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Schmerzensgeld nach Autounfall

Schmerzensgeld nach Autounfall – so bekommen Sie als Unfallopfer eine Entschädigung!

Autounfälle sind für alle Beteiligten ein belastendes Erlebnis. Neben den materiellen Schäden kann es durch einen Autounfall auch zu gesundheitlichen Einschränkungen, Schmerzen oder sogar irreversiblen Schäden kommen. Den Betroffenen kann dann ein Anspruch auf Schmerzensgeld zustehen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach einem Autounfall kann es zu Schmerzen oder Beschädigungen an der Gesundheit der Beteiligten kommen.
  • Das Unfallopfer kann dann einen Anspruch auf Schmerzensgeld haben, der sich gegen den Unfallverursacher richtet.
  • Der Anspruch auf Schmerzensgeld nach einem Autounfall unterliegt der regelmäßigen Verjährung von drei Jahren.
  • Als Unfallverursacher und auch als Unfallopfer sollten Sie in Erwägung ziehen, einen Anwalt für Verkehrsrecht hinzuziehen, um mögliche Ansprüche auf Schmerzensgeld genau zu prüfen.

Wann kommt ein Anspruch auf Schmerzensgeld nach einem Autounfall in Betracht?

Ein Autounfall hat im besten Fall nur Blechschäden zur Folge. Allerdings zeigt die Statistik, dass Unfälle im Straßenverkehr in vielen Fällen auch Personenschäden verursachen. Diese sind zwar in den letzten Jahren und Jahrzehnten aufgrund der modernen Bauweise von Fahrzeugen immer weniger geworden. Dennoch kommen jedes Jahr zahlreiche Verkehrsteilnehmer zu Schaden, wenn sie als Unfallbeteiligte in das Unfallgeschehen involviert sind. Nach dem Verursacherprinzip muss derjenige, der den Unfall verschuldet hat, für die Folgen des Unfalls einstehen. Dazu zählen alle materiellen Schäden, aber auch die Schäden, die an Leib und Leben anderer Unfallbeteiligter entstanden sind.

Statistisch gesehen sind bei einem Frontalaufprall Weichteilverletzungen die häufigste Verletzung. An zweiter Stelle folgen Frakturen und an dritter Stelle Organverletzungen. Diese können unter Umständen auch tödlich sein. Allerdings ist die Zahl der Getöteten bei Unfällen im Straßenverkehr seit Jahren rückläufig.

Geschädigte Unfallopfer können immer dann einen Anspruch auf Schmerzensgeld einfordern, wenn der Unfall ursächlich für die diagnostizierten Verletzungen ist. Zudem muss der Unfallverursacher zumindest fahrlässig gehandelt haben.

Auch im Verkehrsrecht gilt für die Bestimmung der Fahrlässigkeit § 276 Abs. 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches (kurz: BGB). Demnach handelt derjenige fahrlässig, „wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt“. Jeder Verkehrsteilnehmer muss demnach Gewissenhaftigkeit zeigen. Ebenfalls zur erforderlichen Sorgfalt gehört die Einhaltung gewisser allgemeingültiger Regeln.

Wichtig zu wissen: Kommt es durch den Autounfall zum Unfalltod, haben die Angehörigen grundsätzlich keinen Anspruch auf Schmerzensgeld für den Verstorbenen. Ein solcher Anspruch kommt nur ausnahmsweise in Betracht, zum Beispiel dann, wenn die Angehörigen durch den Unfalltod selbst eine gesundheitliche Beeinträchtigung erfahren.

In der verkehrsrechtlichen Praxis sind Unfallopfer und damit Geschädigte oft auf juristische Unterstützung durch einen Anwalt angewiesen. Das liegt daran, dass die Versicherungen, die rechtlich für die Zahlung von Schmerzensgeld zuständig sind, häufig einen entsprechenden Anspruch nicht anerkennen oder versuchen, diesen nach unten zu korrigieren. Ist dies der Fall, kommt das Verkehrsrecht zur Anwendung: Vor dem zuständigen Gericht wird dann geklärt, ob der Unfallverursacher tatsächlich für die Schäden einstehen muss und in welcher Höhe ein Anspruch auf Schmerzensgeld vorliegt.

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Wer muss das Schmerzensgeld nach einem Autounfall zahlen?

Auch im Verkehrsrecht gilt das Verursacherprinzip. Damit muss der Unfallverursacher dem geschädigten Unfallopfer das Schmerzensgeld in angemessener Höhe zahlen. Natürlich wird der Unfallverursacher das Schmerzensgeld nach einem Autounfall aber nicht aus eigener Tasche zahlen. Er wird den Anspruch des Geschädigten an seine Haftpflichtversicherung weitergeben, die für die entstandenen materiellen und auch immateriellen Schäden aufkommt.

Schmerzensgeld und Schadensersatz unterscheiden – Infografik
Schmerzensgeld und Schadensersatz unterscheiden – Infografik

Obwohl die Versicherung genau dafür da ist, Schäden zu regulieren, die aus Unfällen hervorgehen, gibt es in der Praxis oftmals Schwierigkeiten, wenn es darum geht, Schmerzensgeld nach einem Autounfall geltend zu machen. Dabei greifen die Versicherer gerne zu den unterschiedlichsten Tricks und Kniffen, um eine Zahlung zu umgehen. Besonders häufig werden den Geschädigten zum Beispiel Gegenangebote gemacht: Diese liegen dann unter der ursprünglichen Forderung und sind in der Regel als unangemessen zu betrachten. Stoßen Sie bei der Geltendmachung von Schmerzensgeld nach einem Autounfall auf Schwierigkeiten im Umgang mit der gegnerischen Versicherung, kann Ihnen ein Anwalt dabei helfen, eine angemessen Summe durchzusetzen.

