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Fahrverbot Dauer

Wie viele Monate Fahrverbot?

Der Gesetzgeber sieht für Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr ab einer gewissen Schwere der Tat einen bis mehrere Monate Fahrverbot vor. Wann Sie welche Strafe erwartet und was Sie dagegen tun können, erfahren Sie hier.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Fahrverbot ist die Konsequenz schwerwiegender Verstöße im Straßenverkehr.
  • Bei einem Fahrverbot wird der Führerschein vorübergehend abgegeben. Nach Ablauf der Frist erhält man den Führerschein zurück.
  • Ein Fahrverbot geht oft mit hohen Bußgeldern und Punkten in Flensburg einher.
  • Der Gesetzgeber sieht 1 Monat Fahrverbot für leichte Verstöße, 2 Monate Fahrverbot für mittelschwere Verstöße und 3 Monate Fahrverbot für schwere Verstöße im Straßenverkehr vor.
  • Die KLUGO Partner-Anwälte unterstützen Sie bei allen Fragen zum Fahrverbot.

Für welche Vergehen am Steuer droht ein Fahrverbot?

Die meisten Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr ziehen einen Bußgeldbescheid nach sich, der durchaus in den höheren dreistelligen Bereich gehen kann. Nur für schwerere Vergehen spricht die Behörde auch wirklich ein Fahrverbot aus. Hier kommt es aber nicht nur auf die Schwere der Ordnungswidrigkeit, sondern auch auf die Art an: Während auf manche Ordnungswidrigkeiten nur ein Monat Fahrverbot anfällt, ziehen andere Ordnungswidrigkeiten sogar zwei oder drei Monate Fahrverbot mit sich.

Ein Fahrverbot wird in folgenden Fällen ausgesprochen:

  • Rotlichtverstöße: Wer bei Rot über die Ampel fährt, riskiert den Verlust des Führerscheins.
  • Tempoverstöße: Deutlich zu hohe Geschwindigkeiten können durchaus ein Fahrverbot mit sich bringen, während geringe Geschwindigkeitsüberschreitungen nur ein Bußgeld bedeuten.
  • Alkohol und Drogen am Steuer: Fahren unter Einfluss von Drogen oder Alkohol bringen in der Regel ein Fahrverbot mit sich. Hier droht zusätzlich unter Umständen sogar ein Strafverfahren!
  • Fahrerflucht: Wer sich unerlaubt vom Unfallort entfernt, riskiert den Entzug des Führerscheins sowie ein Strafverfahren.
  • Punkte in Flensburg: Wer immer wieder mit kleineren Vergehen auffällt und dabei kräftig Punkte in Flensburg sammelt, kann ebenfalls ein Fahrverbot erhalten – und unter Umständen wird der Führerschein sogar gänzlich entzogen.
  • Abstandsunterschreitungen: Wer zu nah auf seinen Vorderfahrer auffährt, muss unter Umständen ebenfalls mit einem Fahrverbot rechnen.
Ob es zu 1 Monat Fahrverbot, 2 Monaten Fahrverbot oder 3 Monaten Fahrverbot kommt, hängt immer von der Schwere der Tat ab.

Wann gibt es ein Fahrverbot wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung?

Geschwindigkeitsüberschreitungen können verschiedenste Strafen nach sich ziehen. Wie hoch die Strafe ausfällt, hängt immer auch mit der Gefährlichkeit der Geschwindigkeitsüberschreitung zusammen. Wer geblitzt wurde, fragt sich natürlich, wie hoch das Bußgeld und wie lange das Fahrverbot ausfallen wird. Grundsätzlich spricht man ab einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 10 km/h von einer Ordnungswidrigkeit. Für derart geringe Geschwindigkeitsüberschreitungen verhängt die Behörde allerdings noch kein Fahrverbot. Nutzen Sie hier unseren Bußgeldrechner, um die Höhe des Bußgelds zu ermitteln. Wurde man dagegen bei einer deutlich höheren Überschreitung der Geschwindigkeit erwischt, so kann es zu einem einmonatigen oder mehrmonatigen Fahrverbot kommen. Dabei kommt es auch darauf an, ob die überhöhte Geschwindigkeit innerorts oder außerorts gemessen wurde.

