Muster und Vorlagen für Arbeitszeugnisse | KLUGO
Rechtsthemen
Blog
Über uns

Arbeitszeugnis erstellen: Muster & Vorlagen

Ein Arbeitszeugnis ist ein wichtiger Teil bei der Bewerbung um einen neuen Arbeitsplatz. Doch dem Arbeitnehmer ist nicht immer klar, was genau im Zeugnis stehen sollte. Hier finden Sie Hilfe zum Thema Arbeitszeugnis und Formulierungen.

Was ist ein Arbeitszeugnis und worauf sollte ich achten?

Das Arbeitszeugnis ist Ihre „Visitenkarte“ in der Arbeitswelt! Dieses Dokument kann mitentscheiden, ob Sie einen Job bekommen oder nicht. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie wissen, was Ihr Arbeitgeber über Sie geschrieben hat und ob die im Zeugnis verwendeten Codes und Formulierungen auch Ihrem tatsächlichen Arbeitsbereich, Ihrer Arbeitsqualität und Ihrem Sozialverhalten entsprechen. Weiterhin muss der Arbeitgeber bestimmte Einschränkungen bei der Erstellung des Arbeitszeugnisses beachten.

Wichtig zu wissen: Falsche Formulierungen, versteckte Hinweise oder ein falscher Aufbau lassen ein Arbeitszeugnis negativ erscheinen. Das muss nicht immer beabsichtigt sein und ist in vielen Fällen auf Unerfahrenheit zurückzuführen. Vorformulierte Zeugnisvorlagen sind eine gute Möglichkeit, hier auf der sicheren Seite zu stehen und helfen Ihnen, wenn Sie ein Arbeitszeugnis selbst schreiben wollen.

Die folgenden Dinge dürfen zum Beispiel nicht im Arbeitszeugnis stehen:

  • Angaben zum Gesundheitszustand
  • Mitgliedschaft im Betriebsrat
  • Politische Zugehörigkeit

Regelungen zu Angaben im Arbeitszeugnis


Diskriminierung ist auch im Arbeitszeugnis verboten.

Um Diskriminierung im Arbeitszeugnis zu verhindern, gilt der § 1 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes. Nach diesem darf das Zeugnis keine Hinweise auf Zugehörigkeit zu einer Religion, Ethnie oder auf politische Ansichten geben.

Wer erstellt ein Arbeitszeugnis und gibt es Muster?

klugo tipp

Wenn Sie gerne bestimmte Formulierungen in Ihrem Zeugnis haben möchten oder Wert auf mehr Einfluss bei der Erstellung des Zeugnisses legen, können Sie dieses auch selbst erstellen und Ihrem Arbeitgeber vorlegen.

Grundsätzlich erstellt das Unternehmen als Arbeitgeber für Sie ein Zeugnis (einfaches oder qualifiziertes Zeugnis). Oftmals können Arbeitnehmer jedoch ihr Arbeitszeugnis selbst erstellen, sofern der Arbeitgeber einverstanden ist. Dabei sind Details zu beachten, die man als Laie nicht wissen kann. KLUGO zeigt, was dabei zu beachten ist!

Rein rechtlich enthält insbesondere § 109 Abs. (1) der Gewerbeordnung einen Hinweis zum Arbeitszeugnis. Demnach hat der Arbeitnehmer bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses einen gesetzlich normierten Anspruch auf ein schriftliches Zeugnis. Das Zeugnis muss mindestens Angaben zu Art und Dauer der Tätigkeit enthalten (einfaches Arbeitszeugnis). Der Arbeitnehmer kann dabei auch verlangen, dass sich die Angaben darüber hinaus auf die Leistung das Verhalten im Arbeitsverhältnis erstrecken (qualifiziertes Arbeitszeugnis).

Neben dem einfachen und dem qualifizierten Arbeitszeugnis gibt es noch weitere Varianten: Dazu zählen zum Beispiel das Abschlusszeugnis, das Zwischenzeugnis, das Lehrzeugnis, das Praktikumszeugnis und das Zeugnis während der Probezeit.

Ein Arbeitszeugnis sollte im Idealfall die folgenden Elemente enthalten:

  • Angaben zum Aussteller
  • Titel
  • Personalien des Arbeitnehmers
  • Dauer des Arbeitsverhältnisses
  • Berufsbezeichnung und Funktion
  • Aufgaben sowie Verantwortungsbereich
  • Beförderungen
  • Beurteilung der Arbeitsleistung
  • Spezialkenntnisse
  • Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Dritten
  • Schlussformulierungen
  • Ausstellungsort
  • Ausstellungsdatum

Die Erstellung eines Arbeitszeugnisses folgt bestimmten Grundsätzen. Sie sorgen dafür, dass die Arbeitsleistung des Arbeitnehmers objektiv und leistungsgerecht erfolgt - und die Bewertung frei ist von subjektiven Wahrnehmungen.

Dazu zählen insbesondere:

  • Grundsatz der Wahrheit
  • Grundsatz des Wohlwollens
  • Grundsatz der Vollständigkeit
  • Grundsatz der Klarheit
  • Grundsatz der Individualität
  • Grundsatz der Einheitlichkeit

Vom Arbeitszeugnis zu unterscheiden ist die Arbeitsbestätigung: Sie enthält keine Bewertungen zu Leistungen oder Verhalten des Arbeitnehmers oder Angaben zum Kündigungsgrund.