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Als Geschädigter sollten Sie sich nach einem Autounfall nicht auf Verhandlungen mit der gegnerischen Versicherung einlassen. Mit der Unterstützung eines Anwalts für Verkehrsrecht lassen sich Ansprüche schnell und zuverlässig einfordern und durchsetzen – oft auch ohne gerichtliche Auseinandersetzung.

Schmerzensgeldtabelle

Verletzung nach einem Autounfall Urteil Schmerzensgeld
Leichte Prellungen von über zwei Wochen OLG München, 2016, Az. 10 U 3138/15 250 €
Schwere Kopfverletzung nach Autounfall; wegen Hirninfarkten Schwerstpflegefall; nach viereinhalb Monaten verstirbt Unfallgeschädigter. Der Schmerzensgeldanspruch geht auf die Erben des Verstorbenen über. OLG Celle, 2020, Az. 14 U 81/20 30.000 €
Unfallbedingtes Schleudertrauma 1. Grades sowie chronifizierte Depression OLG Düsseldorf, 2015, Az. I-1 U 159/14 10.000 €
Dauerhafter mittelschwerer Tinnitus als Unfallfolge OLG Naumburg, 2013, Az. 1 U 97/12 12.000 €
Dauerhafte Erektionsstörung aufgrund eines Autounfalls, welche zu Beeinträchtigungen des Sexuallebens, Stimmungsveränderungen und Depressionen führen kann OLG Naumburg, 2014, Az. 2 U 100/13 25.000 €
Verletzung von Brustkorb und Brustbein infolge des Verkehrsunfalls OLG München, 2013, Az. 10 U 3314/12 3.500 €
Schulterverletzung aufgrund des Verkehrsunfalls führten zu zweijährigen Beeinträchtigungen des Alltags und der Freizeit OLG Karlsruhe, 2012, Az. 9 U 38/11 7.500 €
Schwere Verletzungen aufgrund des Unfalls führten dazu, dass der Verletzte seitdem vom ersten Halswirbel an gelähmt ist, maschinell beatmet und zum großen Teil über eine Magensonde ernährt werden muss. Er ist - ohne Aussicht auf Heilung - bei vollem Bewusstsein. Der Kläger leidet Im Bereich von Hals und Kopf unter starken Schmerzen. OLG Schleswig-Holstein, 2033, Az. 9 U 92/03 500.000 € + eine monatliche Rente von 500 €

Wie hoch ist das Schmerzensgeld nach einem Autounfall?

Die Höhe des Schmerzensgeldes, das nach einem Autounfall den Geschädigten zusteht, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Zum Ausgleich gelangen dabei die bereits erlittenen Schmerzen bzw. die Schmerzen, die noch eintreten werden (zum Beispiel durch noch notwendige Operationen oder Behandlungen), Ängste und Sorgen bzw. psychische Beeinträchtigungen sowie Einschränkungen der Lebensfreude und Lebensqualität.

Bei der möglichen Höhe spielen folgende Faktoren eine maßgebliche Rolle:

  • Schmerzintensität
  • Eingriffsintensität
  • Folgeschäden
  • Dauer der Schmerzeinwirkung
  • Dauer der Arbeitsunfähigkeit
  • Grad der Arbeitsunfähigkeit
  • Dauer der stationären oder ambulanten Behandlung
  • Dauer und Ausmaß von Langzeitschäden

Wie bekomme ich Schmerzensgeld nach einem Autounfall?

Kommt es durch einen Autounfall zu einem – wie auch immer gearteten – Schaden, muss dieser im Nachgang ausgeglichen werden. Hierbei gilt grundsätzlich das Verursacherprinzip: Wer den Unfall zu verantworten hat, muss auch für den dadurch entstandenen Schaden aufkommen. Neben den Schmerzensgeldansprüchen können auf den Unfallverursacher aber auch andere juristische Konsequenzen zukommen: Je nach Unfallhergang ist dann auch eine Ordnungswidrigkeit oder sogar eine Straftat einschlägig.

Damit Sie als Geschädigter nach einem Autounfall Schmerzensgeld erhalten, müssen Sie Ihre Ansprüche zunächst auf außergerichtlichem Wege gegen den Unfallverursacher geltend machen. Dabei richten sich die Ansprüche im ersten Schritt gegen die Haftpflichtversicherung des Schädigers. Weigert sich diese, muss der Geschädigte mit einer Klage auf Schmerzensgeld vor dem zuständigen Gericht die eigenen Ansprüche geltend machen.

Wenn Sie mit einer Klage gegen die gegnerische Versicherung vorgehen, sollten Sie sich durch einen Anwalt für Verkehrsrecht unterstützen lassen. Er hilft Ihnen dabei, ein angemessenes Schmerzensgeld durchzusetzen und unterstützt Sie auch bei außergerichtlichen Verhandlungen mit der gegnerischen Versicherung.

Der Anspruch auf Schmerzensgeld nach einem Autounfall unterliegt wie alle anderen zivilrechtlichen Ansprüche der Verjährung. Diese beträgt für Schmerzensgeld nach einem Unfall drei Jahre ab dem Jahresende.

Bei Fragen zum Thema Verkehrsrecht oder auch bei Fragen rund um das Thema Schmerzensgeld nach Autounfall helfen wir Ihnen gerne im Rahmen einer telefonischen Erstberatung weiter. Unsere kompetenten KLUGO Partner-Anwälte und Rechtsexperten im Verkehrsrecht stehen Ihnen dabei mit juristischem Rat zur Seite und unterstützen Sie bei allen Anliegen.

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