Fahrverbot: Dauer, Konsequenzen & Sperrfristen

Ein Fahrverbot ist eine gängige Strafe im Straßenverkehr. Die Fristen bei einem Vergehen richten sich nach dem jeweiligen Bußgeldbescheid, während die Dauer des Fahrverbotes von der Schwere des Verstoßes abhängt.

Wie lange dauert ein Fahrverbot an?

Der Zweck eines Fahrverbotes ist es, einen Verkehrsteilnehmer, der die Sicherheit des Straßenverkehrs durch das Missachten der geltenden Regeln gefährdet hat, als Strafe für einen begrenzten Zeitraum aus dem Verkehr zu ziehen. Dieses zeitliche Verbot gilt in der Regel einen bis drei Monate. Die Fahrverbotsmonate werden nicht nach Tagen, sondern nach der Kalenderzeit berechnet: Wenn Sie den Führerschein am 7. eines Monats abgeben müssen, so endet die für Sie geltende Frist am 6. des jeweiligen Folgemonats. Innerhalb dieses Zeitraumes ist es Ihnen absolut untersagt, ein Fahrzeug zu führen. Die Länge Ihres Fahrverbotes richtet sich dabei nach der verkehrsgefährdenden Tat, die Sie begangen haben, und danach, welches Ausmaß diese hatte.

Fahrverbot nach § 25 des StVGs


Alle Strafen und das Vorgehen bei einem Fahrverbot sind im § 25 des Straßenverkehrsgesetzes gesetzlich festgelegt:

In Absatz (1) finden Sie alles zur Geldbuße und den Hinweis darauf, dass ein Fahrverbot zwischen einem und drei Monaten angesetzt wird. Nach Absatz (2) verwahrt die Behörde für die Dauer des Verbotes den Führerschein. Gab es bereits Verstöße, wird der Führerschein direkt beschlagnahmt.

Das Fahrverbot basiert auf Verstößen gegen § 24 zur Verkehrsordnungswidrigkeit. Hierunter fallen zudem die 0,5-Promillegrenze nach § 24a, mangelnde Nachweise von Kennzeichen nach § 24b und das Alkoholverbot von Fahranfängern nach § 24c. 

Fahrverbote gehen in der Praxis meist mit meinem Bußgeldbescheid einher. Daneben müssen Sie häufig noch mit Punkten in Flensburg rechnen. Gründe für ein Fahrverbot können zum Beispiel Geschwindigkeitsüberschreitungen, Rotlichtverstöße oder Fahrten unter Alkohol- und/oder Drogeneinfluss sein.

Welche Konsequenzen hat ein Fahrverbot?

Neben den Bußgeldern und Punkten in Flensburg ist die erste Konsequenz die Abgabe Ihres Führerscheins für eine entsprechende Zeit. Diesen können Sie entweder bei einer Verkehrsbehörde oder in einem Polizeipräsidium in Ihrer Nähe vorbeibringen und verwahren lassen. Innerhalb des Zeitraums, für den das Fahrverbot bestimmt wurde, dürfen Sie nun natürlich kein Fahrzeug führen.

Wenn es sich um das erste Fahrverbot handelt, beginnt die Frist zu laufen, sobald Sie den Führerschein in amtliche Verwahrung geben. Das müssen Sie innerhalb von vier Monaten erledigen.
Helen Karsdorf
Rechtsanwältin

Eine Sperrfrist, ähnlich wie bei dem Führerscheinentzug, gibt es bei einem Fahrverbot nicht. Bei dem Fahrverbot müssen Sie Ihren Führerschein also nicht neu beantragen und auch keine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) oder andere Fahrtüchtigkeitsprüfungen bestehen. Nach Ablauf des Fahrverbotes wird Ihnen der Führerschein automatisch zugeschickt, ohne dass Sie selbst aktiv werden müssen.

Welche Verstöße führen zu einem Fahrverbot?

Bei diesen Verstößen müssen Sie mit einem Fahrverbot rechnen:

    • Überfahren einer roten Ampel
    • Missachtung der 0,5-Promillegrenze
    • Geschwindigkeitsüberschreitung außerorts über 41 km/h
    • Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts über 31 km/h
    Geschwindigkeitsüberschreitung Außerorts – Infografik
    Geschwindigkeitsüberschreitung Außerorts – Infografik
    Geschwindigkeitsüberschreitung Innerorts – Infografik
    Geschwindigkeitsüberschreitung Innerorts – Infografik

    Bei Geschwindigkeitsverstößen folgt ein Fahrverbot, wenn die Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts mehr als 31 km/h betrug. In einem solchen Fall müssen Sie mit einem Fahrverbot von einem Monat sowie einem Bußgeld von 160 Euro und zwei Punkten in Flensburg rechnen. Je nach Höhe – also dem Maß der Geschwindigkeitsüberschreitung – kann ein längeres Fahrverbot von bis zu drei Monaten mit entsprechendem Bußgeld und Punkten verhängt werden.

    klugo tipp

    Ist eine Strafe unverhältnismäßig hoch? Dann können Sie, wie auch bei Härtefällen, gegen das Urteil der Bußgeldbehörde vorgehen. Wenn Sie noch keine Punkte in Flensburg haben, sind die Erfolgsaussichten hierbei recht hoch.

    Wenn Sie eine Ampel, die bereits länger als eine Sekunde auf Rot geschaltet war, aus Unachtsamkeit überfahren, ist die Konsequenz häufig ein Fahrverbot von einem Monat sowie ein kräftiges Bußgeld und Punkte in Flensburg, da der Gesetzgeber ab dieser einen Sekunde von einer erhöhten Gefährdung des Straßenverkehrs ausgeht. Die Dauer des nun folgenden Fahrverbotes kann sich je nach Folge des Rotlichtverstoßes – wie beispielsweise ein Verkehrsunfall mit Sach- oder Personenschaden – zudem deutlich erhöhen.

    Rote Ampel überfahren – Infografik
    Rote Ampel überfahren – Infografik

    Fahrten unter Alkohol und/oder Drogen werden ebenfalls mit einem Fahrverbot, Bußgeld und Punkten in Flensburg geahndet. Entscheidend für das Strafmaß ist die konsumierte Menge und ob Sie wegen eines gleichartigen Verstoßes bereits in der Vergangenheit bestraft wurden. Bereits ab einer Promillezahl von 0,5 gelten Sie als fahruntüchtig und sollten daher kein Fahrzeug mehr im öffentlichen Straßenverkehr bewegen. Setzen Sie sich trotzdem hinter das Steuer, drohen entsprechende Fahrverbote. Während der Probezeit oder bei Fahrern unter 21 Jahren liegt die Promillegrenze bei 0,0 – es besteht also ein absolutes Alkoholverbot.

    Ablauf bei einem Fahrverbot:

    • Eingang des Bußgeldbescheids bis max. drei Monate nach dem Delikt (Tipp: Achten Sie stets darauf, ob ein Bescheid noch Rechtskraft besitzt)
    • Ggf. Einspruch gegen den Bescheid oder Überweisung der Geldstrafe
    • Abgabe des Führerscheins nach max. vier Monaten: Dies können Sie entweder bei der Verkehrsbehörde oder direkt bei der Polizei tun

    Wenn Sie Hilfe bei der Prüfung ihres Fahrverbotes benötigen oder sich über die generellen Chancen Ihres Falles informieren möchten, bekommen Sie bei uns eine kostenlose Erstberatung von einem Rechtsexperten.

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