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Leasingvertrag

Leasingvertrag kündigen: Das gilt es zu beachten!

Möchte man sich ein neues Auto zulegen, stellt sich häufig die Frage, ob dieses gekauft oder geleast werden soll. Sollten Sie sich für Letzteres entschieden haben, finden Sie hier die wichtigsten Infos rund um den Leasingvertrag und wichtige Informationen für den Fall, dass Sie den Leasingvertrag kündigen möchten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Leasingvertrag ist in seiner Wirkung an den Mietvertrag angelehnt: Auch hier wird ein Gegenstand zum Gebrauch überlassen, ohne dass sich die Eigentumsverhältnisse ändern.
  • Häufig wird der Leasingvertrag als Alternative zur Finanzierung genutzt. Dies ist sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich möglich.
  • Als Leasingnehmer ist die Kündigung des Leasingvertrags nur in Ausnahmefällen und bei Vorliegen wichtiger Gründe möglich.
  • Auch ein Widerruf ist nur in eng gesetzten Grenzen möglich – und das auch nur dann, wenn Sie als Privatperson einen Leasingvertrag abgeschlossen haben.

Was ist ein Leasingvertrag?

Vorab sei zu erwähnen, dass es sich beim Leasingvertrag um eine sui-generis-Vertragsform handelt, die demnach nicht explizit durch Gesetze geregelt ist. Im Normalfall gilt für das Leasing: Eine bestimmte Sache wird gegen ein vorher festgelegtes Entgelt einem Nutzer zum Gebrauch überlassen. Beim Leasingvertrag gehen im Vergleich zum Mietvertrag jedoch auch die Wartungs- und Instandhaltungspflichten auf den Leasingnehmer über.

Bekannt ist diese Vertragsform unter anderem auch als Finanzierungsalternative. In solchen Fällen wird ein Finanzierungsleasingvertrag abgeschlossen. Dabei gibt es einen Unterschied zwischen sogenannten Vollamortisations- und Teilamortisationsverträgen: Ersterer bedeutet, dass die Nutzungsdauer der wirtschaftlichen Lebensdauer des Objektes gleicht, während die Summe der Leasingraten dem Gesamtwert der Leistung entspricht. Bei der Teilamortisation wird die Laufzeit von den Parteien vereinbart. Dieses Modell beinhaltet meist eine Kaufoption. Wird diese nicht genutzt, geht das Objekt in der Regel zurück an den Eigentümer.

Der Leasingvertrag ist nicht ausdrücklich im Gesetz geregelt. Vom Mietvertrag unterscheidet er sich insbesondere dadurch, dass Gewährleistungspflichten an den Leasingnehmer übergehen. Als Finanzierungsalternative tritt der Leasingvertrag häufig in Form von Vollamortisations- oder Teilamortisationsverträgen auf.

Operating Leasing und Null-Leasing

Eine besondere Vertragsform ist die des Operating Leasings. Häufig wird diese Variante genutzt, um vorübergehend Produkte zu finanzieren – zum Beispiel bei Engpässen in der Produktion oder dann, wenn dringender Bedarf in anderen Bereichen des Unternehmens besteht.

Bei Flugzeugen beispielsweise wird bevorzugt auf das Operating-Leasingzurückgegriffen. Eine Airline least ein Flugzeug und nach Vertragsbeendigung kauft eine der sogenannten „Billigairlines“ dieses für einen günstigen Preis.

Operating Leasing und Null-Leasing auf den Punkt gebracht:

  • Es besteht lediglich eine sehr kurze Grundmietzeit.
  • Der Leasinggeber aktiviert das Leasinggut. Er bestimmt also, wie hoch die Wertminderung während der Nutzungszeit ist.
  • Das Investitionsrisiko trägt der Geber. Er ist ebenfalls für die Wartung und für Reparaturen am Objekt verantwortlich (ähnlich wie beim Mietvertrag).
  • Der Leasingnehmer kann die Raten als Aufwand verbuchen.

Das Null-Leasing hingegen wird oft im Zusammenhang mit Autos genutzt. Dies kommt daher, dass der Begriff einst für Marketingzwecke von der Branche entworfen wurde. Inhaltlich meint das Null-Leasing, dass Sie das Fahrzeug zum Listenpreis erhalten, während Sie keine Zinsen zahlen müssen. Oft ist es jedoch so, dass jemand, der das Auto direkt kauft, bestimmte Rabatte erhält, womit der Listenpreis objektiv nicht dem realen Preis entspricht. Außerdem können schnell billigere Finanzierungsmodelle übersehen werden, wie zum Beispiel ein günstigerer Kredit der Hausbank.

