• Ihre Vorteile auf einen Blick:
  • Soforthilfe
  • Rechtsklarheit
  • Zeit- & Geldersparnis

Wer hat Anspruch auf ein Arbeitszeugnis?

Grundsätzlich hat jeder Arbeitnehmer einen rechtlichen Anspruch auf ein einfaches oder ein qualifiziertes Arbeitszeugnis. Dieser besteht für unterschiedliche Beschäftigungsarten:

  • Voll- und Teilzeitbeschäftigungen
  • Nebenbeschäftigungen
  • Unbefristete und befristete Arbeitsverhältnisse
  • Freiberufliche Tätigkeit
  • Ausbildungsverhältnisse
  • Praktika, Aushilfstätigkeiten oder Probearbeiten

Zwischenzeugnis und Abschlusszeugnis – aus welchem Grund kann ich ein Arbeitszeugnis verlangen?

Infografik - Merkmale eines Zwischenzeugnisses
Infografik - Merkmale eines Zwischenzeugnisses

Neben dem Abschlusszeugnis – das Arbeitszeugnis nach Beendigung Ihres Arbeitsverhältnisses – haben Sie natürlich auch die Möglichkeit, aus einem anderen Grund ein Zwischenzeugnis zu verlangen:

  • Ihr Arbeitgeber strebt einen Aufhebungsvertrag an
  • Ein Abteilungswechsel steht an
  • Eine längere Arbeitsunterbrechung steht bevor (Elternzeit o.Ä.)
  • Sie haben nach mehrjähriger Beschäftigung noch keine Leistungsbeurteilung erhalten

In den meisten Unternehmen wird einem solchen Wunsch des Arbeitnehmers auch gefolgt. Zwischenzeugnisse werden häufig sehr wohlwollend und positiv bewertet, da Ihr Arbeitgeber ein Interesse an einer weiteren guten Zusammenarbeit mit Ihnen hat. Zwischenzeugnisse können sehr wertvoll sein, da sie Ihnen zum Beispiel bei einem Arbeitsplatzwechsel bereits die positiven Beurteilungen bescheinigen.

Sie sind nicht verpflichtet, Ihrem Arbeitgeber den Grund für den Zeugniswunsch zu benennen. Allerdings sollten Sie ein Zwischenzeugnis auch nur dann anfordern, wenn Sie es zwingend benötigen. Anderenfalls könnten Sie bei Ihrem Arbeitgeber den Eindruck erwecken, auf Stellensuche zu sein und sich damit Aufstiegschancen verbauen.

Wo kann ich ein Arbeitszeugnis beantragen?

Wo Sie ein Arbeitszeugnis beantragen können, ist von der Größe Ihres Unternehmens abhängig. Sollten Sie in einem Unternehmen mit wenigen Mitarbeitern und ohne Personalabteilung arbeiten, dann sprechen Sie Ihren Arbeitgeber am besten direkt an und bitten Sie ihn um die Ausstellung eines Arbeitszeugnisses.

Hat Ihr Unternehmen eine gewisse Größe und somit auch eine Personalabteilung, sollten Sie eine schriftliche Beantragung des Zeugnisses an die entsprechende Stelle richten.

Beachten Sie hierbei jedoch: Sollten Sie das Unternehmen im Streit mit dem Arbeitgeber verlassen, haben Sie keinen Anspruch auf Zusendung des Arbeitszeugnisses. Allgemein spricht man hier von einer Holschuld des Arbeitnehmers – Sie müssen Ihr Zeugnis also persönlich abholen.

Es ist nicht ungewöhnlich, wenn die Ausstellung Ihres Zeugnisses einige Wochen in Anspruch nimmt. Sollten Sie auch nach mehreren Wochen noch nichts von der zuständigen Person oder Abteilung gehört haben, können Sie noch einmal nachhaken.

Wie lange rückwirkend bekomme ich ein Arbeitszeugnis?

Hierbei wird zwischen drei Fällen unterschieden:

  • Verjährung: Auch der Anspruch auf ein Arbeitszeugnis unterliegt der allgemeinen Verjährungsfrist, welche spätestens nach drei Jahren eintritt (siehe §§ 195,199 BGB).
  • Verwirkung: Nach der Rechtsprechung ist unter Umständen der Anspruch auf ein Zeugnis bereits nach sechs bis zwölf Monaten verwirkt (siehe § 242 BGB).
  • Vertragliche Ausschlussfrist: Abhängig von Ihrem jeweiligen Arbeitsvertrag könnte auch ein genereller Anspruch des Arbeitnehmers gegen den Arbeitgeber nach bereits drei Monaten eingetreten sein.

Bei einem Anspruch auf ein Arbeitszeugnis, helfen wir Ihnen gerne weiter:

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