Rechtsthemen
Blog
Über uns
Business

Kündigung widersprechen: Das können Sie tun

Wer vom Arbeitgeber ein Kündigungsschreiben erhält, hat oft nicht damit gerechnet, dass das Arbeitsverhältnis kurz vor dem Ende steht. Der Arbeitnehmer, der einer Kündigung widerspricht, hat in der Regel die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses im Sinn. Was dabei beachtet werden muss, erfahren Sie im Beitrag.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Kündigung kann auch Formfehler und Inhaltsfehler enthalten und damit unwirksam sein.
  • Dem Arbeitnehmer steht die Möglichkeit des Widerspruchs gegen die Kündigung zu, wenn die Kündigung fehlerhaft ist.
  • Dabei ist der Widerspruch eine Alternative zur Klage vor dem Arbeitsgericht.
  • Wer gegen die Kündigung vorgehen will, hat dafür eine Frist von drei Wochen nach Erhalt der Kündigung.
  • Der Widerspruch gegen die Kündigung sollte schriftlich formuliert werden und die Möglichkeit zur außergerichtlichen Einigung bieten.
  • Wird aus dem Widerspruch ein Verfahren vor dem Arbeitsgericht, entstehen Gerichts- und Anwaltskosten.

So gehen Sie bei einem Widerspruch gegen die Kündigung vor

  • Prüfen Sie die Kündigung auf formale und inhaltliche Fehler.
  • Formulieren Sie diese in einem schriftlichen Widerspruch, der sich gegen die Kündigung richtet.
  • Nutzen Sie die Möglichkeit einer Beratung durch einen Rechtsanwalt.
  • Eine außergerichtliche Einigung sollte ebenfalls in Anwesenheit eines Anwalts erfolgen.
  • Eine Kündigungsschutzklage ist ohne Anwalt möglich, sollte aber dringend nur unter Hinzuziehung eines juristischen Beistands erfolgen.

Wenn Sie Zweifel an der Wirksamkeit Ihrer Kündigung haben oder allgemeinen rechtsrat zum weiteren Vorgehen suchen, lassen Sie Ihre Kündigung rechtzeitig im Sofortcheck von unseren erfahrenen Partner-Anwälten prüfen. Verhindern Sie wichtige Fristen zu versäumen. Unsere Partner-Anwälte informieren Sie zusätzlich über die mögliche Höhe einer Abfindung und übernehmen für Sie die Verhandlung, sollten Sie rechtlich gegen Ihre Kündigung vorgehen möchten.



Wann ist eine Kündigung fehlerhaft?

Der Gesetzgeber sieht vor, dass beim Ausspruch einer Kündigung bestimmte Anforderungen erfüllt sein müssen. Diese sind inhaltlicher, aber auch formaler Natur. Das Nichteinhalten der Anforderungen führt dazu, dass die Kündigung fehlerhaft wird. Für den Arbeitnehmer ergibt sich dann die Möglichkeit, Widerspruch gegen die Kündigung einzulegen.

Inhaltliche Fehler sind beispielsweise das Außerachtlassen des Kündigungsschutzes oder die Angabe des falschen Kündigungsgrundes. Formale Fehler im Zusammenhang mit einer Kündigung ist beispielsweise die fehlende Schriftform oder aber die Nichtbeachtung der Kündigungsfrist.

klugo tipp

Die Kündigung ist dann unwirksam, wenn sie die gesetzlichen Vorschriften unbeachtet lässt. Ebenfalls kann sich eine Unwirksamkeit der Kündigung aus der Missachtung tarifvertraglicher Regelungen ergeben.

Gesetzliche Regelungen zur arbeitsrechtlichen Kündigung finden sich u. a. in diesen Vorschriften:

  • das Bürgerliche Gesetzbuch (kurz: BGB)
  • das Mutterschutzgesetz (kurz: MuSchG)
  • das Kündigungsschutzgesetz (kurz: KSchG).

Die Wirksamkeit der Kündigung setzt voraus, dass die genannten Vorschriften vollumfänglich beachtet werden.

Wann ist der Widerspruch gegen eine Kündigung möglich?

Ist die Kündigung nachweislich unzulässig, kann der Arbeitnehmer gegen das Kündigungsschreiben Widerspruch einlegen.

Der Widerspruch gegen die Kündigung ist eine Möglichkeit, um sich gegen die Kündigung durch den Arbeitgeber zu wehren. In der Praxis ist aber die Kündigungsschutzklage der weitaus effektivere Weg, um eine ausgesprochene Kündigung in Bezug auf die Zulässigkeit zu überprüfen.

Das Kündigungsschreiben ist gerade dann ein großer Schock, wenn der Arbeitnehmer gar nicht damit gerechnet hat. Hier sollten Sie zügig aktiv werden, um die eigenen Optionen zu überblicken. Von großem Wert ist dabei die juristische Unterstützung, zum Beispiel durch einen unserer Partner-Anwälte: Er klärt Unsicherheiten und weitere Rechtsfragen im Rahmen einer ersten Beratung.

Lasen Sie Ihre Kündigung im Sofortcheck von einem unserer erfahrenen Partner-Anwälte auf Wirksamkeit prüfen. Reagieren Sie schnell, so dass die 3-Wochen-Frist für eine mögliche Kündigungsschutzklage nicht verfällt und sichern Sie sich Ihre Ansprüche auf eine Abfindung.