Leasing-Investitionen in Deutschland von 2006 bis 2017 – Infografik
Leasing-Investitionen in Deutschland von 2006 bis 2017 – Infografik

Haftung bei Leasingverträgen

Da der Leasingvertrag ein typengemischter Vertrag aus kauf- und mietrechtlichen Elementen ist, richtet sich die Haftung immer nach dem Schwerpunkt des Vertrages. Darüber hinaus kommen möglicherweise – sofern vorhanden - noch Allgemeine Vertragsbedingungen (AGBs) zur Anwendung. , Ein Streitfaktor bei Haftungsangelegenheiten ist die Restwertabrechnung: Meist kalkuliert der Leasinggeber einen Restwert. Wenn dieser nicht erzielt wird, muss der Nehmer einen Ausgleich zahlen.

klugo tipp

Manche Leasinggesellschaften werben mit niedrigen Raten, kalkulieren dafür aber einen viel zu hohen Restwert ein. Lassen Sie sich nicht täuschen! Leasingverträge mit Kilometerabrechnung sind dagegen mit einem geringeren Risiko verbunden.

Insbesondere bei Autos spielt der Fahrzeugzustand eine entscheidende Rolle. Generell sollte der Zustand des Leasingobjekts der Laufleistung entsprechen. Davon sind die normalen Gebrauchsspuren abzugrenzen, die in den Leasingraten bereits enthalten sind. Finden sich Mängel am Objekt, haben Sie je nach Vertragsart bestimmte Schadensersatzansprüche und Kündigungsrechte.

Zurückbehaltungsrecht, § 273 I BGB


Bei Mangelhaftigkeit der Sache kann unter Umständen ein Zurückbehaltungsrecht bestehen.

Nach Absatz (1) bedeutet dies, dass die geschuldete Leistung zurückgehalten werden kann. Sollten Sie beispielsweise ein Auto geleast haben, das Mängel aufweist, müssten Sie die anfallenden Raten nicht bezahlen.

Lassen Sie im Vorfeld unbedingt von einem Rechtsanwalt feststellen, ob Sie im Recht sind. Ansonsten können hohe Kosten wegen einer Vertragsverletzung anfallen.

Beendigung und Kündigung des Leasingvertrages

Im Normalfall wird der Leasingvertrag beendet, indem er ausläuft. Dies ist insbesondere bei Teilamortisationen der Fall.

Übliche Optionen, die nach dem Auslaufen vereinbart werden können, sind:

  • Kaufoption (der Preis richtet sich nach dem Restwert)
  • Verlängerungsoption (Raten werden auf Basis des Restwertes neu berechnet)
  • Andienungsrecht (der Leasinggeber entscheidet, ob der Nehmer das Objekt nach Ablauf des Vertrages übernehmen muss)

Eine andere Form der Vertragsbeendigung ist die Kündigung. Bei Restwert-Leasingverträgen ist auch eine vorzeitige Beendigung möglich. In diesem Fall wird die Differenz zwischen Auflösungswert und Verkaufserlös mit dem Leasingnehmer verrechnet. Bei Eintritt einer Sachlage, in der die Fortführung des Vertrages nicht mehr zumutbar ist, haben Sie selbstverständlich die Möglichkeit, außerordentlich zu kündigen.

Wann kann ich einen Leasingvertrag kündigen?

Grundsätzlich ist die Kündigung des Leasingvertrages für den Leasingnehmer nur im Ausnahmefall möglich. Hier spielt das Schutzbedürfnis des Leasinggebers eine entscheidende Rolle. Dieser ist gerade an der Verbindlichkeit des Vertrages interessiert, um mit den vereinbarten Leasingraten die Anschaffung des Leasingobjektes zu finanzieren. Könnte der Leasingnehmer nach Lust und Laune den Leasingvertrag kündigen, würde das wirtschaftliche Risiko für den Leasinggeber unkalkulierbar anwachsen.

Für Sie als Leasingnehmer bedeutet das: Möchten Sie den Leasingvertrag vorzeitig kündigen, brauchen Sie dafür einen wichtigen Grund:

  • Das Leasingobjekt ist stark beschädigt oder wurde gestohlen.
  • Die Kündigung ist vertraglich vorgesehen.

Die Tatsache, dass Sie als Leasingnehmer kein Interesse an der Fortführung des Leasingverhältnisses haben, ist kein wichtiger Grund für die Kündigung des Leasingvertrages. In der rechtlichen Praxis wird hier stets auf die besonderen Umstände im Einzelfall abgestellt.

klugo tipp

Der Leasinggeber erleidet durch die Kündigung des Leasingvertrages einen wirtschaftlichen Schaden. Diesen wird er regelmäßig dem Leasingnehmer in Rechnung stellen, da dieser ja vorzeitig aus dem vertraglichen Verhältnis ausscheidet. Wirtschaftlich ist die Kündigung des Leasingvertrages daher in keinem Fall eine lohnenswerte Lösung.

Wie kündige ich einen Leasingvertrag?

Sollten Sie sich doch dazu entschließen, den Leasingvertrag zu kündigen, müssen Sie die Kündigung schriftlich an den Leasinggeber adressieren.

