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arbeitsrechtliche Infos zu Weihnachten

Weihnachten und Arbeitsrecht - die Top 5 Fragen beantwortet

Weihnachten ist die Zeit der Besinnlichkeit – der feierliche Anlass sorgt aber auch immer wieder für interessante Fragen im Arbeitsrecht. Gibt es einen Anspruch auf Weihnachtsgeld? Und dürfen Arbeitgeber zu Weihnachten eine Kündigung aussprechen? Hier erhalten Sie Antworten auf die fünf häufigsten Arbeitsrecht-Fragen zu Weihnachten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Heiligabend ist ein normaler Arbeitstag, wenn er nicht auf einen Sonntag fällt. Deshalb können an diesem Tag Kündigungen zugestellt werden und es besteht im Allgemeinen eine Arbeitspflicht.
  • Mitarbeiter:innen müssen sowohl an digitalen wie auch an Weihnachtsfeiern in Präsenz nicht teilnehmen. Fallen sie in die Arbeitszeit, müssen Mitarbeiter:innen in dieser Zeit regulär arbeiten.
  • Weihnachtsgeschenke von Kunden dürfen behalten werden, wenn es die Unternehmensrichtlinien erlauben und sie der beruflichen Stellung des Mitarbeiters angemessen sind.
  • Es besteht ein Anspruch auf Weihnachtsgeld, wenn die Zahlung vertraglich festgehalten ist und sie eine explizite Entlohnung für geleistete Arbeit ist.

1. Gibt es bei digitalen Weihnachtsfeiern eine Anwesenheitspflicht?

Auch in diesem Jahr werden coronabedingt viele betriebliche Weihnachtsfeiern ausfallen oder digital stattfinden. Und ob nun in Präsenz oder remote: Es gibt immer Mitarbeiter:innen, die solche Veranstaltungen meiden. In beiden Fällen besteht für Mitarbeiter:innen keine Teilnahmepflicht. Findet die Weihnachtsfeier während der Arbeitszeit statt, müssen alle Mitarbeiter:innen, die nicht teilnehmen möchten, ihrer regulären Arbeit nachkommen.

2. Sind Kündigungen an Weihnachten erlaubt?

Im Arbeitsrecht ist Weihnachten ein wichtiges Thema, wenn es um Kündigungen geht. Zum Ende des Jahres laufen nämlich auch viele Kündigungsfristen ab: Am 31. Dezember endet ein Monat, ein Quartal und zugleich ein Kalender(-halb-)jahr. Deshalb handelt es sich auch um ein magisches Datum für die Personalabteilung, da bis zum Jahresende oftmals Kündigungen ausgesprochen werden. Bei der Berechnung der Kündigungsfrist müssen Feier- und Sonntage berücksichtigt werden. Deshalb ist es in einer feiertagsintensiven Zeit wie dem Dezember empfehlenswert, mit dem Verschicken des Kündigungsschreibens nicht bis zum 31. Dezember zu warten.

Der Heiligabend muss dabei nicht besonders berücksichtigt werden, denn es handelt sich um einen normalen Arbeitstag. Die Kündigung kann also an Heiligabend zugestellt werden. Das geschieht entweder durch Einwurf in den Briefkasten oder persönlich im Betrieb. Haben Sie Zweifel an der Rechtmäßigkeit Ihrer Kündigung? Dann besprechen Sie Ihre Situation mit einem Fachanwalt für Arbeitsrecht.

3. Dürfen Mitarbeiter:innen Weihnachtsgeschenke behalten?

Jedes Unternehmen kann in seinen unternehmensinternen Richtlinien festlegen, ob Mitarbeiter:innen Weihnachtsgeschenke von Geschäftspartnern annehmen dürfen. Ist es verboten, sollten Mitarbeiter:innen sich an diese Regelung halten, da sonst sie Kündigung drohen kann. Zudem müssen die Schenkungen im Einzelfall sozialadäquat sein. Geringfügige Geschenke sind zumeist erlaubt. Ob der Gutschein über 200 Euro oder der ausgesuchte Cognac noch der Stellung des jeweiligen Mitarbeiters entspricht, muss individuell bewertet werden.

4. Besteht für den 24. Dezember eine Arbeitspflicht?

Der 24. Dezember ist kein Feiertag und damit ein normaler Arbeitstag. Es gibt zwei Ausnahmen, die es erlauben, an diesem Tag nicht zu arbeiten:

  • Urlaub: Möchten Mitarbeiter:innen diesen Tag bereits zu Hause verbringen, können sie sich für Heiligabend einen ganzen oder halben Tag Urlaub nehmen.
  • Freistellung des Arbeitgebers: Es gibt Unternehmen, die ihren Mitarbeiter:innen an diesem feierlichen Tag unter Fortzahlung des Arbeitsentgelts ganz oder teilweise freigeben.

Alternativ kann ein Freizeitausgleich für geleistete Überstunden oder ein Schichtwechsel mit Kollegen in Frage kommen.

5. Wenn kein Weihnachtsgeld gezahlt wird – ist das rechtens?

Es ist von den Regelungen im Arbeitsvertrag abhängig, ob ein Mitarbeiter Anspruch auf Weihnachtsgeld hat. In dem Arbeits- oder Tarifvertrag kann explizit geregelt sein, dass der Arbeitnehmer ein Weihnachtsgeld erhält, dass Teil seiner Vergütung für die geleistete Arbeit ist. Ohne Zustimmung des Mitarbeiters bzw. der Gewerkschaft ist das Einbehalten des Weihnachtsgeldes hier praktisch nicht möglich.

Ist das Weihnachtsgeld eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers und keine vertraglich festgelegte Leistung, gibt es keinen Anspruch auf Weihnachtsgeld und es kann einbehalten werden.

Wurde Ihnen zum Ende des Jahres gekündigt? Oder haben Sie eine Abmahnung erhalten, weil Sie das Weihnachtsgeschenk eines Kunden behalten haben? Wenn Sie Arbeitsrecht-Fragen rund um das Thema Weihnachten haben, dann vereinbaren Sie gern einen Termin für ein unverbindliches Gespräch. Ein KLUGO Partner-Anwalt und Rechtsexperte für Arbeitsrecht wird Sie gern beraten.

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Beitrag juristisch geprüft von der KLUGO-Redaktion

Der Beitrag wurde mit großer Sorgfalt von der KLUGO-Redaktion erstellt und juristisch geprüft. Dazu ergänzen wir unseren Ratgeber mit wertvollen Tipps direkt vom Experten: Unsere spezialisierten Partner-Anwälte zeigen auf, worauf es beim jeweiligen Thema ankommt.