Wann Sie mit einer Strafe wegen Fahrerflucht rechnen müssen

Der Verkehrsteilnehmer, der sich unerlaubt von einem Unfallort entfernt, begeht in der Regel Fahrer- bzw. Unfallflucht. Genauer gesagt: Fahrerflucht bzw. Unfallflucht wird begangen, wenn ein Fahrer, nachdem er verschuldet einen Personen- oder Sachschaden verursacht hat, es unterlässt dem Geschädigten oder der Polizei mitzuteilen, dass er den Unfall verursacht hat oder beteiligt war. Wer also einfach den Unfallort verlässt, macht sich der Fahrerflucht schuldig.

Zur Unfallflucht zählt auch das frühzeitige Verlassen des Unfallortes bei einem Parkschaden. Wird beim Ein- oder Ausparken ein Fahrzeug beschädigt, muss auf den Besitzer gewartet oder die Polizei benachrichtigt werden. Solange nicht alle Formalitäten geklärt sind, darf der Unfallort von allen Beteiligten nicht verlassen werden. Als angemessene Wartezeit wird dabei eine Zeitspanne von 15 bis 60 Minuten angesehen. Bei der Polizei sollten Sie sich innerhalb von 24 Stunden melden.

Nicht nur ein Bagatelldelikt: Welche Strafe bei Fahrerflucht droht

Unfallflucht/ Fahrerflucht – Infografik
Unfallflucht/Fahrerflucht – Infografik

Der Tatbestand der Fahrerflucht als unerlaubtes Entfernen vom Unfallort bringt als verkehrsrechtliche Folge unterschiedlich hohe Bußgelder, bis zu drei Punkte in Flensburg und ggf. ein Fahrverbot oder gar einen Fahrerlaubnisentzug mit sich. Aus strafrechtlicher Sicht zieht die Unfall- bzw. Fahrerflucht eine Geldstrafe nach sich und kann in schweren Fällen sogar mit einem Freiheitsentzug bestraft werden.

Insbesondere bei einem Personenschaden darf der Unfallort auf keinen Fall verlassen werden. Erste Hilfe kann nach einem Unfall Leben retten. Wer den Unfallort verlässt, macht sich somit der unterlassenen Hilfeleistung schuldig und kann für fahrlässige Körperverletzung oder Tötung bestraft werden. Wird am Unfallort keine Erste Hilfe geleistet, hat dies einen Freiheitsentzug von bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe zur Folge.

Fahrerflucht während der Probezeit

Wird während der Probezeit eine Fahrerflucht begangen, so gibt es laut Bußgeldkatalog Punkte in Flensburg, eine Geldstrafe, ein Fahrverbot oder auch einen absoluten Fahrerlaubnisentzug. Zusätzlich wird die Probezeit um weitere zwei Jahre verlängert. Außerdem muss ein Aufbaukurs belegt werden.

Unfall mit Fahrerflucht unter Alkoholeinfluss

Alkohol am Steuer führt in jedem Fall zu einem Führerscheinverlust bis zu einem Promillewert von 0,3. Ab 0,5 Promille liegt eine Ordnungswidrigkeit vor, die mit zwei Punkten in Flensburg, einem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren sowie dem Entzug der Fahrerlaubnis geahndet wird. Wenn nun alkoholisiert ein Sach- oder Personenschaden entsteht und der Unfallverursacher Fahrerflucht begeht, werden für die Festlegung der Strafe für die Fahrerflucht die Schwere der Schuld, der Schaden selbst und die wirtschaftlichen Verhältnisse des Täters in die Betrachtung miteinbezogen.

Abmilderung der Strafe bei Fahrerflucht

Wenn sich der Unfallverursacher nicht innerhalb von einem Tag, aber im Laufe der nächsten Tage bei der Polizei meldet, so kann dies zu einer Milderung des Strafmaßes führen. Dies gilt jedoch nur für kleinere Sachschäden. Sind die Blechschäden nach einem Unfall mit Fahrerflucht größer oder waren sogar Personen involviert, wird das Strafmaß eher selten gemildert – das schlechte Gewissen jedoch durchaus.

Unbeabsichtigte Unfallflucht

Oftmals bleiben kleine Parkrempler von den Unfallverursachern unbemerkt, vor allem, wenn es sich nur um leichte, oberflächliche Schäden handelt. Haben Zeugen Sie dabei jedoch beobachtet, müssen Sie vor Gericht glaubwürdig bezeugen können, dass Sie sich der Unfallflucht nicht bewusst waren. In diesem Fall ist es ratsam, einen Fachanwalt zu konsultieren, der Ihnen mit viel Expertise zur Seite steht.

Zeuge bei einer Fahrerflucht

Gerade bei Parkunfällen mit Kratzern oder geringeren Schäden kommt es häufig vor, dass sich die Verursacher entfernen, ohne dem Besitzer des beschädigten Wagens Bescheid zu geben. Wenn Sie also eine Unfallflucht bemerken, schreiben Sie sich neben dem Kennzeichen am besten noch die Farbe sowie die Automarke des Unfallverursachers auf.

Zahlt die Versicherung bei Unfallflucht?

Für gewöhnlich übernimmt die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers die Kosten für den entstandenen Schaden. Wenn nun aber Fahrerflucht begangen wurde, zahlt die Versicherung für den Schaden nicht mehr. Lediglich bei einer Vollkaskoversicherung mit Unfallflucht sind die Kosten bei einem durch Fahrerflucht entstandenen Schaden inkludiert und werden somit übernommen.

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