Fahrverbot für Geschwindigkeitsüberschreitungen außerorts

Geschwindigkeitsüberschreitung Strafe Bußgeldhöhe
31 km/h bis 40 km/h 1 Monat Fahrverbot, 2 Punkte in Flensburg 260 €
41 km/h bis 50 km/h 1 Monat Fahrverbot, 2 Punkte in Flensburg 320 €
51 km/h bis 60 km/h 1 Monat Fahrverbot, 2 Punkte in Flensburg 480 €
61 km/h bis 70 km/h 2 Monate Fahrverbot, 2 Punkte in Flensburg 600 €
Mehr als 70 km/h 3 Monate Fahrverbot, 2 Punkte in Flensburg 800 €

Auch hier gibt es wieder eine Ausnahmeregelung: Kam es innerhalb der letzten 12 Monate bereits zu einer anderen Geschwindigkeitsüberschreitung von mehr als 26 km/h, so kann die Behörde bereits ab 26-30 km/h Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts ein einmonatiges Fahrverbot verhängen.

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Fahrverbote wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen sind keine Seltenheit. Beim Strafmaß kommt es vor allem darauf an, wie häufig man bereits wegen einer zu hohen Geschwindigkeit aufgefallen ist.

Wann gibt es ein Fahrverbot beim Überfahrens einer roten Ampel?

Die rote Ampel gilt als sofortiges Stopp-Symbol. Wer sich nicht daran hält und bei rot über die Ampel fährt, muss laut Verkehrsrecht automatisch mit einem Fahrverbot rechnen. Der Gesetzgeber spricht in diesem Fall von einem Rotlichtverstoß. Unterschieden wird hier zusätzlich zwischen einem einfachen und einem qualifizierten Rotlichtverstoß.

Man spricht von einem einfachen Rotlichtverstoß, wenn die Ampel weniger als eine Sekunde rot war, während sie überfahren wurde. Ist dies der Fall, so fällt das Strafmaß vergleichsweise gering aus: 90 € Bußgeld und ein Punkt im Verkehrseignungsregister in Flensburg. Anders sieht es allerdings aus, wenn während des einfachen Rotlichtverstoßes andere Verkehrsteilnehmer gefährdet wurden oder es gar zu einer Beschädigung von Autos, Gegenständen oder Personen kam. In diesem Fall verhängt der Gesetzgeber zwei Punkte in Flensburg, ein Bußgeld in Höhe von 200 € und zusätzlich einen Monat Fahrverbot.

Wer über eine Ampel fährt, die bereits länger als eine Sekunde auf rot stand, der begeht einen qualifizierten Rotlichtverstoß. Die Konsequenz: 200 € Bußgeld, zwei Punkte in Flensburg und ein Monat Fahrverbot. Kommt es zu einer Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer, so wird das Bußgeld auf 320 € erhöht.

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Sobald eine Ampel länger als eine Sekunde rot aufleuchtet, muss man mit 1 Monat Fahrverbot rechnen. Kommt es zusätzlich zu einer Gefährdung, kann das Fahrverbot auch länger ausfallen.

Kann man für Fahrerflucht ein Fahrverbot erhalten?

Das unerlaubte Entfernen vom Unfallort gilt nicht als Ordnungswidrigkeit, sondern wird als Straftat behandelt. Neben einem möglichen Fahrverbot können hier also noch ganz andere Folgen die Konsequenz sein – abhängig auch davon, welche Folgen die Flucht vom Unfallort hatte. Kommt es zu verletzten Personen und man entfernt sich vom Unfallort, so ist zusätzlich von einer unterlassenen Hilfeleistung die Rede. Obgleich das Fahrverbot hier nur als Nebenstrafe betrachtet wird, kann es dennoch aus der Fahrerflucht resultieren. Neben einer möglichen Geld- und Freiheitsstrafe erwartet den Unfallflüchtigen daher auch ein Fahrverbot, das bis zu sechs Monate betragen kann. In einigen Fällen droht sogar der dauerhafte Entzug des Führerscheins.

Erhält man bei Alkohol am Steuer ein Fahrverbot?

Ob es sich bei Alkohol am Steuer um eine Ordnungswidrigkeit oder eine Straftat handelt, hängt vom gemessenen Promillewert ab. Ein Promillewert unter 0,5 ist für die Fahrtauglichkeit grundsätzlich ungefährlich und wird vom Gesetzgeber hingenommen. Ein Promillewert von 0,5 - 1,09 Promille zieht bereits ein Fahrverbot nach sich. Alles darüber geht in der Regel mit einem dauerhaften Entzug der Fahrerlaubnis einher.