Obgleich das Kündigungsschutzverfahren in der arbeitsrechtlichen Praxis als erstes Mittel gegen eine Kündigung genutzt wird, ist der Widerspruch gegen die Kündigung eine gute Alternative, denn: Durch den Widerspruch ist es möglich, dass sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber außergerichtlich einigen und so der Gang vor das zuständige Arbeitsgericht überflüssig wird.

Auch bei einer außergerichtlichen Einigung kann die Mitwirkung eines Rechtsanwalts sinnvoll sein: Er hilft dem Arbeitnehmer dabei, die eigenen Rechte und Forderungen geltend zu machen und stärkt dessen Position in der direkten Verhandlung mit dem Arbeitgeber.

Ist der Widerspruch gegen eine Kündigung an eine Frist gebunden?

Wird die Kündigung ausgesprochen, sollte der Arbeitnehmer keine Zeit verlieren: Kündigungsschutzklage und auch Widerspruch sind innerhalb von drei Wochen nach Erhalt der Kündigung möglich. Verstreicht die 3-Wochen-Frist, ist es für den Arbeitnehmer praktisch nicht mehr möglich, gegen die Kündigung vorzugehen.

klugo tipp

Ob Widerspruch oder Kündigungsschutzklage: Wägen Sie Ihre Optionen gemeinsam mit einem Rechtsanwalt ab, der Sie fachkundig rund um das Thema Kündigung berät.

Die relativ kurze Frist dient im Arbeitsrecht vor allem der schnellen Rechtssicherheit. Daher ist der Arbeitnehmer gefragt, wenn er gegen eine scheinbar unzulässige Kündigung vorgehen will – und zwar unabhängig davon, ob er über den Widerspruch eine Einigung erzielen will oder direkt vor dem zuständigen Arbeitsgericht Kündigungsschutzklage erhebt.

Was muss ich beim Widerspruch gegen eine Kündigung noch beachten?

Arbeitnehmer sollten den Widerspruch gegen eine Kündigung schriftlich formulieren und auf die Fehler in der Kündigung hinweisen. Ebenfalls empfehlenswert ist es, als Arbeitnehmer eine außergerichtliche Einigung anzustreben. Regelmäßig wird auch der Arbeitgeber daran interessiert sein, einen Prozess vor dem Arbeitsgericht zu vermeiden – hier stehen also die Chancen gut, dass eine Einigung ohne Richterspruch zustande kommt.

Was kostet der Widerspruch gegen die Kündigung?

Wenn nach einer Kündigung Widerspruch eingelegt wird, ist dies für den Arbeitnehmer nicht mit Kosten verbunden. Allerdings kann sich das schnell ändern, wenn statt des Widerspruchs doch die Kündigungsschutzklage angestrebt wird. Hier entstehen für den Arbeitnehmer dann Gerichts- und Anwaltskosten.

Lassen Sie sich als Arbeitnehmer von den möglichen Kosten nicht abschrecken: Im Gegensatz zu anderen Verfahren entsteht beim Kündigungsschutzprozess in der ersten Instanz keine Kostenerstattungspflicht. Jede Partei zahlt also nur die Anwaltskosten für den eigenen Rechtsanwalt.

Auch die Gerichtskosten sind im Gegensatz zu anderen Verfahrensarten beim Arbeitsgericht erst nach Prozessende zu zahlen. Es entsteht für den Arbeitnehmer also keine "Vorleistungspflicht".

Sollte ich für den Widerspruch der Kündigung einen Anwalt hinzuziehen?

Der Widerspruch – und auch das Kündigungsschutzverfahren – kommt grundsätzlich auch ohne die Unterstützung durch einen Rechtsanwalt aus. Allerdings hat sich das Arbeits- und hier gerade auch das Kündigungsschutzrecht in der arbeitsrechtlichen Praxis als äußerst komplex erwiesen. Arbeitnehmern ist also grundsätzlich anzuraten, sich durch einen erfahrenen Anwalt beraten zu lassen. Das gilt auch dann, wenn Sie der Kündigung widersprechen wollen und nicht gleich vor dem Arbeitsgericht prozessieren wollen.

Bei Fragen zum Thema Widerspruch gegen eine Kündigung helfen wir Ihnen im Rahmen einer Erstberatung weiter. Unsere kompetenten Partner-Anwälte prüfen im Sofortcheck Ihre Kündigung und unterstützen Sie bei allen Ihren Anliegen.

Was kann ich machen, wenn der Arbeitgeber dem Widerspruch nicht stattgibt?

Der Arbeitnehmer, der einer unzulässigen Kündigung widerspricht, hat in der Regel die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses im Sinn. Daher stellt sich die Frage, was er tun kann, wenn der Arbeitgeber den Widerspruch nicht berücksichtigt oder die Gründe für den Widerspruch von sich weist.

Grundsätzlich ist bei einer unzulässigen Kündigung auch die oben erwähnte Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht möglich. Sie ist in ihrer Bedeutung im Arbeitsleben deutlich wichtiger als der Widerspruch. Gibt der Arbeitgeber dem Widerspruch nicht statt, sollte der Arbeitnehmer einen arbeitsrechtlichen Prozess in Betracht ziehen. Ob dieser möglich ist und wie die Erfolgsaussichten sind, klärt sich in einem ersten Gespräch mit einem Anwalt für Arbeitsrecht.

Sie haben eine Rechtsfrage?

Dann nutzen Sie einfach die KLUGO Rechtsberatung. Die Rechtsberatung ist ein Telefongespräch mit einem zertifizierten Anwalt aus unserem Netzwerk.