Düsseldorfer Tabelle

Bei einer Scheidung stellt sich oft die Frage nach dem Kindesunterhalt. Die Düsseldorfer Tabelle gibt Auskunft über dessen Höhe und stellt eine allgemeine Richtschnur dar.

Was ist die Düsseldorfer Tabelle?

Die Düsseldorfer Tabelle ist eine Tabelle, die Richtwerte darstellt, welche für die Berechnung des Unterhaltes, insbesondere des Kindesunterhaltes, zur Hilfe genommen werden. Eingeführt worden ist die Düsseldorfer Tabelle im Jahr 1962 durch das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf. Seitdem werden die Beträge immer wieder neu angepasst. Die enthaltenen Werte dienen dabei als Maßstab, ohne rechtsbindenden Charakter zu haben.

Die Düsseldorfer Tabelle ist eine Richtlinie bei der Bemessung des Kindesunterhalts. Sie dient als allgemeine Richtschnur für alle deutschen Familiengerichte. Die Tabelle wurde 1962 vom Oberlandesgericht Düsseldorf entwickelt und stetig neu angepasst.

Was beinhaltet die Düsseldorfer Tabelle?

Die Düsseldorfer Tabelle enthält:

  • Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen in Relation zum Kindesalter
  • Prozentstaffel
  • Bedarfskontrollbetrag (ist nicht identisch mit dem Selbstbehalt des Steuerrechts)

Die Tabelle enthält Werte, die nach dem Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen aufgelistet sind. Daneben sind die verschiedenen Altersstufen des Kindes aufgegliedert sowie eine Prozentstaffel und ein Bedarfskontrollbetrag. Alle Werte sind in Euro angegeben. Wichtig ist, dass der Bedarfskontrollbetrag nicht mit dem Selbstbehalt aus dem Steuerrecht gleichzusetzen ist.

Welche Altersstufen gibt es?

Die Düsseldorfer Tabelle unterscheidet im Rahmen des Kindesunterhaltes zwischen vier Altersgruppen. Diese werden gegliedert in die Gruppen:

  • 0–5 Jahre
  • 6–11 Jahre
  • 12–17 Jahre
  • ab 18 Jahre
Düsseldorfer Tabelle – Infografik
Düsseldorfer Tabelle – Infografik

Die Beträge in den einzelnen Spalten steigen jeweils zum einen mit dem Einkommen des Unterhaltspflichtigen, zum anderen mit dem Alter des Kindes an.

§ 1612 a BGB – Mindestunterhalt


Nach § 1612 a Abs. 1 BGB kann ein minderjähriger Unterhaltsberechtigter von einem Elternteil, mit dem nicht in Gemeinschaft gelebt wird, ein monatliches Unterhaltsgeld verlangen. Dies richtet sich nach den Einkommensverhältnissen und dem Alter des Berechtigten.

Richtige Anwendung der Düsseldorfer Tabelle

Um den Unterhalt berechnen zu können, wird zunächst geschaut, auf welchen Betrag sich Ihr Nettoeinkommen beläuft. Die erste Stufe sichert dabei den Grundbetrag. Das OLG hat bei seinen Berechnungen zugrunde gelegt, dass der Unterhaltspflichtige mindestens für zwei Personen Unterhalt zahlen muss. Sie bewegen sich in der linken Spalte entlang des Einkommens, welches für Sie gilt. Dann gehen Sie nach rechts und bleiben in der Spalte stehen, in welcher sich Ihr Kind altersmäßig befindet. Der angegebene Prozentsatz spiegelt die Steigerung des Unterhaltes gegenüber der ersten Stufe wider. Zugrunde gelegt wird am Ende der Betrag in der entsprechenden Spalte abzüglich einer 5-prozentigen Pauschale (bei Arbeitnehmern) und in der Regel noch abzüglich des Kindergeldes. Dieses wird bei minderjährigen Kindern zur Hälfte angerechnet und bei privilegierten volljährigen Kindern ganz. Hieraus können Sie den konkreten Unterhalt berechnen.

Für den Ehegattenunterhalt gilt das Prinzip der Teilung. Hierbei hat jedoch der arbeitende Teil einen Anspruch auf ein zusätzliches Siebtel des Einkommens.
Dr. Udo Völlings
Fachanwalt für Familienrecht

Mehrere unterhaltsberechtigte Personen

Problematisch wird es beim Berechnen des Unterhalts, wenn Sie nur ein geringes Einkommen haben und viele Unterhaltsverpflichtungen. Bei mehr als zwei Unterhaltsverpflichtungen rutschen Sie in die vorige Einkommensstufe. Zudem gibt es vorrangig und nachrangig unterhaltsberechtigte Personen. Da auch der Unterhaltsschuldner ein Recht auf Selbstbehalt hat, kann es passieren, dass bei einer zu hohen Belastung nur die vorrangig unterhaltsberechtigte Person Unterhalt erhält und der oder die nachrangige Person leer ausgeht.

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Die Unterhaltsberechnung kann bei mehreren unterhaltsberechtigten Personen schwierig sein. Hierbei kann ein Fachanwalt für Familienrecht eine kompetente Beratung geben, die in den meisten Fällen der Einschätzung eines Gerichts entspricht.

Besonderheiten / Unterhaltsvorschuss

Liegt Ihr Nettoverdienst über einem monatlichen Betrag von 5.101 €, so richtet sich der Kindesunterhalt nach den Umständen des Einzelfalls. Bei volljährigen Kindern, die trotzdem einen Anspruch auf Unterhalt haben und einen eigenen Hausstand führen, wird ein Pauschalbetrag in Höhe von 735 € monatlich veranschlagt. Für den Fall, dass der Unterhalt nicht gezahlt wird, kann bei Gericht ein Unterhaltsvorschuss beantragt werden.

In unserer abschließenden Checkliste finden Sie die wichtigsten Informationen zur Düsseldorfer Tabelle:

  • Die Düsseldorfer Tabelle entstand 1962, um die Berechnung von Unterhaltsforderungen zu regeln.
  • Die Tabelle wurde seitdem ständig angepasst und stellt eine allgemeine Richtschnur für die Höhe des Unterhalts dar.
  • Die Tabelle ist in Nettoeinkommen und Altersklassen aufgeteilt, um den genauen Unterhaltsbetrag zu ermitteln.
  • Bei sehr hohen Nettoeinkommen ist der Unterhalt im Einzelfall zu berechnen.

Bei rechtlichen Fragen zum Thema Familienrecht und Düsseldorfer Tabelle helfen wir Ihnen gerne im Rahmen einer kostenlosen Erstberatung weiter. Unsere kompetenten Fachanwälte stehen Ihnen dabei mit juristischem Rat zur Seite und unterstützen Sie bei allen Anliegen.

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