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Wie sich der Kindesunterhalt berechnen lässt

Der Kindesunterhalt ist der Unterhalt, den ein Elternteil zur Sicherung der Lebensführung des Kindes zahlen muss, wenn er nicht der sorgerechtliche Versorger ist.

Wann muss Kindesunterhalt gezahlt werden?

Im Falle einer Scheidung der Eltern hat das Kind Anspruch auf Unterhalt. Der Elternteil, bei dem das Kind lebt, stellt die Unterkunft und die Verpflegung und somit den Naturalunterhalt. Dementsprechend muss der andere Elternteil für den Barunterhalt aufkommen. Neben dem Kindesunterhalt muss auch im Falle einer Trennung ein Trennungsunterhalt gezahlt werden, wenn die Ehe Kinder hervorgebracht hat. Es ist aber immer der Selbstbehalt des Unterhaltspflichtigen zu berücksichtigen.

Wie beantragen Sie Kindesunterhalt?

Sobald Sie wissen, dass Sie Anspruch auf Unterhalt haben, können Sie beim zuständigen Familiengericht Unterhalt beantragen. Wenn eine Unterhaltspflicht tatsächlich besteht, wird das Gericht sodann die Höhe des Unterhaltes berechnen.

Wie berechnet sich der Kindesunterhalt?

Der Unterhaltsanspruch wird in seiner Höhe anhand der Düsseldorfer Tabelle berechnet. Hierfür wird das Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen ermittelt. Danach müssen Sie schauen, wie alt das unterhaltsberechtigte Kind ist. Einen Anspruch auf Unterhalt haben grundsätzlich sowohl minderjährige als auch volljährige Kinder. Diese werden in unterschiedliche Altersstufen eingeteilt. Der Unterhaltsanspruch steigt mit dem Einkommen und mit dem Alter des Kindes an. Die Werte in der Tabelle sind Richtwerte. Diese werden in der Regel noch mit dem Kindergeld verrechnet. Dies wird bei minderjährigen Kindern hälftig und bei privilegierten volljährigen Kindern ganz angerechnet. Zudem erhalten Erwerbstätige einen pauschalen Abzug in Höhe von 5 %. Aus diesem Endbetrag wird der Unterhaltsanspruch abgeleitet. Ab einem Nettoeinkommen von 5.101 € erfolgt die Festlegung des Unterhaltes individuell und vom Einzelfall abhängig. Bei volljährigen Kindern mit eigenem Wohnsitz gilt zudem eine Pauschale in Höhe von 735 €.

Infografik - Düsseldorfer Tabelle.
Infografik - Düsseldorfer Tabelle.

Was passiert, wenn nicht gezahlt wird?

Sollten Sie in die Situation geraten, dass der Unterhaltspflichtige seiner Unterhaltspflicht nicht nachkommt, haben Sie die Möglichkeit, einen Unterhaltsvorschuss bei Gericht zu beantragen. Dieser wird nach Möglichkeit beim Unterhaltspflichtigen wieder zurückgefordert, sobald dieser über die entsprechenden Mittel verfügt. Zudem können Sie den Unterhalt einklagen und mit Hilfe eines vollstreckbaren Unterhaltstitels einfordern.

Wie lange muss der Kindesunterhalt gezahlt werden?

Anspruch auf Unterhalt haben grundsätzlich minderjährige Kinder. Die Unterhaltspflicht endet jedoch nicht zwangsläufig mit dem Erreichen der Volljährigkeit. Der Anspruch auf Unterhalt bleibt bestehen, solange sich Ihr Kind in der Ausbildung befindet. Das gilt für das

     
  • Beenden der Schule oder
  •  
  • eine Erstausbildung.

Die Ausbildung kann in Form einer Lehre oder eines Studiums bestehen. Es ist sogar eine Kombination möglich, wenn die Lehrinhalte in zeitlichem und sachlichem Zusammenhang stehen oder es sich um eine mehrstufige Ausbildung handelt. Auch eine Orientierungszeit wird dem Kind zugestanden. Grundsätzlich werden auch das

     
  • BAFÖG
  •  
  • die Ausbildungsvergütung und
  •  
  • die Einkünfte aus Studentenjobs

beim Unterhaltsanspruch berücksichtigt. Keine Anrechnung finden Ferienjobs oder Nebentätigkeiten eines Schülers. Im Falle eines Studiums wird die durchschnittliche Studiendauer zugrunde gelegt. Nach der Ausbildung müssen Sie noch drei Monate weiterzahlen. Bei behinderten Kindern gilt eine lebenslange Unterhaltspflicht.


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