Die Kündigung muss dabei die folgenden Angaben zwingend aufführen:

  • Name
  • Adresse
  • Vertragsnummer
  • Kündigungstermin
  • Kündigungsgrund
klugo tipp

Verschicken Sie die Kündigung stets per Einschreiben. Dies ist zwar nicht Voraussetzung für die Gültigkeit der Kündigung, erleichtert aber bei Schwierigkeiten den Nachweis.

Ist das Kündigungsrecht bereits im Vertrag vorgesehen, dann ist dieses in der Regel an bestimmte Bedingungen gebunden. Die entsprechenden Vertragsklauseln finden sich in den Vertragsunterlagen und sind für juristische Laien nicht immer einfach zu erkennen. Dies gilt gerade auch dann, wenn eine Kündigung des Leasingvertrages angestrebt wird und unklar ist, ob das überhaupt möglich ist. Ein Rechtsanwalt für Vertragsrecht kann hier wertvolle Hilfestellung leisten und sowohl die einzelnen Vertragsklauseln prüfen, als auch die Möglichkeiten, die sich für Sie als Leasingnehmer rund um den Leasingvertrag ergeben.

Gibt es eine Alternative zur Kündigung des Leasingvertrages?

Wer als Leasingnehmer aus dem Leasingvertrag aussteigen möchte, der kann alternativ zur Kündigung des Leasingvertrages auch eine sogenannte Leasingübernahme in Betracht ziehen. Dies ist vor allem dann von Interesse, wenn die regelmäßigen Leasingraten aufgrund einer veränderten finanziellen Situation wirtschaftlich nicht mehr zu bewältigen sind.

Bei der Leasingübernahme tritt eine dritte Person an die Stelle des ursprünglichen Leasingnehmers. Er übernimmt insbesondere die Verpflichtung, die regelmäßigen Leasingraten zu entrichten. Der neue Leasingnehmer ist dabei im Vorteil: Er profitiert in der Regel von der Kürze der Vertragslaufzeit und handelt daher fast immer aus wirtschaftlichem Interesse heraus.

klugo tipp

Wenn Sie eine Leasingübernahme anstreben, sollten Sie sich auf speziellen Leasingbörsen informieren. Diese sind dazu gedacht, Leasingverträge anzubieten und Interessenten zu einer Leasingübernahme zu verhelfen.

Für die Leasingübernahme ist es lediglich erforderlich, dass der Leasinggeber in den Vertragsübergang einwilligt. Dies stellt in der Praxis erfahrungsgemäß kein Problem dar, ist aber oft an eine Gebühr gekoppelt. Des Weiteren ist eine schriftliche Vereinbarung mit dem neuen Leasingnehmer erforderlich, der die Einzelheiten der Leasingübernahme regelt.

Kann ich den Leasingvertrag nicht einfach widerrufen?

Wie bei vielen anderen Vertragsarten ist auch beim Leasingvertrag ein Widerruf grundsätzlich möglich. Allerdings ist die Frist für einen Widerruf begrenzt. Als Leasingnehmer stehen Ihnen dafür nur zwei Wochen nach Vertragsabschluss zur Verfügung. Probleme ergeben sich regelmäßig dann, wenn die 14 Tage bereits verstrichen sind und der Leasingnehmer nun doch aus dem Leasingvertrag heraus möchte.

Ein Widerruf ist grundsätzlich nur bei einem privaten Leasingvertrag möglich. Gewerbekunden, die einen Leasingvertrag abschließen, steht nach dem Willen des Gesetzgebers kein Widerrufsrecht zu. Dies ergibt sich explizit aus § 355 I des Bürgerlichen Gesetzbuches (kurz: BGB).

Ist die gesetzliche Widerrufsfrist überschritten, besteht realistisch kaum noch eine Chance, den Leasingvertrag per Widerruf vorzeitig zu beenden. Allerdings kann sich hier eine Ausnahme ergeben, wenn Sie als privater Leasingnehmer bei Vertragsschluss nicht ordnungsgemäß über Ihr Widerrufsrecht belehrt wurden. Möglicherweise besteht dann ein zeitlich unbefristetes Widerrufsrecht.

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Widerrufsbelehrung als Leasingnehmer ordnungsgemäß erfolgt ist, sollten Sie kompetente Unterstützung in Form eines juristisch versierten Anwalts in Erwägung ziehen. Er kann Ihnen sowohl bei Gesprächen mit dem Leasinggeber helfen, als auch bei einer möglichen gerichtlichen Auseinandersetzung rund um den Leasingvertrag. Auch bei allen anderen Fragen zum Thema Leasing helfen wir Ihnen gerne im Rahmen einer telefonischen Erstberatung weiter. Unsere kompetenten Partner-Anwälte stehen Ihnen dabei mit Expertise und Erfahrung zur Seite und unterstützen Sie bei allen Anliegen.

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