Der Inhalt einer Arbeitsbestätigung umfasst lediglich:

  • Personalien des Arbeitnehmers
  • Aufgaben und Funktion
  • Art des Arbeitsverhältnisses
  • Dauer des Arbeitsverhältnisses
Im Normalfall erstellt der Arbeitgeber das Arbeitszeugnis. Sie können aber auch ein Arbeitszeugnis selbst entwerfen und dem Arbeitgeber als Vorschlag unterbreiten.

Arbeitszeugnis selbst erstellen

Fünf Tipps für die Erstellung eines Arbeitszeugnisses - Infografik
Fünf Tipps für die Erstellung eines Arbeitszeugnisses – Infografik

Sie möchten Ihr Arbeitszeugnis selbst erstellen? Um Ihnen die Erstellung eines individuellen, qualifizierten Arbeitszeugnisses zu erleichtern, stellen wir Ihnen hier kostenfreie Muster zur Verfügung:

Welche Elemente müssen in einem Arbeitszeugnis enthalten sein?

Ein Arbeitszeugnis ist im Bewerbungsprozess von großer Bedeutung. Umso wichtiger ist es daher, dass das Zeugnis vollständig und richtig ist. Daneben spielt aber auch die Reihenfolge bzw. der Aufbau eines Arbeitszeugnisses eine Rolle: Weicht der ehemalige Arbeitgeber davon ab, können Personalverantwortliche bei der Bewerbung misstrauisch reagieren.

Der Aufbau im Arbeitszeugnis entspricht dabei in der Regel der folgenden Reihenfolge:

  • Einleitung
  • Motivation
  • Arbeitsfähigkeit
  • Fach- und Branchenkenntnisse
  • Spezielle Sprach- oder IT-Kenntnisse
  • Arbeitsweise
  • Arbeitsqualität
  • Besondere Erfolge
  • Eventuell Projektarbeit
  • Gesamtnote
  • Sozialverhalten intern & extern
  • Kündigungsgrund
  • Dank und Bedauern
  • Zukunftswünsche

Arbeitszeugnis online erstellen

Zeugnisvorlagen können auch online komfortabel per Download genutzt werden, um ein Arbeitszeugnis online zu erstellen. Die enthaltenen Textbausteine können bei der Nutzung individuell personalisiert werden, um so ein ansprechendes persönliches Arbeitszeugnis zu erhalten. Das erstellte Zeugnis sollte im Nachgang mit dem Arbeitgeber zum Gespräch gemacht werden: Hieraus können sich Änderungswünsche oder Verbesserungsvorschläge ergeben.

Wichtig zu wissen: Auch dann, wenn Sie das Arbeitszeugnis online erstellen, bedarf es der Unterschrift des Ausstellers. Hier gilt der Grundsatz "Ausstellen & Unterschreiben" - dies ergibt sich aus der Rechtsprechung und aus § 126 Abs. (1) BGB.

Was ist ein Zwischenzeugnis und wie wird es erstellt?

Im Gegensatz zum einfachen oder auch qualifizierten Arbeitszeugnis dient ein Zwischenzeugnis dazu, schon während eines Beschäftigungsverhältnisses eine Beurteilung der Arbeitsleistung und der Arbeitseinstellung des Arbeitnehmers schriftlich festzuhalten. Es beschränkt sich daher auf einen bestimmten Zeitraum und wird häufig in der Form des qualifizierten Arbeitszeugnisses ausgestellt.

Einen Anspruch auf die Ausstellung eines Zwischenzeugnisses hat ein Arbeitnehmer dann, wenn er dafür einen wichtigen Grund vorweisen kann. Dieser kann zum Beispiel dann gegeben sein, wenn

  • der Arbeitnehmer den Arbeitsplatz innerhalb des Unternehmens ändert
  • der Vorgesetzte wechselt
  • eine Betriebsübernahme ansteht
  • Umstrukturierungsmaßnahmen durchgeführt werden
  • lange Unterbrechungen der Beschäftigung durch Elternzeit, Freistellung oder Krankheit

Das Zwischenzeugnis wird im Präsens formuliert: Damit wird auch aus dem Text heraus deutlich, dass es sich nicht um ein Endzeugnis handelt, sondern lediglich den aktuellen Status Quo des Beschäftigungsverhältnisses abbildet. Auch für die Erstellung eines Zwischenzeugnisses stellt KLUGO Ihnen hier kostenfreie Muster zum Download bereit:

Checkliste zum Arbeitszeugnis:

  • Das Arbeitszeugnis ist ein wichtiger Aspekt in der Karriere. Es muss wohlwollend geschrieben sein und Formulierungen enthalten, die der tatsächlichen Leistung entsprechen.
  • Das Zeugnis sollte gegengelesen werden. Ggf. kann Einspruch gegen eine bestimmte Formulierung erhoben werden.
  • Im Falle, dass der Arbeitgeber nicht bereit ist, das Zeugnis zu erstellen, können Sie auch selbst eines erstellen. Dieses legen Sie ihm anschließend als Entwurf vor.

Bei rechtlichen Fragen zum Thema Arbeitszeugnis helfen wir Ihnen gerne im Rahmen einer kostenlosen Erstberatung weiter. Unsere kompetenten Rechtsanwälte stehen Ihnen dabei mit juristischem Rat zur Seite und unterstützen Sie bei allen Anliegen.