung. Der bereits erwähnte Selbstbehalt, den Sie für sich beanspruchen dürfen, liegt derzeit bei 1.200 Euro.

Was passiert bei ungleichem Verdienst?

Nichtdestotrotz ist es schwierig, genaue Angaben zum Einzelfall zu machen. Richter orientieren sich zusätzlich auch an den bereits erwähnten Unterhaltstatbeständen:

     
  • Betreuung eines gemeinsamen Kindes
  •  
  • Fortgeschrittenes Alter
  •  
  • Krankheit oder Gebrechen

  • Erwerbslosigkeit

  • Aufstockungsunterhalt

Verdienen Sie erheblich mehr als Ihr ehemaliger Partner, berücksichtigt das Unterhaltsrecht zudem, dass ein gewisser Teil auch für die Vermögensbildung verwendet wird.

Ein Sonderfall liegt bei der Erwerbslosigkeit vor, wodurch der geschiedene Partner demnach nicht dazu verpflichtet ist, jede Art von Erwerbstätigkeit aufzunehmen.

Der Aufstockungsunterhalt sorgt dafür, dass eine bestehende Einkommensdifferenz zwischen zwei Ehepartnern durch eine entsprechende Aufstockung ausgeglichen wird. Voraussetzung hierfür ist, dass beide Ehepartner sowohl vor der Trennung als auch danach berufstätig waren/sind.

Nachehelicher Unterhalt ist steuerrechtlich relevant

Im Übrigen ist der Bezug von nachehelichem Unterhalt für Sie einkommensteuerrechtlich relevant, muss also angegeben werden.

Falls Sie sich eine detaillierte Beratung in Bezug auf mögliche nacheheliche Ansprüche wünschen, nehmen Sie einfach unsere kostenlose Erstberatung in Anspruch. Dabei gehen unsere KLUGO Rechtsanwälte explizit auf Ihren Einzelfall ein und sind in der Lage, anhand der Daten erste Angaben zur möglichen Höhe von Zahlungen zu machen.


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