Ihr Recht auf ein faires Arbeitszeugnis

Ein Arbeitszeugnis wird in der Regel bei Beendigung eines Arbeitsverhältnisses ausgestellt. Bei dem Thema gibt es viele Dinge zu beachten. In diesem Artikel finden Sie Informationen über gesetzliche Vorschriften und Zeugnissprache.

Was ist ein faires oder gutes Arbeitszeugnis?

Es gibt viele Gründe, warum ein Arbeitsverhältnis zu Ende geht. Ein neuer Job, eine neue Herausforderung, ein Umzug in eine andere Stadt. Aber auch Unzufriedenheit mit dem aktuellen Arbeitgeber oder den Arbeitsbedingungen können ausschlaggebend sein. Manchmal ist aus der (einst guten) Zusammenarbeit ein unschönes „Gegeneinander“ geworden: wechselseitige Vorwürfe, Schuldzuweisungen, Enttäuschung, Wut. In diesem Fall bleibt am Ende oft ein fader Beigeschmack.

Ausgerechnet in einer solchen Situation sind Sie darauf angewiesen, dass Ihr Arbeitgeber Ihnen ein faires Arbeitszeugnis erstellt. Ein „faires Zeugnis“ ist wohlwollend formuliert, denn das Zeugnis darf Ihr berufliches Weiterkommen nicht behindern. Was auch immer zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses geführt hat, Sie haben immer einen Anspruch auf ein faires Arbeitszeugnis!

Ein faires Arbeitszeugnis muss wohlwollend formuliert sein. Sie haben immer Anspruch auf ein faires Arbeitszeugnis.

Warum wird das Zeugnis verschlüsselt geschrieben?

Grundsätzlich verbietet das deutsche Arbeitsrecht Negativbeurteilungen im Zeugnis. Um dieses Verbot zu umgehen, hat sich unter Arbeitgebern eine Art Geheimcode für Arbeitszeugnisse entwickelt. Mit scheinbar neutralen oder sogar positiven Formulierungen kann so eine abschätzige Aussage über den Arbeitnehmer getroffen werden. Dem (geübten) Leser werden also verschlüsselte Hinweise auf eventuelles Fehlverhalten, Schwächen oder fehlende Motivation gegeben.

klugo tipp

Falls Sie eine unfaire oder unerwünschte Formulierung in Ihrem Arbeitszeugnis vermuten, können Sie es auch selbst überarbeiten und Ihrem Arbeitgeber die Korrektur als Vorschlag unterbreiten.

Insbesondere, wenn Sie ein qualifiziertes Arbeitszeugnis erhalten haben, sind die Möglichkeiten Ihres Arbeitgebers, unfaire Mittel einzusetzen, besonders groß. Denn Ihr Arbeitgeber ist verpflichtet, sich zu Ihren Leistungen und Ihrem Verhalten zu äußern. Mögliche Anhaltspunkte, dass in Ihrem Zeugnis etwas ganz anderes steht als Sie denken, finden Sie in unserem Beitrag Formulierungen und Codes.

Haben Sie nur ein einfaches Arbeitszeugnis erhalten, hat der Arbeitgeber nicht so viele Möglichkeiten, mit unfairen Mitteln zu arbeiten. Hier sind es überwiegend Formfehler, die darauf schließen lassen, dass Ihnen Ihr Arbeitgeber nicht (mehr) wohlwollend gegenübersteht. Eine fehlende Abschiedsfloskel zum Beispiel ist immer ein Indiz, dass es zum Ende hin „gehakt“ hat.

Die geheimen Codes in Ihrem Arbeitszeugnis – Infografik
Die geheimen Codes in Ihrem Arbeitszeugnis – Infografik

Recht auf faires Arbeitszeugnis durchsetzen

Grundsätzlich hat jeder Arbeitnehmer ein Recht auf ein Arbeitszeugnis. Dies gilt für:

  • Aushilfstätigkeiten
  • Voll- und Teilzeitbeschäftigungen
  • Freiberufliche Tätigkeiten
  • Ausbildungsverhältnisse

Daher darf Ihnen niemand Ihr Recht auf ein Arbeitszeugnis streitig machen. Seien Sie hartnäckig und bestehen Sie auf ein faires und wohlwollend formuliertes Arbeitszeugnis. Lassen Sie sich nicht vertrösten oder abwimmeln, bleiben Sie dabei aber immer höflich.

Anspruch auf ein qualifiziertes Zeugnis


Der Anspruch auf ein Zeugnis ist in § 630 des BGB festgelegt

Im Absatz (1) wird festgelegt, dass jeder Verpflichtete in einem Dienstverhältnis Anspruch auf ein Zeugnis über das Dienstverhältnis und die Dauer des Dienstverhältnisses hat. Auf Verlangen muss auch die Leistung beschrieben werden.

Ist der Verpflichtete ein Arbeitnehmer, so greift in dem Falle § 109 der Gewerbeordnung.

Wenn Sie kein Arbeitszeugnis erhalten haben oder sich nicht sicher sind, ob Ihr Arbeitszeugnis fair ist, helfen wir Ihnen gerne weiter.

Abschließend fassen wir noch einmal Ihre Rechte in Bezug auf ein Arbeitszeugnis zusammen:

  • Als Verpflichteter haben Sie immer einen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis.
  • Dieses Zeugnis muss wohlwollend formuliert und fair sein.
  • Die Formulierungen sind oft codiert.
  • Daher: Wenn Sie unfaire Formulierungen vermuten, lassen Sie sich am besten beraten.
  • In jedem Fall haben Sie die Möglichkeit, ein Zeugnis anzufechten, wenn dieses nicht fair formuliert ist .

Bei rechtlichen Fragen zum Thema Arbeitszeugnis helfen wir Ihnen gerne im Rahmen einer kostenlosen Erstberatung weiter. Unsere kompetenten Fachanwälte stehen Ihnen dabei mit juristischem Rat zur Seite und unterstützen Sie bei allen Anliegen.

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