Für Fahrer in der Probezeit gilt der absolute Verzicht auf Alkohol, wenn im Anschluss noch das Auto geführt werden soll. Bei einem Verstoß gegen diese Vorschrift kommt es zwar nicht zu einem Fahrverbot, allerdings zu einem Bußgeld in Höhe von 250 €. Wer außerhalb der Probezeit und einmalig mit Alkohol am Steuer erwischt wurde muss mit 500 € Bußgeld, 2 Punkten in Flensburg und einem Monat Fahrverbot rechnen. Wer schon zum zweiten Mal mit einem Promillewert zwischen 0,5 und 1,09 Promille erwischt wird, erhält gleich drei Monate Fahrverbot – und zusätzlich 1000 € Bußgeld und 2 Punkte in Flensburg. Beim dritten Verstoß fallen erneut 3 Monate Fahrverbot an, zusätzlich zu 1500 € Bußgeld und 2 weiteren Punkten in Flensburg.

Wer jedoch mit 1,1 Promille oder mehr am Steuer erwischt wird, muss mit einem dauerhaften Entzug der Fahrerlaubnis rechnen. In diesem Fall gilt man als gänzlich fahruntauglich und damit auch automatisch als Risiko der Verkehrssicherheit. Da es sich hierbei um eine Straftat handelt, kann neben einer Geldstrafe auch ein Freiheitsentzug die Folge sein. Das gilt insbesondere dann, wenn nicht nur der Promillewert von 1,1 überschritten wurde, sondern es auch zu einer Gefährdung des Straßenverkehrs kam.

Wann gibt es 1 Monat Fahrverbot?

Das einmonatige Fahrverbot ist die häufigste Strafe, wenn es um den Entzug eines Führerscheins geht. Angewendet wird das einmonatige Fahrverbot vor allem für kleinere Verkehrsdelikte, zum Beispiel Geschwindigkeitsüberschreitungen. Wie lange ein einmonatiges Fahrverbot genau dauert, hängt vom Monat ab: Wir der Führerschein im kürzeren Februar entzogen, so dauert das einmonatige Fahrverbot nur 28 Tage. Wird der Führerschein dagegen in einem langen Monat mit 31 Tagen entzogen, dann dauert das einmonatige Fahrverbot auch ebenso lange.

Man erhält einen Monat Fahrverbot, wenn:

  • Geschwindigkeiten innerorts um 31 km/ überschritten wurden,
  • Geschwindigkeiten außerorts um 41 km/h überschritten wurden,
  • eine rote Ampel überfahren wurde und es zu einer Gefährdung kam,
  • man mit 0,5 bis 1,09 Promille Blutalkoholkonzentration erwischt wurde.

Möglicherweise lässt sich ein einmonatiges Fahrverbot in eine höhere Geldstrafe umwandeln. Dafür müssen jedoch bestimmte Voraussetzungen gegeben sein. Weitere Informationen dazu erhalten Sie nachfolgend.

Wann gibt es 2 Monate Fahrverbot?

Ein zweimonatiges Fahrverbot wird meist für Geschwindigkeitsüberschreitungen ausgesprochen. Betroffene hoffen häufig, dass das zweimonatige Fahrverbot aufgesplittet werden kann – also beispielsweise ein Monat Fahrverbot im Frühjahr, ein Monat Fahrverbot im Herbst. Dies ist jedoch nicht zulässig. 2 Monate Fahrverbot müssen auch am Stück abgeleistet werden.

In diesen Fällen sieht der Gesetzgeber 2 Monate Fahrverbot vor:

  • Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts um 51 km/h
  • Geschwindigkeitsüberschreitung außerorts um 61 km/h
  • Abstandsunterschreitung um weniger als 2/10 des halben Tachowerts bei einer Geschwindigkeit von mehr als 100 km/h

Wann gibt es 3 Monate Fahrverbot?

3 Monate Fahrverbot gehören zu den härtesten Strafen für Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr.

Mögliche Gründe dafür sind:

  • Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts um 61 km/h
  • Geschwindigkeitsüberschreitung außerorts um 70 km/h
  • Abstandsunterschreitung um weniger als 1/10 des halben Tachowerts bei einer Geschwindigkeit von mehr als 100 km/h
  • Wiederholtes Fahren unter Alkoholeinfluss mit mehr als 0,5 Promille
  • Überschreiten eines Bahnübergangs bei geschlossener Schranke oder Halbschranke
Dauer des Fahrverbots – Infografik
Dauer des Fahrverbots – Infografik

Fahrverbot in Bußgeld umwandeln – wann ist das möglich?

