Dooring Unfall
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Dooring: Was ist das und wann gibt es vollen Schadensersatz?

STAND 04.11.2022 | LESEZEIT 3 MIN

Ein Autofahrer hat seine Fahrertür nach dem Parken so geöffnet, dass ein Rennradfahrer mit ihr kollidierte und sich erhebliche Verletzungen zuzog. Das Landgericht Köln entschied nun zugunsten des Rennradfahrers und sprach ihm vollen Schadensersatz zu. Zuvor hatte die Versicherung des Autofahrers dem Rennradfahrer eine Mitschuld gegeben. Hier erfahren Sie, warum das Gericht dem Autofahrer die volle Verantwortung für den Dooring-Unfall anlastet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Dooring-Unfall meint einen Unfall, bei dem ein Radfahrer mit der geöffneten Tür eines Autos zusammenstößt.
  • Das Landgericht Köln sprach in einem Fall einem Rennradfahrer vollen Schadensersatz zu.
  • Autofahrer müssen bei Ein- und Aussteigen darauf achten, dass sie keinen Verkehrsteilnehmer in Gefahr bringen.
  • Radfahrer dürfen im Abstand von 50 cm an parkenden Autos vorbeifahren und haben daher bei Dooring-Unfällen meist keine Mitschuld.

Was ist ein Dooring-Unfall?

Unter einem Dooring-Unfall versteht man einen Verkehrsunfall zwischen einem parkenden Auto und einem Radfahrer. Dooring-Unfälle zeichnen sich dadurch aus, dass Radfahrer mit der Tür eines Autos zusammenstoßen, weil der Autofahrer sie nach dem Parken unachtsam öffnet.

Laut einer Untersuchung der Unfallforschung der Versicherer sind Dooring-Unfälle wesentlich häufiger, als man vielleicht denken mag: Bei innerörtlichen Unfällen von Radfahrern und Fußgängern sind bei jedem 5. Unfall auch parkende Autos involviert.

Wer haftet bei einem Dooring-Unfall?

In einem Fall, bei dem ein Rennradfahrer mit der geöffneten Fahrertür eines Autofahrers zusammengestoßen ist und sich schwer verletzte, gab das Landgericht Köln dem Autofahrer die volle Schuld. Begründet wurde dies damit, dass ein Autofahrer beim Ein- und Aussteigen dafür Sorge zu tragen habe, dass kein anderer Verkehrsteilnehmer zu Schaden kommt.

Vergewissert sich ein Autofahrer vor dem Öffnen der Tür also nicht, ob sich ein Radfahrer nähert und kommt es zu einem Zusammenstoß, trägt der Autofahrer die Schuld an dem Dooring-Unfall. Weiter sei nicht anzunehmen, dass der Rennradfahrer seinerseits mit zu wenig Abstand zum parkenden Auto habe vorbeifahren wollen – so das Urteil vom 02.08.2022 mit dem Az. 5 O 372/20.

Das Verkehrsrecht verpflichtet Radfahrer lediglich, einen Abstand von 50 cm zu parkenden Autos einzuhalten. So soll Autofahrern ermöglicht werden, die Tür einen Spaltbreit öffnen zu können, um einen Überblick über den Verkehr zu erhalten.

Wie viel Schadensersatz gibt es bei Dooring-Unfällen?

Wie viel Schadensersatz es bei Dooring-Unfällen gibt, ist immer vom Einzelfall abhängig. Im oben genannten Fall musste der Autofahrer bzw. dessen Versicherer für alle immateriellen und materiellen Schäden aufkommen und dem Rennradfahrer 7500 Euro zahlen.

Allerdings ist nicht davon auszugehen, dass bei jedem Dooring-Unfall so entschieden wird und der Radfahrer immer 100 Prozent Schadensersatz erhält. Wird einem Radfahrer beispielsweise eine Mitschuld zugesprochen, fällt der Schadensersatz geringer aus. Außerdem ist nicht nur die Schuldfrage, sondern auch der Umfang des Schadens für die Höhe des Schadensersatzes maßgebend. Ein Fachanwalt für Verkehrsrecht ist der richtige Ansprechpartner, wenn Sie Hilfe in Sachen Dooring-Unfall benötigen.

So hilft Ihnen ein KLUGO Partner-Anwalt weiter

Unfälle passieren täglich überall auf der Welt. Häufig herrscht dann zwischen den Unfallteilnehmern Uneinigkeit darüber, wer für den entstandenen Schaden verantwortlich ist. Bei einem Dooring-Unfall haftet meist der Autofahrer allein, weil er beim Öffnen der Fahrertür nicht nur seine eigene, sondern auch die Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer im Blick haben muss. Doch auch Radfahrer können sich falsch verhalten und so eine Mitschuld an Dooring-Unfällen tragen.

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