In Ausnahmefällen ist eine Umwandlung des Fahrverbots in eine höhere Geldstrafe möglich. Dafür müssen jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. So ist die Umwandlung des Fahrverbots in eine erhöhte Geldstrafe nur dann möglich, wenn es sich um einen Ersttäter handelt. Wer häufiger mit überhöhter Geschwindigkeit geblitzt wird oder zu wenig Abstand zu seinem Vordermann hält, der wird von dieser besonderen Regelung nicht profitieren können. Außerdem muss ein sogenannter Härtefall vorliegen. Konkret bedeutet das: Der Fahrer ist beruflich unmittelbar an seine Fahrerlaubnis gebunden und könnte seinen Job verlieren, wenn es zu einem Fahrverbot kommt. Taxifahrer, Spediteure, Busfahrer und diverse andere Berufe, die unmittelbar mit dem Betrieb eines Kraftfahrzeuges einhergehen, können von dieser besonderen Regelung profitieren. Dafür muss jedoch fristgerecht ein Widerspruch gegen den Bußgeldbescheid eingelegt werden. Außerdem sollte man im Anhörungsbogen die eigene Situation schildern und dabei auch darauf eingehen, warum das Fahrverbot in ein Bußgeld umgewandelt werden sollte.

klugo tipp

1 Monat Fahrverbot in eine höhere Geldbuße umzuwandeln ist nur dann möglich, wenn es sich um einen Härtefall handelt – man also beruflich von der Nutzung des Kraftfahrzeugs abhängig ist.

Was passiert, wenn man trotz Fahrverbots fährt?

Der kurzfristige Entzug des Führerscheins aufgrund eines Fahrverbots ist die Folge einer Verkehrsordnungswidrigkeit. Wer jedoch während der Zeit des Fahrverbots trotzdem weiter Auto fährt, begeht nicht mehr nur eine Ordnungswidrigkeit, sondern eine Straftat. Werden Sie bei der unerlaubten Führung eines Kraftfahrzeugs während des Zeitraums des Fahrverbots erwischt, so droht Ihnen eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr. Ferner wird das unerlaubte Fahren als Vorstrafe in das Vorstrafenregister eingetragen. Zusätzlich zur Geld- und Freiheitsstrafe erhalten Sie weitere Punkte in Flensburg, abhängig von der Schwere der Tat.

Übrigens: Kommt es bei einer unerlaubten Fahrt während des Fahrverbots zu einem Unfall, so übernimmt Ihre Versicherung dafür im Regelfall keinerlei Kosten. Sie müssen in einem solchen Fall also auch damit rechnen, alle Kosten des Unfalls selbst tragen zu müssen – inklusive möglicher Sach- und Personenschäden.

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Fahrverbot umgehen – wie funktioniert das?

"Bei Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung droht in schweren Fällen ein Entzug der Fahrerlaubnis. Nach der Aussprache einer solchen Strafe gibt es einiges zu beachten. In minderschweren Fällen kommt es zu einem Fahrverbot, das für viele Autofahrer nicht nur ein Ärgernis ist. Üblicherweise lässt sich ein Fahrverbot nicht umgehen. Unter Umständen ist dies aber möglich. "

Wie kann Ihnen ein KLUGO Partner-Anwalt bei einem Fahrverbot helfen?

Ein Fahrverbot zu umgehen, gestaltet sich meist ausgesprochen schwierig. Wer versucht, ein Fahrverbot ohne die Unterstützung eines Fachanwalts für Verkehrsrecht zu umgehen, wird es voraussichtlich noch schwerer haben. Da nur ein ausgesprochen detaillierter Einspruch ein ausgesprochenes Fahrverbot abwenden kann, sollten Sie dafür immer auf die Unterstützung eines Rechtsexperten setzen. Und genau hier unterstützen wir Sie: Im Rahmen der telefonischen Erstberatung verbinden wir Sie mit den KLUGO Partner-Anwälten und Rechtsexperten, die Ihnen eine erste Einschätzung zum Sachverhalt geben. Im Anschluss entscheiden Sie selbst, ob Sie eine weiterführende Beratung durch unsere Rechtsexperten wünschen. So stehen die Chancen gut, gegen ein Fahrverbot vorgehen zu können!

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Dann nutzen Sie einfach die KLUGO Erstberatung. Die Erstberatung ist ein Telefongespräch mit einem zertifizierten Anwalt aus unserem Netzwerk.

Beitrag juristisch geprüft von der KLUGO-Redaktion

Der Beitrag wurde mit großer Sorgfalt von der KLUGO-Redaktion erstellt und juristisch geprüft. Dazu ergänzen wir unseren Ratgeber mit wertvollen Tipps direkt vom Experten: Unsere spezialisierten Partner-Anwälte zeigen auf, worauf es beim jeweiligen Thema ankommt.